Mother Wars

Es ärgert mich, wie oft es besonders in Erziehungsfragen nur schwarz-weiß gibt und auch alle Informationen, die man zu einem Thema findet, entweder oder sind. Oft fühle ich mich eher irgendwo in der Mitte wohl. Nicht weil ich mich nicht festlegen will, sondern weil das Leben nunmal bunt ist - und nicht schwarz-weiß!

Alles in allem - steh ich immer an irgendeiner Stelle, über die man streiten kann. Gleichzeitig frage ich gerne, wie andere etwas machen und wie die neuesten Forschungsergebnisse sind - um zu schaun, was man nachmachen kann oder was lieber nicht. Leider fühlen sich andere Mütter sofort angegriffen, wenn man ihnen nicht 100% zustimmt, oder greifen selber an, wenn man etwas anders macht. Trotzdem suche ich immer nach Gleichgesinnten mit ähnlichen oder anderen Erfahrungen zum Austausch, also kommentiert gerne! :)

Ich glaube, dass jedes Kind und jeder Erwachsene anders ist und man eine Kombination finden muss, die für alle passt.
Prinzipiell glaube ich, dass ein Kind Bedürfnisse hat, die man erfüllen sollte - genau wie seine Eltern. Und nur glückliche Eltern erziehen glückliche Kinder.
Ich glaube, dass alle Erziehung sowieso kaum was bringt, wenn man´s nicht vorlebt, weil Kinder eh machen, was ihre Eltern machen.
Und ich glaube, dass Grenzen und Konsequenzen einem Kind Sicherheit geben, die es braucht, auch wenn es das nicht immer schön findet.
Nach diesen Glaubenssätzen versuche ich im Jungle von Ratschlägen und Forschungsergebnissen so zu handeln, dass wir alle vier gut und vor allem glücklich damit leben können...

Sonntag, 17. Mai 2015

Stillen vs. Flasche

Ich bin pro stillen, aber den Mythos, dass jede Frau stillen kann, halte ich für das Dümmste was man Schwangeren sagen kann, die überlegen zu stillen. Das ist, als ob ich sage: jeder Mensch kann laufen. Zum einen gibt es immer mal wieder welche, die es eben nicht können - und sich durch solche Allgemeinsätze nicht besser fühlen. Zum anderen kann auch niemand einfach aufstehen und loslaufen - sondern braucht jemanden, den sie beobachten kann, jemanden, der mal die Hand reicht bei den ersten Versuchen und jemanden, der beim aufgeschlagenen Knie ein Pflaster hat. Übertragen auf das Stillen heißt das: vor 100 Jahre konnte vielleicht tatsächlich jede Frau stillen - weil sie es überall beobachten konnte, Mama, Nachbarin oder Freundin ihr sagen konnte, worauf man achten sollte, was hilft etc.
Rein physisch können sicherlich 95% der Frauen stillen, egal welche Form und Größe Brüste und Brustwarzen haben. Aber: ich kenne niemanden (!) bei dem es nicht zwei bis vier Wochen dauert, bis das Stillen problemlos klappte. Und das waren diejenigen, die gesunde Kinder hatten und neben einer stillfreundlichen Hebamme und einem stillfreundlichen Krankenhaus noch zusätzlich eine Stillberaterin und einen unterstützenden Partner/Umfeld und einen stillfreundlichen Kinderarzt hatten, sowie Zeit genug zu essen und zu trinken und Ruhe entspannt zu stillen. Fällt einer dieser Faktoren weg, dauerte das problemlose Stillen länger - oder blieb immer eher ein K(r)ampf statt eine für Mutter und Kind entspannte Sache. Ich erinnere mich, wie ich in der ersten Nacht zu Hause verzweifelt weinte, weil unser Sohn vor Durst schrie aber nicht andocken konnte - bis mein Mann (der nur einen einzigen Artikel über Schwangerschaft und Babyzeit gelesen hatte - aber der war über´s Stillen) den "C-Griff" anwendete.

Stillen ist gesünder für Mutter und Kind. Es senkt das Brustkrebsrisiko ebenso wie das Risko für Übergewicht und stärkt das Immunsystem.
Und (ich muss gestehen der Hauptgrund, warum ich ein Jahr gestillt habe): es ist unfassbar praktisch! Man hat es immer hygenisch und in der richtigen Temperatur dabei. Und wenn man das Glück hat wie wir, dass unser Sohn ohne Saugverwirrung problemlos auch mal die Flasche nimmt, kann man sich durch Abpumpen auch immer mal ein paar freie Stunden erschleichen (sei es um mit Freundinnen ins Kino zu gehen oder schon mal ins Bett, während Papa die letzte Abendrunde übernimmt) und die Bindung zum Papa durch die Flasche stärken.
Daher bin ich ein großer Freund davon, es zumindest zu versuchen.

