Impfen - ja, nein, etwas?
Erneut: ein Streitthema sondergleichen. Und egal, welche Seite man fragt: ihre ist die einzig richtige Ansicht und es gibt zig Statistiken und Forschungen, die das beweisen - auf beiden Seiten...
Pro Impfen:
Impfen kann (z. T. gefährliche) Krankheiten verhindern und sogar ausrotten (vgl. Pest und Pokken). Umso mehr Menschen geimpft sind, umso besser ist der "Herdenschutz" für diejenigen, die aufgrund von Alter (z. B. Babys) oder Immunschwächen nicht geimpft werden können. Das Immunsystem muss sich mit der Impfung auseinandersetzen und reift.
Contra Impfen:
Impfungen belasten den Körper und enthalten viele Zusätze. Manche davon können negative Folgen haben. So gibt es nach Impfungen eine (etwas) erhöhte Wahrscheinlichkeit für den plötzlichen Kindstod, besonders in den ersten sechs Lebensmonaten. Impfreaktionen reichen von ein paar Tagen Schmerzen und Fieber (häufig - und zeigen wenigstens, dass der Körper reagiert und die Impfung wirkt), Darmproblemen (gelegentlich - Immunsystem sitzt zum guten Teil im Darm) und Allergien, Neurodermitis, Asthma etc. ... (selten, aber manchmal eben doch).
Beim ersten Kind haben wir uns von der impfwütigen Kinderärztin verunsichern lassen, beim, zweiten Kind waren wir schlauer und hatten auch einen besseren Kinderarzt. Wie bei so vielem anderen, haben wir für uns einen Mittelweg gewählt. In den ersten sechs Lebensmonaten haben wir (beim zweiten Kind) nicht geimpft. Danach haben wir die negativen Folgen der Krankheit gegen die negativen Folgen der Impfung abgewogen.
Masern, Mumps, Röteln können von Hirnhautentzündungen bis Tod schlimme Folgen haben, da kann man heutzutage mit einer Allergie oder Asthma erheblich besser leben (und evtl. hat man ja auch keine so weitreichende Impffolge). Die Rotar-Impfung hat bei unserem Sohn allerdings sechs Monate Koliken ausgelöst, weil die Darmfunktion zerstört wurde, während die Krankheit selber im schlimmsten Fall ein paar Tage Krankenhaus mit Flüssigkeitstropf bedeuten würde. In Frankreich wurde die Rotar-Impf-Empfehlung inzwischen auch zurück genommen, weil es aufgrund der Darmprobleme durch die Impfung so viele Probleme gab. Heb B ist sicher wichtig, die Ansteckung erfolgt aber über Blut oder Geschlechtsverkehr, das kann man auch mit 12 Jahren noch impfen. Tetanus wird erst relevant, wenn sich Kinder so verletzten können, dass Wunden verunreinigt werden (also wenn sie anfangen zu krabbeln) und so alt sind, dass man evtl. nicht mehr jeden Kratzer sofort mitbekommt und reinigen kann (bedeutete für uns ca. 10 Monate) - usw. usf.
Informiert haben wir uns dabei auf impf-info.de
Mother Wars
Es ärgert mich, wie oft es besonders in Erziehungsfragen nur schwarz-weiß gibt und auch alle Informationen, die man zu einem Thema findet, entweder oder sind. Oft fühle ich mich eher irgendwo in der Mitte wohl. Nicht weil ich mich nicht festlegen will, sondern weil das Leben nunmal bunt ist - und nicht schwarz-weiß!
Alles in allem - steh ich immer an irgendeiner Stelle, über die man streiten kann. Gleichzeitig frage ich gerne, wie andere etwas machen und wie die neuesten Forschungsergebnisse sind - um zu schaun, was man nachmachen kann oder was lieber nicht. Leider fühlen sich andere Mütter sofort angegriffen, wenn man ihnen nicht 100% zustimmt, oder greifen selber an, wenn man etwas anders macht. Trotzdem suche ich immer nach Gleichgesinnten mit ähnlichen oder anderen Erfahrungen zum Austausch, also kommentiert gerne! :)
Ich glaube, dass jedes Kind und jeder Erwachsene anders ist und man eine Kombination finden muss, die für alle passt.
Prinzipiell glaube ich, dass ein Kind Bedürfnisse hat, die man erfüllen sollte - genau wie seine Eltern. Und nur glückliche Eltern erziehen glückliche Kinder.
Ich glaube, dass alle Erziehung sowieso kaum was bringt, wenn man´s nicht vorlebt, weil Kinder eh machen, was ihre Eltern machen.
Und ich glaube, dass Grenzen und Konsequenzen einem Kind Sicherheit geben, die es braucht, auch wenn es das nicht immer schön findet.
Nach diesen Glaubenssätzen versuche ich im Jungle von Ratschlägen und Forschungsergebnissen so zu handeln, dass wir alle vier gut und vor allem glücklich damit leben können...
