Mother Wars

Es ärgert mich, wie oft es besonders in Erziehungsfragen nur schwarz-weiß gibt und auch alle Informationen, die man zu einem Thema findet, entweder oder sind. Oft fühle ich mich eher irgendwo in der Mitte wohl. Nicht weil ich mich nicht festlegen will, sondern weil das Leben nunmal bunt ist - und nicht schwarz-weiß!

Alles in allem - steh ich immer an irgendeiner Stelle, über die man streiten kann. Gleichzeitig frage ich gerne, wie andere etwas machen und wie die neuesten Forschungsergebnisse sind - um zu schaun, was man nachmachen kann oder was lieber nicht. Leider fühlen sich andere Mütter sofort angegriffen, wenn man ihnen nicht 100% zustimmt, oder greifen selber an, wenn man etwas anders macht. Trotzdem suche ich immer nach Gleichgesinnten mit ähnlichen oder anderen Erfahrungen zum Austausch, also kommentiert gerne! :)

Ich glaube, dass jedes Kind und jeder Erwachsene anders ist und man eine Kombination finden muss, die für alle passt.
Prinzipiell glaube ich, dass ein Kind Bedürfnisse hat, die man erfüllen sollte - genau wie seine Eltern. Und nur glückliche Eltern erziehen glückliche Kinder.
Ich glaube, dass alle Erziehung sowieso kaum was bringt, wenn man´s nicht vorlebt, weil Kinder eh machen, was ihre Eltern machen.
Und ich glaube, dass Grenzen und Konsequenzen einem Kind Sicherheit geben, die es braucht, auch wenn es das nicht immer schön findet.
Nach diesen Glaubenssätzen versuche ich im Jungle von Ratschlägen und Forschungsergebnissen so zu handeln, dass wir alle vier gut und vor allem glücklich damit leben können...

Montag, 19. September 2016

Fieber

Immer wieder lese oder höre ich von Eltern, die mit "ungeklärtem Fieber" oder 38°C Fieber in die Notaufnahme am Wochenende fahren und frustriert wiederkommen: durch ewige Wartezeiten und kein Rezept fühlen sie sich nicht ernst genommen.
Dazu möchte ich folgende Dinge zu bedenken geben.
1. Kinder fiebern jedes Mal, wenn ihr Immunsystem arbeitet, oft auch ohne dass eine Krankheit ausbricht. Das ist nichts Tragisches und bis zu 41°C (laut unserem Kinderarzt und unserer Heilpraktikerin) für Kinder prinzipiell ungefährlich (solange aus ausreichend Flüssigkeit geachtet wird). Erst ab drei Tagen Fieber ohne geklärte Ursache sollte man sich Gedanken machen.
2. 38°C sind erhöhte Temperatur, kein Fieber! Sinn von Fieber ist es, Viren und Bakterien im Körper zu töten. Dies funktioniert erst ab 39.5°C!! Ab dieser Temperatur brennt Fieber einen Virus aus und heult damit das Kind - ganz ohne Chemie! Gleichzeitig lernt das Immunsystem und bildet Antikörper - und ist damit beim nächsten Infekt besser geschützt. Senkt man das Fieber passiert folgendes: a) Viren und Bakterien vermehren sich und überfluten den Körper. --> Die Krankheit wird schlimmer und/oder dauert länger. b) Das Kind fühlt sich fit statt müde/krank und wird aktiv. --> Das verlängert um besten Fall die Krankheit, weil der Körper sich nicht regenerieren kann. Im schlimmsten Fall geht es soweit, dass die Viren und Bakterien das Herz angreifen.

Bis hierher folgt daraus: Kinder ruhig mal fiebern lassen!! Und wenn es eurem Kind wirklich dreckig geht, es Schmerzen hat oder sonstwas: gebt ruhig einfach selber mal ein Fieber-/Schmerzzäpfchen, denn:

3. Erst am dritten Fiebertag treten meist weitere Sympthome auf, die ein Arzt für eine Diagnose braucht. Vorher kann er nur gucken, ob das Kind dehydriert ist (hat das Kind etwas getrunken, ist die Windel nass und die Schläfen sind nicht unnormal eingefallen - dann ist es vermutlich nicht dehydriert).

Und zu guter letzt ein mir wichtiges
4. Fahrt zum Arzt, wenn ihr unsicher seid oder euch etwas seltsam vorkommt! Aber bitte, denkt kurz drüber nach, ob es wirklich die Notaufnahme sein muss oder ob es nicht bis Montag Zeit hat - das Pflegepersonal ist oft so überlastet von nur-etwas-krank-Kindern, dass die Zeit für echte Notfälle fehlt! Und: wenn ihr warten müsst, freut euch - denn dann seid ihr kein Notfall. Dann geht es eurem Kind besser als dem Kind mit Atemnot, das sofort Sauerstoff braucht, oder dem mit einem anaphylakitschem Schock oder dem, das nebenan um sein Leben kämpft. Umso mehr Menschen dort sind, umso öfter muss das Pflegepersonal Prioritäten setzen - und auch wenn irren auch bei medizinischem Personal leider menschlich ist und sie sicher oft freundlicher sein könnten, selbst wenn sie zu Recht genervt sind, und ihr ruhig mal auf euch aufmerksam machen solltet, wenn ihr denkt, euer Kind steht kurz vorm Kollaps oder so: diese Menschen sind darauf geschult, Notfälle als solche zu erkennen und entsprechend zu handeln. Wenn ihr warten müsst: freut euch, ihr seid kein Notfall!

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