ABER: Es gibt auch sehr gute Gründe, nicht zu stillen: physische oder psychische Erkrankungen sind nur eines davon. Ich kenne auch Mütter, die es sich emotional nicht zutrauten oder während der Schwangerschaft durch Übelkeit so viel Gewicht verloren hatten, dass sie kaum Milch produzieren konnten - und das wenige versiegte durch den Stress, den sie sich wegen des Stillens machten (zumal die Muttermilch nach extremer Abnahme auch oft mit den im Fettgewebe eingelagerten Schadstoffen versetzt sein kann).
Im Endeffekt braucht ein Kind meiner Meinung nach eine glückliche Mutter dringender als eine stillende Mutter!

Trotzdem: wer gerne stillen möchte, sollte sich eine Stillberaterin suchen (auch ruhig schon wie eine Hebamme vor der Geburt) und/oder eine Stillgruppe. NIEMAND stillt von Anfang an problemlos. Und so natürlich stillen auch ist - früher lernte man es durch Beobachtung (weil es omnipräsent war) und von der eigenen Mutter. Heute sollte man sich diesen Luxus ebenfalls gönnen. Stillberaterinnen wissen wirklich in 90% der Fällen Rat. Und: Hebammen sind keine Stillberaterinnen! Wenn ihr Glück habt, ist eure Hebi pro stillen - aber selbst dann sind ihre Ausbildung und ihr Erfahrungen andere als die einer Stillberaterin!

Auch beim Stillen in der Öffentlichkeit scheiden sich ja die Geister. Ich habe in Cafés und Bushaltestellen gestillt - sogar während des Spaziergangs im Tragetuch. Damit muss jede Mutter sich aber selbst wohlfühlen. Aber ein Poncho verdeckt das meiste und erleichtert die Mobilität (besser als wenn man immer zu Hause sein muss zum Stillen). Dumme Kommentare gibt es immer mal wieder, aber zum Glück steigt die Akzeptanz immer mehr. Ein Pastor sagte mir mal, Jesus sei auch gestillt worden, daher sei das in seiner Kirche kein Problem. :)

Ein letzter Aspekt noch zum Stillen: ich finde es erschreckend, wie viele selbst ernannte Still-Experten es gibt, die selbst gar nicht oder nur kurz (6 Monate oder weniger) gestillt haben. Besonders von diesen Freunden und Bekannten bekam ich oft den Rat "Dann still doch ab!" - egal bei welchem Problem. Denn für diese ist Stillen = Nahrung. Aber die meisten Stillenden wissen oder spüren: Stillen ist so viel mehr als Nahrung. (Eine Freundin von mir hatte große Probleme mit dem Stillen. Nach drei Monaten arbeitet sie komplett dual: Nahrung kam aus der Flasche - gestillt wurde "für den Rest". ;) ) Phasenweise "stillte" (nuckelte an der Brust ohne zu trinken) unsere Tochter sechs Stunden nachts - das schlaucht nach ein paar Wochen extrem. Das hatte aber (trotz BLW Ernährung) nichts mit Hunger zu tun (dann hätte sie ja trinken können - die Brust ist nie leer und dass Frauen "zu wenig Milch" haben, gibt es wirklich selten)! Stillen senkt einerseits z. B. auch das Schmerzempfinden (zahnen!) und hilft Säuglingen andererseits sich als Teil von Mama zu fühlen - was gegen viele Ängste hilft. Bei uns war es eine gesteigerte Wahrnehmung plus die ersten Zähne - und die Verarbeitung dessen im Schlaf, am liebsten als Teil von Mama, am liebsten zurück in Mamas Bauch! (Wenn das nur ginge - also das Zweitbeste: stillen.) 
Nur weil stillen sie tröstet und beruhigt und ihr auf so viel mehr Ebenen als nur Nahrung gibt was sie braucht, verschwindet das Problem ja nicht, nur weil ich eine Lösung weglasse. Kopfschmerzen verschwinden ja auch nicht, weil die ich Kopfschmerztabletten wegschmeiße! -.-' 
Stillbabys können genauso gut oder schlecht oder früh oder spät durchschlafen wie Flaschenbabys! Stillbabys werden nicht unselbständig oder verwöhnt, wenn man sie zur Beruhigung stillt (eher im Gegenteil - wobei ich glaube, hier kommt der "Neid": man KANN problemlos zur Beruhigung stillen, weil man Stillkinder nicht überfüttern kann, auch mal für drei Schluck schnell und unkompliziert andocken kann und sie mit einem Schritt auf so viel mehr Arten beruhigt werden als durch Nahrung - wir Stillmütter müssen uns oft einfach keine anderen Tricks ausdenken für ein Stündchen Ruhe. ;p )
Mädels: lasst euch nicht verunsichern! ✊

Aber: Dieser Missbilligung gegenüber Flaschenmüttern finde ich furchtbar. Hier mal die Dinge, auf die ich als Stillmutter neidisch bin und die man ruhig mal erwähnen darf: die Bindung zum Vater ist oft enger, wenn er auch mal die Flasche gibt - und damit das abgeben: man kann sich alles teilen, man kann abwechselnd unruhige Nächte überstehen etc! Was für ein Geschenk!! Außerdem kann man die Kinder früher und problemloser mal abgeben. Welche Freiheit für die Partnerschaft (und Eltern, die kein Paar mehr sind, sind für Kinder ein größeres Problem als eine Flasche!).
Und: man kann auch unterwegs im Auto mal füttern, ohne auf den nächsten Rastplatz warten zu müssen.