Alles in allem - steh ich immer an irgendeiner Stelle, über die man streiten kann. Gleichzeitig frage ich gerne, wie andere etwas machen und wie die neuesten Forschungsergebnisse sind - um zu schaun, was man nachmachen kann oder was lieber nicht. Leider fühlen sich andere Mütter sofort angegriffen, wenn man ihnen nicht 100% zustimmt, oder greifen selber an, wenn man etwas anders macht. Trotzdem suche ich immer nach Gleichgesinnten mit ähnlichen oder anderen Erfahrungen zum Austausch, also kommentiert gerne! :)
Ich glaube, dass jedes Kind und jeder Erwachsene anders ist und man eine Kombination finden muss, die für alle passt.
Prinzipiell glaube ich, dass ein Kind Bedürfnisse hat, die man erfüllen sollte - genau wie seine Eltern. Und nur glückliche Eltern erziehen glückliche Kinder.
Ich glaube, dass alle Erziehung sowieso kaum was bringt, wenn man´s nicht vorlebt, weil Kinder eh machen, was ihre Eltern machen.
Und ich glaube, dass Grenzen und Konsequenzen einem Kind Sicherheit geben, die es braucht, auch wenn es das nicht immer schön findet.
Nach diesen Glaubenssätzen versuche ich im Jungle von Ratschlägen und Forschungsergebnissen so zu handeln, dass wir alle vier gut und vor allem glücklich damit leben können...
Freitag, 9. Oktober 2015
Samstag, 25. Juli 2015
Erstausstattung
Was man für´s Baby wirklich braucht - ich hab keine Ahnung, wie viel wir gekauft haben, ohne es wirklich zu nutzen (allen voran ein Kinderwagen ;) ) oder wie viel wir doppelt und dreifach geschenkt bekamen. Deshalb jetzt hier unsere Liste, die wir auch an Freunde und Bekannte weitergeben, was man wirklich brauchen kann - und wie man es sich organisiert:
Was man wirklich braucht - aber nur sehr kurz (höchstens sechs Monate) und sich deshalb am besten von Freunden, Bekannten oder entsprechenden Babyläden leihen sollte (ansonsten leider kaufen oder sich schenken lassen muss):
Was man wirklich braucht - und Familie, Freunde und Bekannten rechtzeitig sagen sollte, dass man es noch braucht, denn sonst bekommt man von allen Babydecken und Kuscheltiere (viel mehr als jemals jemand brauchen kann) - die freuen sich ehrlich über diese Tipps! (kann man auch gut bei amazon erstellen und verschicken, falls man es nicht geschenkt bekommt, kann es es bequem in den ersten Monaten noch selbst kaufen)
Was man wirklich braucht - aber nur sehr kurz (höchstens sechs Monate) und sich deshalb am besten von Freunden, Bekannten oder entsprechenden Babyläden leihen sollte (ansonsten leider kaufen oder sich schenken lassen muss):
- Beistellbett
- 2 Schlafsäcke in jeder Größe
- Wärmelampe
- Kleidung Größe 50-62
- Spielbogen
- zwei Schnuller (z. B. MAM)
- Steckdosenschutz
- mitwachsendes Babybett
- Windeln
- einmal Waschlappen (mit Wasser - besser als Feuchttücher)
- einmal Wickelunterlagen
- Creme gegen Wundsein
- Saab Simplex und Carum Cavi Zäpfchen gegen Bähungen und Bauchweh
- Fieber- und Schmerzzäpfchen (BenURon)
- Wickelkomode (reicht am Anfang auch als Kleiderschrank)
- Fiebertermomether
- Badetermomether
- Stillkissen (hilft in der Schwangerschaft schon beim Schlafen)
- Babyschale für´s Auto (z. B. Maxi Cosi)
- Pelzi Einlagen für den Wochenfluss
Was man wirklich braucht - und Familie, Freunde und Bekannten rechtzeitig sagen sollte, dass man es noch braucht, denn sonst bekommt man von allen Babydecken und Kuscheltiere (viel mehr als jemals jemand brauchen kann) - die freuen sich ehrlich über diese Tipps! (kann man auch gut bei amazon erstellen und verschicken, falls man es nicht geschenkt bekommt, kann es es bequem in den ersten Monaten noch selbst kaufen)
- kleine Geschenkideen (5-15€)
SchnullerketteBreiteller (haba mit anti rutsch)Fühl-Knister-BuchO-Ball mit RasselRasselringKaputzenhandtuchBadeponchoKleidung ab Größe 68
Gutscheine von ernstings family, h&m, c&a,... - mittlere Geschenkideen (15-50€)eine Babydecke
eine ayuveda Wochenbettmassage
Osteopathie für Mutter und Kind
eine Trageberatung
Mobile mit Aufhängevorrichtung
Windeleimer
Wickelunterlage
Kleidung ab Größe 68
Gutscheine von ikea, Babyeinrichtungsläden,... - größere Geschenkideen (ab 50€)
Hochstuhl (idealer Weise mit Liegefunktion z. B. von prima pappa oder Stokke = von Geburt an nutzbar)
Babytrage (Tragetuch, manduca, babycarrier o.ä. - KEIN baby björn)Philipps avent Babyphon
Babywippe (baby björn oder FisherPrice mit Vibration)
Treppen- oder Kaminschutzgitter (je nach Wohnung)BuggyWas man je nachdem evtl brauchtKinderwagen3-6 FlaschenSterilisator für Flaschen und Schnuller (außer bei MAM, die Flaschen lassen sich problemlos in der Mikrowelle sterilisieren)Reisebett (auch als Laufstall nutzbar - kann man aber auch oft von irgendwem leihen, wenn´s nötig wird)Wie viel Klamotten braucht man ca?Pro Größe1 Jacke/Overall2-4 Strumpfhosen (im Winter)4-6 langärmlige Bodys2-3 Strampler, die man unten zum Wickeln öffnen kann (später entsprechend mehr Hosen und Pullis)1-2 Hosen3-4 Pullis (je nachdem, wie oft das Kind spuckt)2-3 Paar Babysöckchen1 Mütze2 Schlafanzüge2 Schlafsäcke1-10 Spucktücher (je nachdem, wie oft das Kind spuckt)
Freitag, 24. Juli 2015
Au Pair
Wir mussten kurzfristig zwei-drei Monate überbrücken, weil unser Vollzeit-Papa etwas spontaner als erwartet einen Job fand... also haben wir uns auf das Abenteuer AuPair eingelassen.
