Mother Wars

Es ärgert mich, wie oft es besonders in Erziehungsfragen nur schwarz-weiß gibt und auch alle Informationen, die man zu einem Thema findet, entweder oder sind. Oft fühle ich mich eher irgendwo in der Mitte wohl. Nicht weil ich mich nicht festlegen will, sondern weil das Leben nunmal bunt ist - und nicht schwarz-weiß!

Alles in allem - steh ich immer an irgendeiner Stelle, über die man streiten kann. Gleichzeitig frage ich gerne, wie andere etwas machen und wie die neuesten Forschungsergebnisse sind - um zu schaun, was man nachmachen kann oder was lieber nicht. Leider fühlen sich andere Mütter sofort angegriffen, wenn man ihnen nicht 100% zustimmt, oder greifen selber an, wenn man etwas anders macht. Trotzdem suche ich immer nach Gleichgesinnten mit ähnlichen oder anderen Erfahrungen zum Austausch, also kommentiert gerne! :)

Ich glaube, dass jedes Kind und jeder Erwachsene anders ist und man eine Kombination finden muss, die für alle passt.
Prinzipiell glaube ich, dass ein Kind Bedürfnisse hat, die man erfüllen sollte - genau wie seine Eltern. Und nur glückliche Eltern erziehen glückliche Kinder.
Ich glaube, dass alle Erziehung sowieso kaum was bringt, wenn man´s nicht vorlebt, weil Kinder eh machen, was ihre Eltern machen.
Und ich glaube, dass Grenzen und Konsequenzen einem Kind Sicherheit geben, die es braucht, auch wenn es das nicht immer schön findet.
Nach diesen Glaubenssätzen versuche ich im Jungle von Ratschlägen und Forschungsergebnissen so zu handeln, dass wir alle vier gut und vor allem glücklich damit leben können...

Dienstag, 19. April 2016

Homöopathie

Das Buch "Die Homöopathie-Lüge" (Weymeyr/Heißmann) heizt die Diskussion um die Wirksamkeit von Globolis neu an.

Zusätzlich bringen mich meine eigenen Beobachtungen zur etwas provokanten Frage: sind Globolis eine Einstiegsdroge? Kleinkindern wird bei jedem noch so kleinen Sturz was Homöopathisches (z. B. Arnica) gegeben, Schulkindern nehmen dann als Steigerung schon gegen alles pflanzliche Mittel statt Umgangsarten zu lernen und/oder nach Ursachen zu fragen (z. B. Baldrian statt Atemübungen gegen Nervosität), Abiturienten treten als Steigerung dessen oft schon mit verschreibungspflichtigen Aufputsch- oder Beruhigungsmitteln zur Prüfung an... was kommt danach?

Ich habe verschiedene Fronten zu dieser Frage ausmachen können: welche Position vertretet ihr?

- Die Homöopathie-Fans: geben bei jedem Kratzer das passende Globoli, unterstützen das Immunsystem beim ersten Anzeichen einer Krankheit homöopathisch und sind von der Wirksamkeit überzeugt bzw haben sie erlebt.

- Die Schulmediziner: auch bei ihnen ist gegen alles ein Kraut gewachsen, nur halt ein chemisches mit vielen Wirksamkeitsstudien. Fieber wird schon bei 38 Grad gesenkt, eine laufende Nase behandelt und dem Immunsystem möglichst alles abgenommen. Der Körper soll schnellstmöglich wieder fit werden.

- Die Mittleren: lassen dem Körper/dem Immunsystem erstmal selbst Zeit zu reagieren: Fieber brennt Viren aus, eine Beule schadet nicht, ein Kratzer heilt von selbst. Bei längeren Sympthomen (z. B. hartnäckige Grippe, Zahnungsproblemen) greifen sie zuerst mal zur Homöpathie oder zu sanften pflanzlichen Mitteln (deren Wirksamkeit meist eindeutiger ist) und greifen bei stärkeren oder anhaltenden Sympthomen auch mal zur Schulmedizin.

- Die psychischen Skeptiker: sind besorgt über die Mentalität, die mit der wahllosen und häufigen Gabe von Homöopathie und Globolis bzw Medikamenten aller Art anerzogen wird: gegen alles ein Medikament nehmen.

- Die medizinischen Skeptiker: die Wirksamkeit himöopathischer Mittel sei nicht nachgewiesen, Studien die das behaupten oft nicht aussagekräftig, der "Glaube" an Homöopathie sei logisch-wissenschaftlich überholt, es besteht eine Gefahr durch Selbstbehandlung bei schweren Erkrankungen oder im besten Fall ein Gewöhnungseffekt bei zu häufiger Globoli-Gabe, die jede eventuelle Wirkung auf Dauer ruiniert.

- Die Placebo-Fans: setzen auf den Placebo Effekt bzw darauf, dass Eltern z. B. entspannter sind, wenn sie ihrem kranken Kind irgendwie helfen können, wodurch die Kinder entspannter werden und es ihnen besser geht. Sind doch nur Globolis - was soll es schaden?!

Prinzipiell würde ich uns irgendwo zwischen Skeptiker und Mittelweg einordnen. Vor der ersten Schwangerschaft hatte ich mit Homöopathie nichts am Hut. Trotzdem habe ich bei beiden Kindern einiges ausprobiert, vor allem gegen Unruhe, Koliken und Zahnungsschmerzen. Geholfen hat - eigentlich nix.
Bei Weleda Fieber und Zahnungszäpfchen hatte ich manchmal das Gefühl es hilft - aber vielleicht auch eher gegen Blähungen wegen der rektalen Stimulation. Ansonsten eher erstmal den Körper alleine machen lassen, dann "Techniken" (wie z. B. Atemübungen, Dampfinhalation, etc.), SchüsslerSalze oder Pflanzliches als Homöopathie (wobei ich es trotzdem noch immer mal probiere) - und dann Schulmedizin. 😊

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