Was ich aber bei Flaschenmüttern eher kritisch sehe: manchmal sieht man, dass sie ihren Babys schon früh die Flasche alleine zum Halten geben und derweil anderes tun. Als Nahrungsersatz ist Flaschenmilch in Deutschland durch viele Kontrollen nicht schlecht. Aber Babys brauchen noch mehr: Nähe, Körperkontakt, Herzschlag. Diese Bedürfnisse kann man beim Fläschchen geben auch erfüllen - und das sollte man auch!

Dienstag, 12. Mai 2015

Papa in Elternzeit

Ich muss ja immer etwas grinsen, wenn mir eine Mutter stolz erzählt, "Mein Mann hat Elternzeit genommen."
Meine erste Frage lautet dann: "Wie lange denn?", die zweite "Hast du während dessen gearbeitet?"

Schön ist auch die Statistik: 27,3% der Väter haben Elterngeld bezogen (Mütter 95%).

Haha! Im Normalfall hört man dann nämlich: Wir haben die Elternzeit des Vaters für einen ausgiebigen Urlaub genossen. Mein Mann hat während dessen endlich die Garage aufgeräumt. Bestenfalls noch: Ich war in den zwei Monaten endlich mal wieder zwei, drei Mal die Woche kurz allein irgendwohin. Ui....
Irgendwie tue ich mich schwer, "Väter in Elternzeit" anzuerkennen, wenn sie a) nicht nachts aufstehen, b) Mama trotzdem noch den ganzen Tag zu Hause ist und die Haupt-Haus-und-Kinder-Arbeit leistet und sie c) alles mögliche tun - aber kaum intensive Vater-Zeit mit dem entsprechenden Kind verbringen.

Immerhin etwas respektabler verdienen sich die Väter den Begriff "Elternzeit", indem sie Mutter und Kind den Berufseinstieg erleichtern und ihre Elternzeit nehmen, wenn Mama wieder anfängt zu arbeiten. Oder die ersten gemeinsamen Wochen erleichtern, denn so eine Geburt ist für alle Beteiligten ja nun kein Zuckerschlecken.

Denn so sieht die Realität aus: 77% der Väter in Elternzeit beziehen nur die zwei Monate Elterngeld, die es zusätzlich gibt, wenn beide Elternteile Elternzeit nehmen, nur 7% der Väter beziehen 12 Monate Elterngeld. Rechnet man das auf die geborenen Kinder um, sind es 2% Kinder, die mit Vätern in Elternzeit groß werden.

Allerdings muss man auch sagen, dass das Elterngeld Besserdienende unverhältnismäßig stark benachteiligt, was ich bei der gleichzeitig Forderung des Staates Akademiker sollen mehr Kinder bekommen und auch der besserverdienende Elternteil soll im Zuge der Gleichberechtigung in Elternzeit gehen können, schlicht für eine Farce halte! So wird z. B. ein fiktives Höchstgehalt von 2770€ angenommen - höchstens davon bekommt man 65% während des Elterngeldbezugs. Verdient man mehr, muss man die Differenz irgendwie selbst ausgleichen. Besonders nachteiligt wirkt sich das beim neuen Elterngeld Plus aus. Arbeitet man Teilzeit bekommt man 65% der Differenz zwischen Teilzeitgehalt und vorgeburtlichem Gehalt ausgezahlt - bzw die Differenz zwischen Teilzeitgehalt und fiktivem Höchstgehalt von 2770€. Das mag einigen als Luxusproblem scheinen, wenn man mehr als 2770€ verdient, sollte man es sich leisten können. Unberücksicht bleibt dabei aber, dass besonders Akademiker meist zum Zeitpunkt der Erziehungszeiten noch BAFöG oder Studiendarlehn zurück zahlen, sich meist bevor die Kinder kamen ein Haus gekauft haben etc. - und somit hohe monatliche Belastungen haben. Das dann der Besserverdienende ausfällt ist häufig nicht möglich. Das ist schade für die Eltern und die Kinder - und ich finde es diskriminierend vom Staat!