Wir haben vorher viel gelesen - von AuPairs die nur rumhingen oder auf Kosten der Gastgeber illegale Downloads oder lange Finger machten oder die nur Heimweh hatten oder sich so gar nicht in die Familie integrieren wollten... und von AuPairs die noch nach Jahren ein Familienmitglied waren, den Kindern ihr Land und ihre Sprache nahe brachten, den Alltag und die Herzen bereichert haben.
Weil wir für zwei einhalb Monate über keine Agentur ein AuPair bekommen konnten, haben wir über aupairworld selbst gesucht. Das erforderte einiges an Zeit und Arbeit, hat uns aber sehr überzeugt. Ein Bogen mit den wichtigsten Eckdaten (Alter, Nationalität, Raucher, Sprachkenntnisse, Führerschein, Geschlecht, gewünschte Aufenthaltsdauer und -zeitraum usw.) traf (ähnlich einer Agentur) eine Vorauswahl für uns. Dann blieben nur noch ein paar Tausend AuPairs über. Davon wurden uns die am besten Kompatiblen vorgeschlagen - genau wie wir mit unserem Profil ihnen. Man konnte sich gratis anmelden und Vieles anschauen - nur für konkreten Mailkontakt musste man sich für vergleichsweise wenig Geld für ein paar Monate anmelden. Dann konnte die Suche verstärkt losgehen. Klar erfordert es etwas Engagement. Wir haben ca 50 AuPairs angeschrieben, mit ca 15 näheren Kontakt gehabt und mit ca fünf Kandidaten dann geskypet - wir erhielten Absagen von AuPairs, die wir anschrieben und verteilten Absagen, wenn uns etwas nicht zusagte. Selbst wenn schon alles relativ fest schien, kam noch das ein oder andere Mal etwas dazwischen - und die Zeit drängte bei uns leider. Für diese Arbeit kann man eine Agentur bezahlen - und sollten meine Kinder ins Ausland wollen, würde ich mir das schon aus dem Grund nochmal überlegen, weil die Agentur auch Ansprechpartner vor Ort ist, wenn etwas nicht passt. Das Risiko gingen wir als Gastfamilie ja weniger ein. Uns bot sich so die Möglichkeit, vorher schon intensiver als bei einer Agentur feststellen zu können, ob dieser Mensch evtl zu uns passen könnte.
Da es um eine relativ kurze Zeit ging, haben wir direkt nach älteren AuPairs gesucht. Wir hatten bei einer Aufenthaltsdauer von 2,5 Monaten nur bedingt Zeit, uns mit einem fremden Teenager auseinander zu setzen. Umgekehrt waren wir aber flexibel, was das Geschlecht anging - denn ich habe viel positive Erfahrungen mit Männern in "Frauenberufen" gemacht und auch einige meiner ehemaligen Schüler waren nach dem Abitur als AuPair im Ausland und fanden die Erfahrung toll. Zudem glaube ich, dass Jungs oft unkomplizierter sind im Alltag. Trotzdem wurde es bei uns doch ein Mädchen, eine Italienierin Anfang 20, der die relativ kurze Zeitspanne entgegen kam, weil sie während der Winterpause des Hotels, in dem sie arbeitet, ihre Deutschkenntnise aufbessern wollte, da sie dort an der Rezeption arbeitet. Ein paar Skype-Telefonate, dann wussten wir, dass wir zueinander passen könnten und schickten uns den offiziellen Vertrag zu.
Mein Sorge war etwas, wie z. B. die Abende verlaufen würden. Mein Mann und ich genießen es, dann einfach gemeinsam auf dem Sofa zu sitzen, uns zu unterhalten, TV zu gucken usw. - wie würde das mit einem weiteren Erwachsenen im Haus sein? Ich denke, bei einer längeren Aufenthaltsdauer würde sich das irgendwann einpendeln, zumal die eigenen Kinder in dem Alter ja auch nicht mehr jeden Abend bei Mama und Papa auf dem Sofa sitzen werden. Außerdem hatten wir ihr einen PC mit DVD und Internet ins eigene Zimmer gestellt. Bei der kurzen Zeitdauer fiel es ihr leider etwas schwer, hier vor Ort Freunde zu finden, aber sie hat abends oft mit ihren Eltern und ihrem Freund geskyped, Deutsch gelernt oder DVDs geschaut.
