Mother Wars

Es ärgert mich, wie oft es besonders in Erziehungsfragen nur schwarz-weiß gibt und auch alle Informationen, die man zu einem Thema findet, entweder oder sind. Oft fühle ich mich eher irgendwo in der Mitte wohl. Nicht weil ich mich nicht festlegen will, sondern weil das Leben nunmal bunt ist - und nicht schwarz-weiß!

Alles in allem - steh ich immer an irgendeiner Stelle, über die man streiten kann. Gleichzeitig frage ich gerne, wie andere etwas machen und wie die neuesten Forschungsergebnisse sind - um zu schaun, was man nachmachen kann oder was lieber nicht. Leider fühlen sich andere Mütter sofort angegriffen, wenn man ihnen nicht 100% zustimmt, oder greifen selber an, wenn man etwas anders macht. Trotzdem suche ich immer nach Gleichgesinnten mit ähnlichen oder anderen Erfahrungen zum Austausch, also kommentiert gerne! :)

Ich glaube, dass jedes Kind und jeder Erwachsene anders ist und man eine Kombination finden muss, die für alle passt.
Prinzipiell glaube ich, dass ein Kind Bedürfnisse hat, die man erfüllen sollte - genau wie seine Eltern. Und nur glückliche Eltern erziehen glückliche Kinder.
Ich glaube, dass alle Erziehung sowieso kaum was bringt, wenn man´s nicht vorlebt, weil Kinder eh machen, was ihre Eltern machen.
Und ich glaube, dass Grenzen und Konsequenzen einem Kind Sicherheit geben, die es braucht, auch wenn es das nicht immer schön findet.
Nach diesen Glaubenssätzen versuche ich im Jungle von Ratschlägen und Forschungsergebnissen so zu handeln, dass wir alle vier gut und vor allem glücklich damit leben können...

Donnerstag, 30. April 2015

Fehlgeburt

Die Wahrscheinlichkeit für Fehlgeburten wird unterschiedlich angegeben.

Teilweise liegt die Schätzung bei ca 70% - darin werden auch Abgänge in den ersten Wochen der Schwangerschaft gezählt, also z. T. bevor die Schwangere überhaupt merkt, dass sie schwanger ist und sich nur über eine etwas verspätete Regelblutung wundert.

Sobald ein normaler Urintest die Schwangerschaft positiv bestätigen kann, sinkt die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit auf 20%, ab der 18. Schwangerschaftswoche sogar auf 1%. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt abhängig vom Alter der Mutter, den Lebensgewohnheiten (also z. B. Zigarette-, Alkohol- und Drogenkonsum,...) und evtl. Krankheiten (z. B. Schilddrüsenprobleme, Progesteronmangel, unerkannte Diabetes,...).

Die meisten Frauen werden nach eine Fehlgeburt problemlos erneut schwanger und bringen gesunde Kinder zur Welt!

Soweit die Fakten. Nichts desto trotz: ein Kind zu verlieren ist traurig - und kaum jemand spricht darüber. Dabei ist das eines der hilfreichsten Dinge - erst Recht mit jemanden, der das auch erlebt hat.

Zuerst ist es ein Schock, dann versucht man sich unter Kontrolle zu behalten. Irgendwann fühlt man sich immer leerer und trauriger. Man zieht sich zurück. Wenn man Glück hat, gute Freunde hat oder einen guten Instinkt, trauert man nicht alleine. Nach dem Tod meiner Eltern, hat mir ein Trauerseminar im Hospiz sehr geholfen. Nach der Fehlgeburt waren es Gespräche mit Freunden und mit meinem Mann. Irgendwann kehrt man dann "zurück ist Leben". Der Schmerz verschwindet nie, er ist wie eine Narbe: immer da. Aber wenn man Glück hat eine, die gut verheilt und nicht immer wieder neu aufbricht.

Wir haben das Glück, dass wir problemlos schwanger werden und zum Zeitpunkt der Fehlgeburt schon ein gesundes Kind hatten. Das machte es leichter, denke ich. Freunde von uns haben sehr lange versucht schwanger zu werden, nur damit die künstlichen Befruchtungen dann in einer Fehlgeburt endeten. Diesen Schmerz vermischt mit einer unerfüllten Sehnsucht kann ich mir wohl nicht vorstellen.
Trotzdem hier ein paar Gedanken, die mir geholfen haben:
Meine Mutter hatte vor mir eine Fehlgeburt - sonst gäbe es mich nicht. Die Fehlgeburt hat bei mir viel losgetreten, mit dem ich mich so vor dem zweiten Kind auseinander setzen konnte. Das war sehr gut für mich und für uns als Familie. Manchmal hatte ich das Gefühl, unsere Prinzessin wusste das - und hat nur eine "Ehrenrunde" eingelegt, damit Mama auch wirklich bereit für sie war. Außerdem glaube ich an Reinkarnation und daran, dass wir unsere Inkarnationen mitbestimmen, dass sich also dieses Kind diesen Weg vielleicht selbst ausgesucht hat, um mich aufzurütteln.

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