Unser Sohn gehört zu den 2% mit Vollzeit-Papa. Genau genommen, gehört unser Sohn zu einem Prozentsatz, der so verschwindend gering ist, dass er in den offiziellen Statistiken nicht einmal auftaucht: Papa war zwei Jahre in Elternzeit. Und ich gebe zu: es war für alle Beteiligten eine Herausforderung.
Papa musste den offenbar natürlichen Instikt ablegen, Mama zur Hilfe zu rufen. Da kam uns die Technik allerdings entgegen. Kurz bevor ich nach dem Mutterschutz wieder arbeiten musste, nahm mein Mann eine Flasche abgepumpte Milch und setzte mich vor die Tür mit den Worten: "Du musst mal alleine raus, bevor zu wieder arbeiten musst. Wenn was ist, rufe ich an." Als ich dann von der Maiwoche wiederkam, merkte ich erst, dass das Handynetz wohl ausgefallen war. Auf dem Rückweg zeigte mein Handy dann nämlich 25 verpasste Anrufe und 10 SMS an, die vorher nicht da waren. Als ich etwas panisch zu Hause ankam, schliefen beide friedlich. Und das war die erste Lektion für uns alle: Mama hat auch keine Ahnung und wurstelt sich da irgendwie mit "try and error" durch - das kannst du auch! Danach war das Schlimmste geschafft. Mein Mann fragte nicht mehr, ich korrigierte nicht mehr. Und unser Sohn lebte wunderbar damit, dass Papa die Flasche und Mama die Brust gab, dass Papa abends länger schmuste und Mama dafür etwas vorlas, dass Papa mit ihm duschte und Mama ihn badete, dass Papa seltsame Kleidersammelsuria anzog und Mama abends vorher das passende Outfit zurecht legte, dass Papa den Apfel nur 4 Minuten dünstete, bevor er püriert wurde, und Mama 6 Minuten, dass Papa ihm bei 15 Grad noch eine Strumpfhose anzog und Mama ihn mit dem Waschbecken die Küche unter Wasser setzen lies, ... ;)

Versteht mich nicht falsch - das größte "Problem" mit dem Arrangement hatte ich. Denn ICH musste lernen, mich nicht immer für alles verantwortlich zu fühlen und zu akzeptieren, dass ich nunmal nicht die Hauptverantwortliche zu Hause bin und auch mal zu Hause "frei" haben darf, dass der Haushalt nicht so aussieht, wie ich ihn gerne hätte und dass trotzdem alle Beteiligten überleben, dass Mann und Sohn nicht permanent zu Hause auf mich warten und ich alles was nicht Arbeit ist aufgeben muss, um ja möglichst viel zu Hause zu sein. Hat auch nur 1,5 Jahre und einen fast-BurnOut gedauert, bis ich das erkannt habe - es dauert immer noch an, das umzusetzen. -.-'
Der erste Schritt war eine Putzfrau - denn ehrlich: wenn es nicht so sauber ist, wie ich es haben will, mecker und putze ich. Ersteres nicht gut für unsere Beziehung, zweiteres nicht gut für mich. Seit ich diejenige in Elternzeit bin, weiß ich aber auch, wie schön es ist, mal aufräumen und putzen zu können, wenn´s passt, aber "für's Grobe" eine regelmäßige Hilfe zu haben.

Papas in Elternzeit scheinen mir sowieso entspannter. Wäsche muss ja gemacht werden, sonst hat man nichts anzuziehen. Aber keiner stirbt, wenn es abends nur Brot statt einer gekochten Mahlzeit gibt, die Spülmaschine nicht ausgeräumt ist, das Haus unter Spielzeug begraben wurde, während der Mittagsstunde des Kindes Fernseh geguckt statt aufgeräumt wurde und die Banane mit sandigen Händen besser schmeckt... Und wenn Mama voll schlechtem Gewissen nach Hause eilt (welcher arbeitende Papa tut das denn?), lehnt auch kein Papa, den ich kenne, die Chance ab, in Ruhe seinem Hobby nachzugehen, weil Mama sich ja dann für´s Kind verantwortlich fühlt. Mein Mann zumindest konnte sich trotzdem entspannt um 18h, wenn das Kind bettfertig gemacht wurde, vor den Fernseher setzen oder mit Kumpels treffen oder im Keller seinem Bastel-Hobby nachgehen. Welche Vollzeit-Mama tut das denn? Und warum eigentlich nicht?! (Fragt mich nicht, ich tu´s auch nicht - z. T. weil mein Mann es nicht so komentarlos übernimmt, wie ich es getan habe, z. T. weil ich es nicht einfordere, sondern mich verantwortlich fühle - er hat ja 9 Std. gearbeitet.)

Beim zweiten Kind gehörte er dann zu den 27,3% der zwei-Monte-Elternzeit-Väter. Und ich hab´s ehrlich gesagt genossen, diesmal zu Hause sein zu können, den Haushalt so zu haben, wie ich will, nach dem nächtlichen Stillen tagsüber ab und zu Mittagsschlaf machen zu können, den Garten und Haushalt nicht permanent "nebenbei" erledigen zu müssen (damit er so ist, das ich mich auch wohl fühle), mal ein paar Seiten zu lesen, während die Kinder im Sand buddelten, Arzttermine etwas flexibler gestalten zu können, mich mit anderen Müttern zu treffen... Aber zu seiner Verteidigung sei gesagt: einen Monat direkt nach der Geburt, einen Monat als ich wieder anfing zu arbeiten - und er ist sowohl während der Elternzeit als auch während der Arbeitszeit mal nachts oder morgens aufgestanden! :D Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich mir nach seinen eigenen Elternzeit-Erfahrungen trotzdem manchmal etwas mehr Einsatz zu Hause gewünscht hätte (und das liegt nur z. T. an seinen Arbeitszeiten, aber es macht auch keinen Spaß permanent alles einfordern zu müssen).