Ansonsten war es für uns überhaupt kein Problem, jemand "Fremden" in unserem Leben zu haben. Sie war unfassbar unkompliziert und freundlich. Keiner von uns guckte auf die Uhr, wann ihre "offizielle" Arbeitszeit vorbei war, sondern wir lebten einfach miteinander und sie war die große Schwester für unseren Kleinen - und er hatte sie sehr schnell sehr gern!
Ein Wochenende kam ihr Verlobter zu Besuch. Sie freute sich sehr, dass er so einfach bei uns wohnen durfte. Ich wiederum freute mich oft darüber, wenn ich nach der Arbeit die erste Schwangerscahftsmüdigkeit sehr spürte und sie einfach sagte, sie geht mit unserem Sohn noch eine Runde auf den Spielplatz, auch wenn sie schon locker ihr Tagespensum erfüllt hatte. So wusch eine Hand die andere.
Am Wochenende haben wir versucht, ihr etwas von unserer Stadt zu zeigen oder ihr Teile unserer großen Familie vorzustellen.
Es war eine tolle Zeit! Und wir haben es auch nicht bereut, jemanden zu nehmen, die kaum Deutsch sprach, als sie zu uns kam. Wir konnten uns alle die ersten zwei Wochen relativ fließend auf Englisch verständigen, danach wurde es immer mehr Deutsch. Nach vier Wochen sprachen wir nur noch Deutsch - auch wenn unser Sohn leider noch sehr wenig sprach, so dass sie von/mit ihm hauptsächlich so elementar wichtige Worte wie "Bagger", "Auto", "Buch" und "Trecker" lernte. :D
Es war auf alle Fälle eine bereichernde Erfahrung und der Abschied fiel und allen sehr schwer. Wir haben immer noch ab und zu Kontakt und haben uns fest versprochen, uns gegenseitig noch mal zu besuchen. Wir würden es jederzeit wieder machen! Ich kann es jedem nur empfehlen, der den Platz und das Geld hat und eine flexible Familienhilfe für einen längeren Zeitraum braucht.
Ein AuPair braucht ein eigenes Zimmer und bekommt für seine Hilfe Unterkunft, Verpflegung, 260€ Taschengeld im Monat, mindestens einen finanziellen Zuschuss zu einem Deutschkurs (evtl auch den ganzen Deutschkurs bezahlt) und die nötigen Versicherungen (ca. 40€/Monat) von der Gastfamilie. Manche Gastfamilien geben einen Zuschuss zum Rückflug, zum Hinflug würde ich das nicht vorher überweisen - denn man weiß ja noch nicht, wer dann kommt (und ob derjenige dann noch kommt). Dafür arbeitet es bis zu sechs Tage bis zu sechs Stunden mit im Haushalt - primär in der Kinderbetreuung, aber es hilft auch bei leichten Hausarbeiten (z. B. kochen, aufräumen, etc.). Es ist keine Putzfrau oder reine Haushaltshilfe - das in Ordnung halten des eigenen Zimmers und der eigenen Sachen zählt allerdings nicht zur "Arbeitszeit". Es hat ein Recht auf mindestens einen freien Tag und mindestens zwei freie Abende pro Woche plus zwei Urlaubstage pro Monat. Ein gemeinsamer Familienurlaub zählt nur dann als "Urlaub" für´s AuPair, wenn es von seinen normalen Aufgaben befreit ist.
Die Kosten für ein AuPair sind als Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzbar. Außerdem bekommt das AuPair prinzipiell das selbe Gehalt, egal, ob es in einer Familie mit einem oder mit fünf Kinder hilft. Manche verabreden aber ein höheres Gehalt je nach Aufgabenbereich und Arbeitszeiten. Ich könnte es mir auch als hilfreich vorstellen, wenn man z. B. Zwillinge oder Drillinge bekommt und ein zusätzliches Paar Hände braucht.
Wichtig finde ich, vorher möglichst viel abzusprechen, was beide Seite erwarten und leisten wollen - und sich nach ein paar Wochen zusammen zu setzen, denn beide Seiten werden bestimmt ein paar Kleinigkeiten nerven, die man einfach abstellen kann.
Hier findet ihr ein paar weitere Erfahrungsberichte.
Wir haben vorher viel gelesen - von AuPairs die nur rumhingen oder auf Kosten der Gastgeber illegale Downloads oder lange Finger machten oder die nur Heimweh hatten oder sich so gar nicht in die Familie integrieren wollten... und von AuPairs die noch nach Jahren ein Familienmitglied waren, den Kindern ihr Land und ihre Sprache nahe brachten, den Alltag und die Herzen bereichert haben.
Weil wir für zwei einhalb Monate über keine Agentur ein AuPair bekommen konnten, haben wir über aupairworld selbst gesucht. Das erforderte einiges an Zeit und Arbeit, hat uns aber sehr überzeugt. Ein Bogen mit den wichtigsten Eckdaten (Alter, Nationalität, Raucher, Sprachkenntnisse, Führerschein, Geschlecht, gewünschte Aufenthaltsdauer und -zeitraum usw.) traf (ähnlich einer Agentur) eine Vorauswahl für uns. Dann blieben nur noch ein paar Tausend AuPairs über. Davon wurden uns die am besten Kompatiblen vorgeschlagen - genau wie wir mit unserem Profil ihnen. Man konnte sich gratis anmelden und Vieles anschauen - nur für konkreten Mailkontakt musste man sich für vergleichsweise wenig Geld für ein paar Monate anmelden. Dann konnte die Suche verstärkt losgehen. Klar erfordert es etwas Engagement. Wir haben ca 50 AuPairs angeschrieben, mit ca 15 näheren Kontakt gehabt und mit ca fünf Kandidaten dann geskypet - wir erhielten Absagen von AuPairs, die wir anschrieben und verteilten Absagen, wenn uns etwas nicht zusagte. Selbst wenn schon alles relativ fest schien, kam noch das ein oder andere Mal etwas dazwischen - und die Zeit drängte bei uns leider. Für diese Arbeit kann man eine Agentur bezahlen - und sollten meine Kinder ins Ausland wollen, würde ich mir das schon aus dem Grund nochmal überlegen, weil die Agentur auch Ansprechpartner vor Ort ist, wenn etwas nicht passt. Das Risiko gingen wir als Gastfamilie ja weniger ein. Uns bot sich so die Möglichkeit, vorher schon intensiver als bei einer Agentur feststellen zu können, ob dieser Mensch evtl zu uns passen könnte.
Da es um eine relativ kurze Zeit ging, haben wir direkt nach älteren AuPairs gesucht. Wir hatten bei einer Aufenthaltsdauer von 2,5 Monaten nur bedingt Zeit, uns mit einem fremden Teenager auseinander zu setzen. Umgekehrt waren wir aber flexibel, was das Geschlecht anging - denn ich habe viel positive Erfahrungen mit Männern in "Frauenberufen" gemacht und auch einige meiner ehemaligen Schüler waren nach dem Abitur als AuPair im Ausland und fanden die Erfahrung toll. Zudem glaube ich, dass Jungs oft unkomplizierter sind im Alltag. Trotzdem wurde es bei uns doch ein Mädchen, eine Italienierin Anfang 20, der die relativ kurze Zeitspanne entgegen kam, weil sie während der Winterpause des Hotels, in dem sie arbeitet, ihre Deutschkenntnise aufbessern wollte, da sie dort an der Rezeption arbeitet. Ein paar Skype-Telefonate, dann wussten wir, dass wir zueinander passen könnten und schickten uns den offiziellen Vertrag zu.
Mein Sorge war etwas, wie z. B. die Abende verlaufen würden. Mein Mann und ich genießen es, dann einfach gemeinsam auf dem Sofa zu sitzen, uns zu unterhalten, TV zu gucken usw. - wie würde das mit einem weiteren Erwachsenen im Haus sein? Ich denke, bei einer längeren Aufenthaltsdauer würde sich das irgendwann einpendeln, zumal die eigenen Kinder in dem Alter ja auch nicht mehr jeden Abend bei Mama und Papa auf dem Sofa sitzen werden. Außerdem hatten wir ihr einen PC mit DVD und Internet ins eigene Zimmer gestellt. Bei der kurzen Zeitdauer fiel es ihr leider etwas schwer, hier vor Ort Freunde zu finden, aber sie hat abends oft mit ihren Eltern und ihrem Freund geskyped, Deutsch gelernt oder DVDs geschaut.
Ansonsten war es für uns überhaupt kein Problem, jemand "Fremden" in unserem Leben zu haben. Sie war unfassbar unkompliziert und freundlich. Keiner von uns guckte auf die Uhr, wann ihre "offizielle" Arbeitszeit vorbei war, sondern wir lebten einfach miteinander und sie war die große Schwester für unseren Kleinen - und er hatte sie sehr schnell sehr gern!
Ein Wochenende kam ihr Verlobter zu Besuch. Sie freute sich sehr, dass er so einfach bei uns wohnen durfte. Ich wiederum freute mich oft darüber, wenn ich nach der Arbeit die erste Schwangerscahftsmüdigkeit sehr spürte und sie einfach sagte, sie geht mit unserem Sohn noch eine Runde auf den Spielplatz, auch wenn sie schon locker ihr Tagespensum erfüllt hatte. So wusch eine Hand die andere.
Am Wochenende haben wir versucht, ihr etwas von unserer Stadt zu zeigen oder ihr Teile unserer großen Familie vorzustellen.
Es war eine tolle Zeit! Und wir haben es auch nicht bereut, jemanden zu nehmen, die kaum Deutsch sprach, als sie zu uns kam. Wir konnten uns alle die ersten zwei Wochen relativ fließend auf Englisch verständigen, danach wurde es immer mehr Deutsch. Nach vier Wochen sprachen wir nur noch Deutsch - auch wenn unser Sohn leider noch sehr wenig sprach, so dass sie von/mit ihm hauptsächlich so elementar wichtige Worte wie "Bagger", "Auto", "Buch" und "Trecker" lernte. :D
Es war auf alle Fälle eine bereichernde Erfahrung und der Abschied fiel und allen sehr schwer. Wir haben immer noch ab und zu Kontakt und haben uns fest versprochen, uns gegenseitig noch mal zu besuchen. Wir würden es jederzeit wieder machen! Ich kann es jedem nur empfehlen, der den Platz und das Geld hat und eine flexible Familienhilfe für einen längeren Zeitraum braucht.
Ein AuPair braucht ein eigenes Zimmer und bekommt für seine Hilfe Unterkunft, Verpflegung, 260€ Taschengeld im Monat, mindestens einen finanziellen Zuschuss zu einem Deutschkurs (evtl auch den ganzen Deutschkurs bezahlt) und die nötigen Versicherungen (ca. 40€/Monat) von der Gastfamilie. Manche Gastfamilien geben einen Zuschuss zum Rückflug, zum Hinflug würde ich das nicht vorher überweisen - denn man weiß ja noch nicht, wer dann kommt (und ob derjenige dann noch kommt). Dafür arbeitet es bis zu sechs Tage bis zu sechs Stunden mit im Haushalt - primär in der Kinderbetreuung, aber es hilft auch bei leichten Hausarbeiten (z. B. kochen, aufräumen, etc.). Es ist keine Putzfrau oder reine Haushaltshilfe - das in Ordnung halten des eigenen Zimmers und der eigenen Sachen zählt allerdings nicht zur "Arbeitszeit". Es hat ein Recht auf mindestens einen freien Tag und mindestens zwei freie Abende pro Woche plus zwei Urlaubstage pro Monat. Ein gemeinsamer Familienurlaub zählt nur dann als "Urlaub" für´s AuPair, wenn es von seinen normalen Aufgaben befreit ist.
Die Kosten für ein AuPair sind als Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzbar. Außerdem bekommt das AuPair prinzipiell das selbe Gehalt, egal, ob es in einer Familie mit einem oder mit fünf Kinder hilft. Manche verabreden aber ein höheres Gehalt je nach Aufgabenbereich und Arbeitszeiten. Ich könnte es mir auch als hilfreich vorstellen, wenn man z. B. Zwillinge oder Drillinge bekommt und ein zusätzliches Paar Hände braucht.
Wichtig finde ich, vorher möglichst viel abzusprechen, was beide Seite erwarten und leisten wollen - und sich nach ein paar Wochen zusammen zu setzen, denn beide Seiten werden bestimmt ein paar Kleinigkeiten nerven, die man einfach abstellen kann.
Hier findet ihr ein paar weitere Erfahrungsberichte.
Donnerstag, 18. Juni 2015
Die 5 Sprachen der Liebe (Chapman)
Der Paartherapeut Gary Chapman hat das Konzept der "5 Sprachen der Liebe" entwickelt und damit sehr erfolgreich vielen Paaren geholfen. Er geht davon aus, dass jeder Mensch seine Liebe auf eine von fünf Arten ausdrückt - und sich auch (nur) dann geliebt fühlt, wenn er Liebe auf diese Art gezeigt bekommt. Wenn in einer Partnerschaft (oder Freundschaft oder überhaupt jeder Art von zwischenmenschlicher Beziehung) zwei Menschen unterschiedliche "Liebessprachen" sprechen, kann es zu unnötiger Unzufriedenheit führen.
Der Kinderpsychologe Ross Campbell hörte von Problemkindern oft den Satz, dass sie sich nicht geliebt fühlten (nicht, dass sie nicht geliebt wurden!) und entwickelte daraufhin zusammen mit Chapman "die 5 Sprachen der Liebe für Kinder". Laut Campbell kann man Kinder mit dieser Art der bedingungslosen Liebe nicht "überfüttern" oder verwöhnen - ganz im Gegenteil, vieles laufe unproblematischer, wenn Kinder genug davon bekämen und nur so würden sie zu selbstbewussten, verantwortungsvollen Erwachsenen. Das schließt aber ganz explizit nicht ein gewisses Maß an Erziehung, Disziplin oder auch mal Strafen aus.
Hier finden Sie einen Test, um Ihre eigene Liebessprache zu entdecken. Er kann auch mit dem Partner zusammen durchgeführt werden. Da Kinder bis 5 Jahre nach Cambell allerdings alle fünf Liebenssprachen benötigen, um sich psychisch gesund zu entwickeln, werde ich sie hier kurz (mit einigen praktischen Anwendungsbeispielen für den Alltag) vorstellen. Im Anschluss gibt es dann ein paar Hinweise, wie man die Liebessprache des eigenen Kindes herausfinden kann, und wie "strafen" innerhalb dieses Konzepts funktioniert.
