Mother Wars

Es ärgert mich, wie oft es besonders in Erziehungsfragen nur schwarz-weiß gibt und auch alle Informationen, die man zu einem Thema findet, entweder oder sind. Oft fühle ich mich eher irgendwo in der Mitte wohl. Nicht weil ich mich nicht festlegen will, sondern weil das Leben nunmal bunt ist - und nicht schwarz-weiß!

Alles in allem - steh ich immer an irgendeiner Stelle, über die man streiten kann. Gleichzeitig frage ich gerne, wie andere etwas machen und wie die neuesten Forschungsergebnisse sind - um zu schaun, was man nachmachen kann oder was lieber nicht. Leider fühlen sich andere Mütter sofort angegriffen, wenn man ihnen nicht 100% zustimmt, oder greifen selber an, wenn man etwas anders macht. Trotzdem suche ich immer nach Gleichgesinnten mit ähnlichen oder anderen Erfahrungen zum Austausch, also kommentiert gerne! :)

Ich glaube, dass jedes Kind und jeder Erwachsene anders ist und man eine Kombination finden muss, die für alle passt.
Prinzipiell glaube ich, dass ein Kind Bedürfnisse hat, die man erfüllen sollte - genau wie seine Eltern. Und nur glückliche Eltern erziehen glückliche Kinder.
Ich glaube, dass alle Erziehung sowieso kaum was bringt, wenn man´s nicht vorlebt, weil Kinder eh machen, was ihre Eltern machen.
Und ich glaube, dass Grenzen und Konsequenzen einem Kind Sicherheit geben, die es braucht, auch wenn es das nicht immer schön findet.
Nach diesen Glaubenssätzen versuche ich im Jungle von Ratschlägen und Forschungsergebnissen so zu handeln, dass wir alle vier gut und vor allem glücklich damit leben können...

Samstag, 13. Juni 2015

Fahrrad fahren mit Kind

Kind und Fahrrad fahren gehören zusammen wie Pommes und Ketschup. :) Dabei gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten und Radfahrtypen. Solange ich auf dem Land lebte, waren Radtouren für mich Freizeitbeschäftigungen, seit ich in der (Radfahrer-)Stadt lebe, ist das Fahrrad für mich mein Hauptverkehrsmittel (weil es einfach praktischer ist). Hier möchte ich die vier häufigsten Varianten vom Rad fahren mit Kind mit ihren Pros und Contras vorstellen, mit denen ich Erfahrungen machen konnte:
Lenkersitz, Gepäckträgersitz, Fahrradanhänger und Lastenrad.

Sitz am Lenker
  • das Kind kann alles sehen
  • man kann sich mit dem Kind unterhalten 
  • vergleichsweise günstig
  • das Kind kann einem ins Lenkrad greifen
  • das Kind hat keinen Schutz am Rücken bei einem Unfall
  • bei einem Unfall bekommt das Kind häufig den Lenker unsanft zu spüren
  • das Handling des Rades wird stark eingeschränkt durch den Sitz
  • erst ab dem sehr sicheren Sitzen geeignet (ab 1 Jahr)
Fazit: Ich halte einen Kindersitz am Lenker für unnötig gefährlich, sowohl für den Straßenverkehr als auch für`s Kind!

Sitz auf dem Gepäckträger
  • das Kind hat durch die hohe Rückenlehne einen gewissen Schutz bei Unfällen
  • Gespräche mit dem Kind sind noch (eingeschränkt) möglich
  • das Kind kann Mama/Papa problemlos vor sich sehen
  • das Kind kann im Sitz einschlafen
  • verhältnismäßig preisgünstige Variante
  • das Kind kann nur rechts und links was sehen
  • die Eltern können das Kind nicht sehen 
  • erst ab dem Sitzen geeignet (ca. 11-12 Monate)    
Fazit: Bei einem Kind halte ich das für eine günstige und praktische Variante.