Samstag, 9. Mai 2015

Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg

Die gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg funktioniert meines Erachtens mit Pubertierenden und Erwachsenen (also z. B. dem Ehemann ;) ) am besten. Angeblich solle man sie auch bei Kleinkindern schon anwenden, für mich ist das manchmal schwierig, obwohl ich den Grundtenor anstrebe - vielleicht hab ich aber auch einfach nicht die Geduld dafür.
Aber meinen "erwachsenen" Beziehungen hat diese Kommunikationsart sehr gut getan.

Konkrete Beobachtungen äußern - ohne Interpretation:
Häufig formuliert man etwas so, vor allem wenn Emotionen dazu kommen: "Du bist neuerdings immer die erste im Büro - was verfolgst du denn für Pläne?" Nach Rosenberg müsse es so lauten: "Du bist diese Woche schon zum dritten Mal die erste hier!"
Keine Pauschalisierungen, wie z. B. immer, nie, jedes Mal - sondern eine konkrete Zeit- und Raumangabe. Und keine Vermutungen, warum dies so sein könne - denn wissen kann man es nicht, unsere Interpretation basiert auf unseren Vermutungen über die Motivation anderer. Wer weiß denn, ob die Kollegin nicht dafür eher gehen muss oder einfach ihre Tochter morgens gerade schnell fertig ist und sie entspannt los kommt.
Also z. B. Du hast dir diese Woche die Zähne zwei Mal nicht geputzt. Du hast heute das dreckige Geschirr nicht in die Spülmaschine geräumt. Du guckst während des Essens schon zum dritten Mal auf dein Handy. Du warst diese Woche vier Abende pünktlich zu Hause.

Konkret die eigenen Gefühle dazu äußern - auf das Ereignis, nicht die Person bezogen:
begeistert, beruhigt, erleichtert, froh, gespannt, glücklich, lustig, zufrieden, ...
ängstlich, angespannt, besorgt, einsam, erschöpft, genervt, traurig, verärgert, wütend, ...
Also z. B.: Ich bin besorgt um deine Zähne. Ich war darüber verärgert. Dann fühle ich mich einsam. Das hat mich gefreut.

Die eigenen Bedürfnisse äußern - an eine konkrete, erfüllbare, überprüfbare Bitte geknüpft:
Man sollte vorher überlegen, woher die eigenen Gefühle kommen, was man braucht. Dann sollte man eine Bitte formulieren, bei der es dich um eine konkrete, überprüfbare Handlung handelt. Wichtig sei dabei, keine Forderungen zu stellen - also zu akzeptieren, wenn eine Bitte abgelehnt würde, ohne Strafen oder Autorität bei nicht Erfüllung.
Also z. B.: ... weil ich kein Geld für eine teure Zahnbehandlung habe. Würdest du jeden Morgen und jeden Abend fünf Minuten Zähne putzen? - ... weil ich das dann tun musste. Würdest du das Geschirr bitte direkt nach der Benutzung in die Spülmaschine räumen? - ... weil ich mich gerne mit dir unterhalten möchte. Kannst du das Handy während des Essens weglegen? - ... weil ich gerne mit dir abends noch etwas Zeit verbringe. Würdest du auch nächste Woche vier Abende pünktlich zu Hause sein?

Zusammenfassung: Beobachtung, Gefühl, Bedürfnis, Bitte: Als du ... getan hast (Beobachtung), war ich ... (Gefühl), weil ich möchte, dass ... (Bedürfnis). Würdest du...? (Bitte)
Du hast dir diese Woche die Zähle zwei Mal nicht geputzt. Ich bin besorgt um deine Zähne, weil ich möchte, dass dein Lächeln so schön bleibt. Würdest du bitte jeden Morgen und jeden Abend deine Zähne putzen?
Du warst diese Woche vier Abende pünktlich zu Hause. Das hat mich sehr gefreut, weil ich gerne gemeinsam mit dir Abendessen möchte. Würdest du das morgen auch tun?
Als wir die Hausarbeit verteilt haben, hast du dich bereit erklärt, den Müll heraus zu bringen. Diese Woche habe ich das zwei Mal machen müssen, weil er so voll war. Da war ich wütend, weil ich mich nicht um alles alleine kümmern möchte. Würdest du bitte jeden Morgen einen Blick auf den Mülleimer werfen, ob er geleert werden muss?

Bitte um Wiederholung: Wenn der Gegenüber wiederholt, was er verstanden hat, kann man sicher sein, dass der andere verstanden hat, was man sagen wollte. Erschreckend häufig ist das nicht der Fall, da auch der andere die eigenen Äußerungen interpretiert und Einzelheiten überhört oder missversteht. Gleichzeitig sollte man sich auch angewöhnen, die anderen zu wiederholen oder nach den dahinter stehen Gefühlen fragen.

Auf Angriffe / Äußerungen anderer reagieren 
durchatmen, die eigenen verurteilenden Gedanken feststellen, die eigenen Bedürfnisse dahinter feststellen, dem anderen Empathie geben (Wie fühlst du dich? Fühlst du...? Bist du empört, weil du denkst...? Ist dir wichtig, dass...?) - dann die eigenen Gefühl und Bedürfnisse aussprechen.
- die eigenen Gefühle wahrnehmen: Ich fühle mich verletzt, weil ich ... möchte.
- die Gefühle und Bedürfnisser anderer wahrnehmen: Bist du böse, weil du .... möchtest?
NIE: ICH fühle mich ..., weil DU... IMMER: Ich-Gefühl + Ich-Bedürfnis oder Du-Gefühl + Du-Bedürfnis
Immer dran denken: Ich bin nicht verantwortlich für die Gefühle anderer (und sie nicht für meine), aber ich kann respektvoll damit umgehen! Selbstvorwürfe helfen nicht weiter. Besser: überlegen, was brauche ich jetzt!

Zur Beruhigung: selbst Rosenberg gab zu, wie oft es ihm, besonders mit seinen eigenen Kindern im Alltag, nicht gelang. Aber seine (und auch meine) Erfahrung zeigt: wenn man sich einem Gespräch bewusst nach diesen Prinzipien widmet, läuft es meist erfolgreich und entspannt.

 

Montag, 4. Mai 2015

Spagat (oder eher Breakdance): Kind, Job, Partnerschaft

Ich liebe meine Kinder. Aber: ich liebe meinen Mann mehr.

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Ich warte auf die Steinigung. 😉

Das heißt nicht, dass ich nicht zuerst meine Kinder aus einem brennenden Haus retten würde oder meinem Mann in einen reißenden Fluss nachspringen würde. Meine Kleinkinder sind nämlich wesentlich hilfsbedürftiger und ich möchte sie auch nicht auf einen Schlag zu Vollwaisen machen. Aber meine Kinder leben in 15 bis 20 Jahren hoffentlich ihr eigenes, glückliches Leben, mit meinem Mann führe ich dann hoffentlich noch ein gemeinsames Leben.

So schön schmusen mit meinen Kindern ist, mit meinem Mann ist es intensiver. Und so ein toller Vater mein Mann auch ist - als Ehemann und Freund und Liebhaber ist er auch ziemlich gut! Und da er nicht mein Vater ist, ist er in diesen drei Bereichen für mich sogar noch besser.

Aber Partnerschaft mit (Klein-)Kind?
Wir haben es, bevor wir Kinder bekamen, so oft bei Freunden und Bekannten gesehen - sie waren auf einmal nur noch ein Elternteam, sie redeten sich gegenseitig mit "Mama" und "Papa" an, erklärten Sex für völlig unbedeutend und erzählten sich gegenseitig nur noch, was der Nachwuchs Tolles getan hatte.

Als für uns das Thema Kinder aktuell wurde, haben wir daher ein KEK Paarkommunikations-Seminar gemacht. Mein Mann ließ sich nur unter der Bedingung, nach wenigen Stunden abbrechen zu dürfen, wenn es ihm nicht gefiele, überreden - aber nach nur vier Stunden war er sehr begeistert von den zwei Wochenenden, die uns erwarteten. Man bekommt von Psychologen oder anderem Fachpersonal das Werkzeug an die Hand, miteinander zu reden, tun muss man es aber unter vier Augen. Jedoch kann man sich jederzeit Hilfe bei den Leitern holen, wenn gebraucht und gewünscht. Nach der zweiten Stillzeit, wollen wir das Ganze dann nochmal auffrischen, im Alltag geht ja doch einiges wieder unter.

Gleichzeitig haben wir schon vor der Geburt gewisse "Regeln" für uns aufgestellt, um typische Beziehugnsfallen zu vermeiden:
- jeder sollte das Recht haben, alleine und ohne Vorwürfe was für sich bzw. mit Freunden machen zu können (wichtig war nur die gleichmäßige Verteilung, denn auch wenn ein Job anders anstrengend ist als mit Kind zu Hause zu sein und man auch mit Kind mal raus kann - Freizeit ist es nicht)
- ein Babysitter für regelmäßige Paarzeit (bei der das Thema "Kinder" auf ein Minimum beschränkt sein sollte)
- Paarzeit im Alltag: mal kochen, wenn die Kinder im Bett sind, gemeinsam einen schönen Film aussuchen, Hand in Hand spazieren gehen,...
- miteinander reden, auch mal über was anderes als Kinder: fragen wir die Arbeit war, was es beim Hobby Neues gibt, wie es gemeinsamen Freunden geht, etc.: kurz Smalltalk halten, denn beim Smalltalk geht es nicht um Sachinformationen, sondern darum Beziehungen zu knüpfen und zu erhalten. Der häufigste Scheidungsgrund: wir haben uns auseinandergelebt. Ein Paartherapeut sagte mal, die Menschen sagen bei Trennungen "Wir haben uns nichts mehr zu sagen." - umgekehrt werde ein Schuh daraus: man trenne sich, weil man sich so lange nichts mehr gesagt habe
- sich beide für die Erziehung der Kinder verantwortlich fühlen und sich gegenseitig unterstützen, ohne dass man darum bitten muss: den anderen Mal ausschlafen lassen, jeder wickelt mal volle Stinke-Windeln oder fühlt sich für Elternabende verantwortlich, dem anderen nicht rein reden WIE er die Windeln wechselt oder so, dem anderen ein kleines Dankeschön mitbringen - kurz: aufmerksam für die Bedürfnisse der Kinder und des Partners sein - und sich niemals vor den Kindern widersprechen, was Erziehungsfragen angeht.
- eine Haushaltshilfe "für´s Grobe"
- unser Intimleben nicht aus den Augen verlieren, auch wenn man es manchmal planen und sich vom gemütlichen Sofa wider Willen erheben musste, denn vor lauter Müdigkeit und Aufgaben und liegen gebliebener Wäsche war die romantische, lustvolle Stimmung doch manchmal nur mühsam auszugraben. (Und nichts ist so ein Lustkiller, wie wenn bei einem leidenschaftlichen Kuss unter dem Wäscheberg auf einmal ein Teddy singt: "Kopf, Schulter, Knie und Zehn - Knie und Zehn!" oder ein Baby zum dritten Mal in 30 Minuten schreit.) Aber diese Stress-lustlos-Phasen haben auch Paare ohne Kinder - nur gehen sie da schneller vorbei. Aber will man wirklich zwei oder drei Jahre auf körperliche Intimitäten verzichten, bis man mal wieder so entspannt ist? Ich verrate euch was: das entspannt auch! 😈

Ich gebe es zu: wir haben nur ca. 50% der Regeln eingehalten (immer mal andere 50%) und wir waren müde und genervt und haben uns gestritten (ja, auch vor den Kindern) - und wir haben uns versöhnt (auch vor den Kindern) und gelacht und uns geküsst und uns bemüht. Und (bisher zumindest) wir haben es geschafft - und das meistens sogar sehr glücklich.

Schwierig ist es, wenn dann noch ein Job dazu kommt. Der arbeitende Elternteil kommt nach Hause, ist völlig k.o. und hat den Kopf noch voller Job-Termine. Der kinder-kümmern-Elternteil ist ebenso k.o. und so froh, dass jemand mal das Baby halten kann, während er/sie in Ruhe auf´s Klo kann, und jemand im selben Raum ist, der a) ganze Sätze spricht und b) ja wohl mindestens genauso begeistert davon ist, dass Sohnemann jetzt schon Bauklötze stapeln kann.
Oder noch besser - zwei Jobs: vor lauter Terminkoordination (wer holt wen wann wo ab und wer muss wann nochmal los und wann hat man mal Familienzeit und wer macht den Einkauf und die Wäsche...) ist man schon froh, wenn man den Partner mal in Ruhe ansehen kann, wenn man ins Bett fällt - und er schon zwei Stunden schläft, weil er in vier Stunden schon wieder los muss.

Aus beruflichen und finanziellen Gründen habe ich acht Wochen nach der Geburt unseres ersten Kindes wieder begonnen zu arbeiten, während mein Mann zwei Jahre in Elternzeit ging. Gleichzeitig ist ein Teil meiner Arbeitszeit flexibel, so dass ich mich bemühte, diesen Teil zu arbeiten, wenn unser Sohn schlief. Das klappte super: unser Sohn hat eine sehr intensive Beziehung zu beiden Elternteilen, mein Mann hatte trotz Elternzeitl viel Zeit für ein Hobby und für Renovierung und Gestaltung unseres Eigenheims - und ich hatte einen BurnOut. Keine Ahnung woher - etwa nur, weil ich nachts drei Mal aufstand zum Stillen, trotzdem um 8h anfing zu arbeiten, von 20h bis 24h und auch am Wochenende arbeitete und nachmittags noch einen auf Vollzeit-Spielplatz-Mutti machte?! Quaaaaaaatsch, daher bestimmt nicht.
Einiges an physischen Therapien (starke Spannungskopf- und -rückenschmerzen, Bandscheibenvorfall, etc.) und psychischen Therapien (ich hab ja wenigstens erkannt, dass Psychosomatik eine Rolle spielen könnte...) war ich etwas schlauer.
Ich hab die zweite Schwangerschaft genutzt, mich berufsunfähig schreiben zu lassen und mich vor dem zweiten Kind etwas zu regenerieren. Ich habe ab 20h Feierabend gemacht, sowohl was Arbeit als auch was Familie anging (d. h. die Kinder gingen dann ins Bett - oder Papa war dran, Nachtschichten haben wir abgesprochen). Ich hab die Bedüfnisse von Mann und Kindern nicht mehr permanent über meine eigenen gestellt - und mich mal wieder gefragt, was meine eigenen eigentlich sind. (Wem das schwer fällt - mir hat folgender Gedanke geholfen: Kinder tun, was wir ihnen vorleben. Will ich wirklich, dass meine Kinder sich selbst und ihre Bedürfnisse nicht ernst nehmen, bis hin zu schweren Krankheiten? Will ich wirklich, dass meine Kinder in dem Glauben aufwachsen, die anderen seien immer wichtiger als man selbst? Schon Jesus predigte: "Liebe deinen Nächsten - WIE DICH SELBST!" Nicht weniger, aber auch nicht mehr!) Ich habe kommunziert, was ich brauche, und nicht darauf gewartet, dass man(n) es errät, auch wenn andere nicht immer begeistert waren. (Ich muss jetzt noch eine Stunde schlafen, du stehst jetzt auf. Ich will Sonntag mit meinen Freundinnen brunchen, fahrt ihr doch bitte eine Runde gemeinsam Rad. Mittwoch musst du pünktlich zu Hause sein, ich möchte zum Sport.) Ich bin beim zweiten Kind in Elternzeit gegangen, solange wir es uns gerade eben leisten konnten.
Und ich habe etwas getan, was mir unfassbar schwer fiel: ich habe unsere Prinzessin schon mit elf Monaten in der KiTa fremd betreuuen lassen.

Ein allgemein gültiger Rat, um diesen Breakdance vor allem während der Kleinkind-Phase zu überstehen? Gibt es nicht - jede Familie ist anders, jedes Elternteil ist anders, jedes Kind ist anders, jeder Job ist anders, jeder Betrieb ist anders.
Oder doch, vielleicht einen: reden, reden, reden. Bedürfnisse kommunizieren und aufeinander abstimmen, immer neu schaun, was gut läuft und was verbessert werden muss, versuchen, ob man sich irgendwo Unterstützung organisieren kann in den einzelnen Bereichen (Kollegen, Großeltern, Babysitter, Haushaltshilfe,...) usw.

Schmerzen in der Schwangerschaft

Ich kenne keine Schwangere, die keine Schmerzen hatte. Einige wenige haben weniger als vorher (besonders weniger Migräne), die meisten leiden irgendwann besonders unter Rückenschmerzen. Bei mir kamen noch Spannungskompfschmerzen und Symphysenschmerzen hinzu.

Durch die Hormone lockert sich das Becken, bei einer von 600 Schwangerschaften so sehr, dass man im Schambereich (Symphyse) mehr oder weniger starke Schmerzen hat. Zwischenzeitlich konnte ich kaum alleine eine Treppe steigen. Dagegen halb ein Symphysengurt (nur bei längerem Stehen), Massagen (gegen die Verspannungen durch Schonhaltung), Osteopathie (hat die Symphysen ins Lot gebracht und die Schmerzen erheblich reduziert), Beckenboden-Übungen (gab mehr Stabilität) und vor allem: Ruhe (Haushaltshilfe vom Frauenarzt verschreiben lassen!). Die Ärzte haben mir etwas Angst gemacht, dass deswegen ein Kaiserschnitt nötig sein könnte. Hebamme und Osteopath sahen das anders (was locker ist, bricht nicht so schnell und da wir die Schmerzen schon vor der Geburt reduzieren konnten, wird das danach erst Recht gehen) und so hab ich mich gegen einen geplanten Kaiserschnitt entschieden.

Schwierig ist in jeder Situation, das Mittel der Wahl zu finden. Denn keine Schwangere möchten ihrem Baby gerne Giftstoffe zumuten - und Medikamte sind nunmal nichts anderes. Umgekehrt - manchmal geht es einfach nicht anders, wir sind auch nur Menschen. Schmerzen lösen Stress aus - ist auf Dauer auch nicht gut für´s Baby. Und manche haben ja auch noch neben dem Fötus das ein oder andere quietschfidele Kleinkind, das Mama braucht.

Zuerst einmal sollte man es mit alternativen Heilmitteln versuchen. Folgendes habe ich ausprobiert und als hilfreich empfunden:
- Massagen
- Wassergymnasik
- Osteopathie
- Chiropraktik
- Kineseo-Tapes
- Akkupunktur
- Akkupressur
- Walken
- Yoga
- eine Beißschiene (Zahnarzt) gegen Knirschen und "Zähne zusammen beißen" in Stresssituationen

Einiges davon können viele Hebammen, anderes verschreiben Haus- und Frauenärzte (besonders in der Schwangerschaft zum Glück meistens unkompliziert).
Außerdem hatte ich eine Shiatsu-Massagematte mit Nackenmassagefunktion, die ich während Schwangerschaft und Stillzeit nicht missen möchte, habe warme Lavendelöl-Bäder und Saunagänge genossen.

Wenn das nicht hilft... bei embryotox.de findet man selbst und der Haus- und Frauenarzt Rat, welche Medikamente möglich sind.

Vorsicht ist bei Paracetamol geboten. Obwohl es besonders von Hausärzten und Apothekern noch immer oft als Schwangerschafts-Schmerzmittel erster Wahl empfohlen wird, wurde ein Zusammenhang zu Leberschäden und ADHS festgestellt. Daher sollte man nur im letzten Drittel zu Paracetamol greifen.
Ibuprophen ist dafür in den ersten zwei Schwangerschaftsmittel ein mögliches Schmerzmittel, im letzten Drittel kann es Wehen fördern und sollte vermieden werden.
In jedem Fall gilt: vor der ersten Einnahme einen Arzt oder die Hebamme fragen. Möglichst wenig nehmen und die Höchstdosis von vier rezeptfreien Tabletten in 24 Std. nicht überschreiten.