Die erste Sprache der Liebe: Körperkontakt
Im Zeitalter von Kinderpornographie und Pädophilie-Skandalen neigen wir schnell dazu, allzu kritisch zu sein. Eine Mutter in meinem Bekanntenkreis äußerte völlig empört (wenn nicht schon panisch), dass der Nachbar mit seiner 3-jährigen Tochter zusammen bade. Natürlich gibt es Menschen, die ihre krankhaften Neigungen an unschuldigen Kindern ausleben und niemand sollte die Augen davor verschließen. Aber alle (besonders alle Männer) unter Generalverdacht zu stellen und Kindern ausreichend körperliche Zuwendung vorzuenthalten, kann nicht die Lösung sein! Untersuchungen zeigen, dass Kinder ohne ausreichend körperliche Nähe (besonders in den ersten Lebensjahren) schwere psychische Schäden davon tragen. (Deswegen sind wir persönliche auch Fans vom Tragetuch.) Das gilt für körperliche Nähe von männlichen und weiblichen Bezugspersonen gleichermaßen. Wie soll denn ein Mädchen später eine gesunde Partnerschaft aufbauen, die nie positive körperliche Zuwendung vom Vater erhalten hat? Umgekehrt müssen Sie natürlich eine Art von physischer Zuwendung finden, mit der Sie (und ihre Kinder) sich auf wohl fühlen. Gleich dafür ein paar Beispiele. Wichtig ist aber, Jungen und Mädchen hier erst einmal gleich zu behandeln! Ihre Kinder zeigen ihnen dann schon, wenn ihnen in einer bestimmten Entwicklungsphase, die eine Art lieber ist als die andere. Besonders in der Pubertät wird dies manchmal schwierig – auch wenn Kinder dann ein besonders hohes Maß an Zuneigungsbedürfnis haben. Jungs distanzieren sich, Mädchen suchen besonders die Körpernähe zum Vater (oder einer anderen männlichen Bezugsperson) – und trotzdem brauchen beide von beiden Elternteilen körperliche Zuneigung, allerdings eher in den eigenen vier Wänden, nicht mehr in der Öffentlichkeit. Diese Sprache kann problemlos und sollte durchaus täglich genutzt werden.
Beispiele für Körperkontakt
Die zweite Sprache der Liebe: Lob
Lange bevor Kinder die Worte verstehen, können die den Tonfall und die Mimik deuten. Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen Zuneigung und Wertschätzung (also etwas Positives über dieses Kind, das uns lieb und teuer ist, egal wie es sich gerade verhält), Lob (als Anerkennung für besondere Leistungen oder positive Verhaltensweisen) und übertriebenem oder unehrlichem Lob (das an Bedeutung verliert – Kinder können unpassendes Lob einschätzen, dann sind aufmunternde Worte oft besser, außerdem kann übertriebenes, unpassendes Lob dazu führen, dass bei seinem Ausbleiben Versagensängste entstehen). Diese Sprache kann täglich genutzt werden - achten sie auf angemessenes Lob, aber ein "ich hab dich lieb" sollte jeden Tag Platz haben!
Beispiele für Lob:
Achtung: Wenn die Muttersprache der Liebe Ihres Kindes Lob ist, ist Tadel
und Geschrei für dieses Kind oft sehr deprimierend und wirkt doppelt frustrierend.
Besser ein einzelnes Lob/Feedback für ein einmal gezeigtes gewünschtes Verhalten, als
hundert Tadel für hundertmal gezeigtes unerwünschtes Verhalten. Sollten Sie
doch mal einen unfreundlichen Ton anschlagen, können Sie mit einer
Entschuldigung (und evtl. einer Erklärung, warum Sie heute schlechte Laune
haben) viel wieder gut machen.
Die dritte Sprache der Liebe: Qualitätszeit
In einer Zeit, in der immer häufiger beide Elternteile berufstätig sind und Ablenkung vom Gegenüber durch ein Handy schon fast normal, fällt es immer schwerer, sich wirklich konzentriert längere Zeit mit einem Kind zu beschäftigen. Das gilt besonders, wenn es Geschwister gibt (denn jedes Kind braucht ab und zu exklusive Qualitätszeit allein mit einem Elternteil) oder wenn die Kinder älter werden. Wir haben so schon zu wenig Zeit für all das, was wir gerne erledigen wollen. Aber diese exklusive Qualitätszeit vermittelt die Botschaft: du bist mir wichtig, ich bin gern mit dir zusammen! Dabei ist es nicht so wichtig, WAS man gemeinsam macht, sondern dass man es GEMEINSAM macht! Auch sollte man die Bedeutung positiven, liebevollen Blickkontaktes dabei nicht unterschätzen. Manche Qualitätszeit (wie eine gemeinsame, bewusste Mahlzeit ohne Handy, TV etc.) sollte täglich Platz haben, anderes sollte man versuchen wöchentlich einzuplanen.
Beispiele für Qualitätszeit:
Die vierte Sprache der Liebe: Geschenke
Gemeint sind nicht andauernd kostspielige Anschaffungen (diese übersättigen die Kinder nur und lassen Kommerz zur Selbstverständlichkeit werden), sondern sorgfältig ausgesuchte, kleine Aufmerksamkeiten. Geschenke sind der fassbare Ausdruck von und Erinnerung an Liebe. Es geht dabei nicht um Lohn für geleistete Arbeit, sondern um eine unverdiente Gabe, die Freude bereiten soll. Ein Eis, damit das Kind ruhig ist, oder neues Lego, weil das Zimmer aufgeräumt wurde, sind Bestechung und Lohn, aber keine Liebesgeschenke. Kinder erkennen den Unterschied, auch wenn sie ihn nicht benennen können. Außerdem werden Liebesgeschenke auch nur als solche wahrgenommen, wenn auch andere Sprachen der Liebe genutzt werden (Präsente statt Präsenz funktioniert also nicht!), sonst werden sie mit Argwohn betrachtet. Überhäuft man Kinder (besonders häufig passiert das Trennungskindern) mit Geschenken, die lieblos ausgesucht und meist überteuert sind, werden sie oft selbst zunehmen materialistisch, weil sie lernen, menschliche Gefühle durch Geschenke zu manipulieren. Hier muss man aufpassen - denn auch wenn diese Liebessprache ebenso bedeutsam ist wie die anderen, sollte sie nicht täglich oder wöchentlich angewendet werden - sie verliert dadurch eher an Bedeutung.