Fahrradanhänger
  • kann bei Bedarf zum (etwas sperrigen) Kinderwagen umgebaut werden
  • gibt es in der Variante für ein oder zwei Kinder
  • die Kinder können Mama und Papa vor sich sehen
  • bietet zusätzlichen Stauraum für Einkäufe oder Laufrad
  • schneidet bei Crashtests am sichersten ab (er steht sicher auf zwei Rädern, wenn das Rad umkippt oder wird bei einer Kollision mit dem Auto nur weggeschoben)
  • die Kinder sind rund herum durch den Anhänger geschützt
  • die Kinder haben viel Platz, können bequem einschlafen und Getränke oder Snacks in den Seitentaschen verstauen
  • kann einfach zwischen verschiedenen Familienrädern gewechselt werden
  • praktisch im alltäglichen Gebrauch durch Regen-, Sonnen- und Fliegenschutz für die Kinder 
  • besser gefedert als normale Räder, so dass die Belastung der Wirbelsäule für die Kinder mit einem Kinderwagen vergleichbar ist
  • ist ab einem Kindesalter von 6-8 Wochen möglich (durch Zusätze wie z. B. eine Babyschale o.ä.)
  • teurer als ein Fahrradsitz (400-1000€, die teuren Varianten lohnen sich nur bei fast täglichem Gebrauch, ihr Hauptvorteil ist die längere und strapazierbarere Haltbarkeit der Materialien)
  • besonders die Variante für zwei Kinder ist breiter als das Fahrrad und erschwert damit die Wendigkeit
  • das zu bewegende Gewicht ist höher als bei einem Sitz am Fahrrad
  • das Kind hat ein eingeschränktes Sichtfeld
  • die Eltern können das Kind nicht sehen und Gespräche sind nur sehr eingeschränkt möglich
Fazit: Mein Favorit, zumal wir keinen Kinderwagen haben, sondern nur Tragetuch und Fahrrad nutzen. Allerdings fand ich es beim zweiten Kind schön, es mit eBike zu nutzen.

Lastenrad
  • das Kind kann viel sehen (bei Regen-/Sonnenverdecken wird das Sichtfeld eingeschränkter)
  • die Eltern können die Kinder sehen
  • Kommunikation (je nach Wetterlage etwas eingeschränkt bis) vergleichsweise problemlos möglich
  • bein Unfällen ein gewisser Schutz durch Seitenwände etc.
  • in vielen verschiedenen Varianten und Preisklassen erhältlich (mit abnehmabren Kinderteil, für 2-3 Kinder, als Drei- oder Zweirad, als eBike, mit großem oder kleinem Lastenteil, ...)
  • zusätzlicher Anhängebetrieb möglich 
  • ab Geburt (mit MaxiCosi-Einsatz) möglich
  • wenn die Kinder "rausgewachsen" sind immer noch als Einkaufsrad nutzbar
  • besser gefedert als normale Räder, so dass die Belastung der Wirbelsäule für die Kinder mit einem Kinderwagen vergleichbar ist
  • wetterfest nutzbar (mit Regenverdeck etc.) 
  • wendiger und übersichtlicher als ein Anhänger 
  • sehr teuer (1500€-6500€)
  • je nach Größe: weniger zusätzlicher Stauraum als im Anhänger
  • das zu bewegende Gewicht ist höher als beim Fahrradsitz
  • meistens nichts als KiWa am Ziel nutzbar (es gibt eine Ausnahme, kenne aber die Marke nicht)
  • Verletzungrisiko ist nicht nur bei Unfällen größer als beim Anhänger, sondern auch beim normalen Fahren (unser Sohn schlug sich schon mal am Holzrand die Lippe auf bei einer normalen Fahrt - dem kann man aber mit Schaumstoff-Randschutz (oder einer aufgesetzten Poolnudel) abhelfen)
  • Bequemlichkeiten wie Kopfstützen zum Schlafen während der Fahrt oder Getränkehalter müssen in Eigenkreativität irgendwie nachgerüstet werden
Fazit: Für Vielfahrer mit mehreren Kindern eine Alternative zu Auto oder Anhänger. Wir haben es als eBike Variante genutzt, was den Alltag natürlich doppelt erleichterte. Lohnt sich jedoch nicht, wenn man es nur zu gelegentlichen Sommer-Radtouren nutzt und ist meines Erachtens durch weniger Stauraum (außer bei 3-Kind Varianten) eher als Lasten- denn als Kindertransport sinnvoll. Männer scheinen diese Variante wegen des "Coolness"-Faktors aber scheinbar zu bevorzugen. 

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