Mother Wars

Es ärgert mich, wie oft es besonders in Erziehungsfragen nur schwarz-weiß gibt und auch alle Informationen, die man zu einem Thema findet, entweder oder sind. Oft fühle ich mich eher irgendwo in der Mitte wohl. Nicht weil ich mich nicht festlegen will, sondern weil das Leben nunmal bunt ist - und nicht schwarz-weiß!

Alles in allem - steh ich immer an irgendeiner Stelle, über die man streiten kann. Gleichzeitig frage ich gerne, wie andere etwas machen und wie die neuesten Forschungsergebnisse sind - um zu schaun, was man nachmachen kann oder was lieber nicht. Leider fühlen sich andere Mütter sofort angegriffen, wenn man ihnen nicht 100% zustimmt, oder greifen selber an, wenn man etwas anders macht. Trotzdem suche ich immer nach Gleichgesinnten mit ähnlichen oder anderen Erfahrungen zum Austausch, also kommentiert gerne! :)

Ich glaube, dass jedes Kind und jeder Erwachsene anders ist und man eine Kombination finden muss, die für alle passt.
Prinzipiell glaube ich, dass ein Kind Bedürfnisse hat, die man erfüllen sollte - genau wie seine Eltern. Und nur glückliche Eltern erziehen glückliche Kinder.
Ich glaube, dass alle Erziehung sowieso kaum was bringt, wenn man´s nicht vorlebt, weil Kinder eh machen, was ihre Eltern machen.
Und ich glaube, dass Grenzen und Konsequenzen einem Kind Sicherheit geben, die es braucht, auch wenn es das nicht immer schön findet.
Nach diesen Glaubenssätzen versuche ich im Jungle von Ratschlägen und Forschungsergebnissen so zu handeln, dass wir alle vier gut und vor allem glücklich damit leben können...

Sonntag, 26. April 2015

Kinderwagen vs. Tragen

Unser Sohn hat mit zwei Wochen angefangen, wie am Spieß zu schreien, sobald er in der Kinderwagen sollte. Wir haben uns dagegen entschieden, ihn "daran zu gewöhnen", sondern haben beschlossen, dass er schon weiß, was gut für ihn ist. Wir hatten zwar schon eine (nicht gute, weil zu kleiner Steg, im normalen Babyhandel erworbene und inzwischen entsorgte) Tragehilfe, mehr hatten wir uns mit dem Thema aber nicht beschäftigt.

Heute haben wir zwei verschiedene Tragetücher (genutzt ab Geburt bis ca 7-8 Monate), eine Tragehilfe (genutzt ab ca 5 Monate bis ca 3 Jahre), einen Wandertragerucksack (genutzt ab ca. einem Jahr) und einen "easy rider", um den Großen rückenschonender im Alltag mal hochzuheben.

Menschenbabys sind rein biologisch gesehen Frühgeburten - nur kann unser Körper sie seit dem aufrechten Gang nicht mehr länger als 40 Wochen beherbergen und sie auch nicht viel später mehr problemlos gebären. Daher verkürzte sich die Schwangerschaft, seit wir aufrecht gehen können. Unsere Babys sind aber weder Nesthocker noch Nestflüchter - sie sind Traglinge. Das Tragen ist also die natürlichste Fortbewegung für Babys. Untersuchungen zeigen, dass getragene Kinder später motorisch und geistig fitter und auch oft selbständiger sind, da sie schon früh mehr Eindrücke wahrnehmen können und ihren Körper mehr ausbalancieren müssen als im Liegen. Gleichzeitig stärkt die körperliche Nähe das Urvertrauen und das Selbstbewusstsein der Kinder und befriedigt ihr natürlichstes Bedürfnis (neben essen und schlafen): Nähe!
Und auch wenn es für uns manchmal eng und unbequem aussieht, die meisten Babys lieben und brauchen es!

Man hat die Hände frei und kann mit Baby 90% seines Alltags ganz flexibel regeln. Ich hab damit Fenster geputzt, war bequem shoppen (weil man überall durch kam) und war mit meinem Neffen auf dem Klettergerüst. Sohnemann fand´s toll - oder schlief. Allerdings: es lohnt sich, 30-40€ in eine gute Trageberatung zu investieren. Babyläden wissen zu diesem Thema oft nicht nur nicht Bescheid, sondern verkaufen für die Babys gesundheitlich bedenkliche Tragen. Bei einer Trageberatung können Mama und Papa verschiedene Tragehilfen ausprobieren und die für sie bequemste finden (deswegen sprech ich hier keine Empfehlung aus - es gibt zu viele, individuell gute). Auch werden Bindetechniken beim Tuch gezeigt.

Natürlich hat ein Kinderwagen auch seine Vorteile: man kann sie schlafend auf der Terasse stehn lassen, Einkäufe gut verstauen und bei 30°C im Schatten ist es deutlich angenehmer. Auch Rückenprobleme spielen bei dieser Entscheidung sicher eine Rolle (wobei richtiges und gutes Tragen den Rücken eher stärkt). Obwohl unsere Tochter kein größeres Problem mit dem KiWa hatte, haben wir ihn verkauft. Er war einfach zu unhandlich. Seit unser Sohn die 12kg Marke gesprengt hat und auch freiwillig in den Buggy geht, tragen wir ihn allerdings deutlich weniger! 😉 Obwohl er es noch immer phasenweise deutlich bevorzugt.

Wie beim Stillen auch muss ich gestehen: wenn ich es nicht so bequem gefunden hätte, hätte ich es wohl nicht so lange getan. 😆

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen