Mother Wars

Es ärgert mich, wie oft es besonders in Erziehungsfragen nur schwarz-weiß gibt und auch alle Informationen, die man zu einem Thema findet, entweder oder sind. Oft fühle ich mich eher irgendwo in der Mitte wohl. Nicht weil ich mich nicht festlegen will, sondern weil das Leben nunmal bunt ist - und nicht schwarz-weiß!

Alles in allem - steh ich immer an irgendeiner Stelle, über die man streiten kann. Gleichzeitig frage ich gerne, wie andere etwas machen und wie die neuesten Forschungsergebnisse sind - um zu schaun, was man nachmachen kann oder was lieber nicht. Leider fühlen sich andere Mütter sofort angegriffen, wenn man ihnen nicht 100% zustimmt, oder greifen selber an, wenn man etwas anders macht. Trotzdem suche ich immer nach Gleichgesinnten mit ähnlichen oder anderen Erfahrungen zum Austausch, also kommentiert gerne! :)

Ich glaube, dass jedes Kind und jeder Erwachsene anders ist und man eine Kombination finden muss, die für alle passt.
Prinzipiell glaube ich, dass ein Kind Bedürfnisse hat, die man erfüllen sollte - genau wie seine Eltern. Und nur glückliche Eltern erziehen glückliche Kinder.
Ich glaube, dass alle Erziehung sowieso kaum was bringt, wenn man´s nicht vorlebt, weil Kinder eh machen, was ihre Eltern machen.
Und ich glaube, dass Grenzen und Konsequenzen einem Kind Sicherheit geben, die es braucht, auch wenn es das nicht immer schön findet.
Nach diesen Glaubenssätzen versuche ich im Jungle von Ratschlägen und Forschungsergebnissen so zu handeln, dass wir alle vier gut und vor allem glücklich damit leben können...

Sonntag, 26. April 2015

Ernährung

Noch so ein Thema, bei denen sich die mütterlichen (Kampf-)Geister scheiden...

Ich habe beim ersten Kind fünf Monate voll- und bis zum 11. Monat teilgestillt. Mit ca 5,5 Monaten fingen wir mit einer Breimahlzeit an, nebenbei gab es BLW (baby-led weaning) - was nichts anderes ist als direkt Fingerfood statt Brei.

Salz ist ja so ein Ernährungs-Streitthema. Bis ca 18 Monate gab es bei uns weder Salz noch Kristallzucker für´s Baby.
Unsere Hebamme erzählte im Beikostkurs, Salz greife vor der Darmreife den Darm an, so dass später, wenn der Darm schlaffer wird (so um die 50, wenn alle Haut etwas schlaffer wird ;) ), Probleme auftreten können. (Bei extremer Salzzufuhr vor Ende der Darmreife kann es auch schon früher zu Problemen kommen - eine Baby, das meine Hebamme betreute und welches gegen ihren Rat von Geburt(!) an voll gewürztes Familienessen bekam, starb sogar daran!)
Kann das Baby selbstständig sitzen, sei der erste Grad der Darmreife abgeschlossen, so dass z. B. etwas Salz im Brot oder mal einen Löffel (Kuhmilch-)Joghurt nichts mehr ausmacht. Kann das Baby/Kleinkind laufen, ist die Darmreife abgeschlossen - bei manchen also mit 10, bei anderen erst mit 18 Monaten! Dann kann es theoretisch alles essen und trinken - außer Honig, der ist erst ab dem 2. Geburtstag unbedenklich.(Naja - und mit Alkohol würde ich noch warten... 😉 )
Das gilt heute als überholt. Fakt ist aber, dass Salz (und auch Milch) die kleinen Nieren schnell überfordert und daher im ersten halben Jahr komplett tabu sein sollte!! Danach spricht man von 1g Salz (und 200ml Kuhmilch ODER 30g Käse, Quark o.ä.) pro Tag seien in Ordnung. Wenn man aber bedenkt wie viel Salz schon im Brot,  fertigen Babybreien usw ist... 😲

Brei haben wir selbst gekocht. Zum einen ist es günstiger, zum anderen gesünder (weil ich sicher weiß, was drin ist), zum dritten füttere ich nicht was, was ich selbst nicht mag (und ich finde die Fertigbreie ekelig). Geht auch ganz einfach:
Rezept
- Obst oder Gemüse 5-8 Minuten dünsten (Dünsteinsatz für jeden Kochtopf für 3€ bei Ikea oder in der Mikrowelle mit der Tupperkanne oder (mein Favorit) mit dem Avent Kocher),
- dann bei Gemüse 1TL Beikostöl und bei Obst 1TL weißes (weil kaum Allergene) Mandelmus dazu (für die guten Fette, Mandelmus enthält auch viel Eisen und Calcium).
- Pürieren - fertig. Ich hab mit dem Aventkocher immer direkt zwei Mahlzeiten fertig gehabt - mit einem Aufwand, der auch nicht höher war, als Gläschen öffnen und erwärmen. Im Kochtopf hab ich oft wochenweise vorgekocht und eingefroren.
- Fleisch und Fisch gab´s bei uns eher selten, kann man aber auch einfach mitdünsten (ca 10 Min). Ist dank Mandelmus aber nährstofftechnisch nicht so wichtig.
- Getreideflocken beim Obstbrei einfach unterrühren und etwas ziehen lassen.

Bei Milchprodukten und Nüssen scheiden sich die Geister ja auch. Die einen sagen, im zweiten Lebenshalbjahr am besten parallel zum Stillen einführen, um das Allergierisiko zu senken, die anderen meiden es wegen den Allergenen, aber auch wegen dem Artfremden der Kuhmilch, möglichst lange. Fakt ist: 200ml Kuhmilch ODER 30g Milchprodukte wie Käse sind für die Nieren eines nicht allergisches Babys zu verkraften. Nach dem ersten Geburtstag erhöht sich die Menge auf 500ml Mich oder Joghurt bzw 80g Käse.

Kristallzucker wollten wir einerseits wegen der Gewöhnung an den süßen Geschmack möglichst lange außen vor lassen. Andererseits hemmt Kristallzucker die Calciumaufnahme und steht in Zusammenhang mit ADHS. Außerdem reagierten unsere Kinder mit leichten Pickeln etwas allergisch, wenn ich selbst in der Stillzeit zu süß aß. Heute versuchen wir, Süßes weder zu verteufeln noch anzubieten. Wenn er danach fragt und es ist nicht gerade 1/2 Std vor dem Essen, dann bekommt er etwas, anbieten tun wir es wiederum nicht. Allerdings essen wir natürlich mal was Süßes oder Kuchen oder Eis - und er darf probieren wenn er will. Er mag wohl mal was Süßes, aber er bevorzugt bis heute eher Obst oder deftig (ich in der Schwangerschaft aber auch, vielleicht besteht da ein Zusammenhang?). Selbst wenn es offen auf dem Tisch steht, ist er selten mehr als die empfohlene "Hand voll" Süßigkeiten... das finde ich total super! 😊
Unsere Diskussionen gehen eher in die Richtung: "Nein, du bekommst erst Apfel/Weintraube/Gurke/Paprika/Salat/..., wenn du auch etwas Brot gegessen hast!" Manchmal hab ich schon gedacht, andere Mütter die das zufällig mitbekamen, lynchen mich gleich. Aber er kann sich doch nicht nur von Rohkost und Milch ernähren... 😧

Was es inzwischen sonst so bei uns so gibt? Euer Blick in unseren Kochtopf

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