Beispiele für Liebesgeschenke:
Die fünfte Sprache der Liebe: Hilfe
Vater und Mutter sind ein Dienstleistungsunternehmen – und das ist anstrengend, körperlich wie seelisch. Darum müssen sie auch gut für sich sorgen: Schlaf, Ernährung und Bewegung sollten nicht zu kurz kommen. Gefälligkeiten für Kinder sollten aus Liebe getan werden und mit dem Ziel, das Beste für´s Kind zu wollen. Ein Übermaß an Gefälligkeiten kann Kinder zu verwöhnten Egoisten machen – daher sollten sie nicht die Beziehung zu Ihrem Kind prägen, sondern immer zusammen mit den anderen Sprachen der Liebe erbracht werden. Der freiwillige Dienst am Nächsten ist dabei ein Geschenk, keine Pflicht. Verkommt es zur Pflicht, kann man damit keine Liebe geben. Gleichzeitig sollte Unterstützung stets Hilfe zur Selbsthilfe sein: ein 8-jähriges Kind kann lernen, sein Bett alleine zu machen und ein Teenager kann problemlos Waschmaschine und Trockner bedienen. Hier werden die meisten Mütter (augenrollend) sagen, dass sie natürlich täglich diese Liebessprache nutzen - aber tun sie es wirklich mit Liebe und Freude oder aus Pflichtgefühl? Ihre Kinder merken den Unterschied!
Beispiele für Hilfe:
Welche Liebessprache spricht Ihr Kind?
Bis zum Alter von 5 Jahren braucht Ihr Kind alle fünf Liebessprachen! Selbst wenn Sie das Gefühl haben, es kristalisiert sich eine Sprache besonders heraus, kann sich diese im nächsten halben Jahr wieder ändern.
Im Alter von fünf bis zehn Jahren, kann man die persönliche Liebessprache eines Kindes am besten herausfinden. Kinder ab zehn setzen laut Campbell oft schon bewusste Aktionen zur Manipulation ein, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Daher ist es schwieriger herauszufinden, ob es sich wirklich um ihre Liebessprache handelt oder sie Ihre Liebessprache imitieren.
Strafen und die Sprachen der Liebe
Erziehung hat in unserem Jahrhundert einen negativen Beigeschmack bekommen. Nichts desto trotz bieten gewisse Regeln einem Kind einen geschützen Rahmen, in dem es sich entfalten kann. Kinder müssen (laut Chapman - und ich gestehe, dass ich ihm dabei in weiten Teilen zustimme) ein gewisses Maß an Selbstdisziplin und Regelverhalten entwickeln, um in unserer Gesellschaft zu glücklichen Erwachsenen werden zu können. Ich lasse mein Kind nicht in die Flammen greifen, egal wie verlockend der Feuerschein ist. Ich lebe vor "bitte" und "danke" zu sagen. Am besten lernt das Kind, indem es uns als Erwachsener nachmacht - da nützen keine tausend Worte, wenn wir unseren Kindern unsere Ideale nicht vorleben. Nichts desto trotz: manchmal muss man Grenzen setzen und diese auch konsequent vertreten. Diese kommen aber wiederum nur beim Kind sinnvoll an, wenn es sich geliebt fühlt und wir seine Liebessprache respektieren - und wenn diese Grenzen Sinn ergeben und möglichst "natürlich" sind. Ein Kind, dass sich geliebt fühlt, ist entspannter und macht keinen Blödsinn, nur um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen oder uns zu testen. Da helfen Strafen nichts, sondern nur Liebe. Und wenn das Kind aufrichtige Reue zeugt, bringt Vergebung oft mehr als eine strafende Konsequenz.
Der Kinderpsychologe Ross Campbell hörte von Problemkindern oft den Satz, dass sie sich nicht geliebt fühlten (nicht, dass sie nicht geliebt wurden!) und entwickelte daraufhin zusammen mit Chapman "die 5 Sprachen der Liebe für Kinder". Laut Campbell kann man Kinder mit dieser Art der bedingungslosen Liebe nicht "überfüttern" oder verwöhnen - ganz im Gegenteil, vieles laufe unproblematischer, wenn Kinder genug davon bekämen und nur so würden sie zu selbstbewussten, verantwortungsvollen Erwachsenen. Das schließt aber ganz explizit nicht ein gewisses Maß an Erziehung, Disziplin oder auch mal Strafen aus.
Hier finden Sie einen Test, um Ihre eigene Liebessprache zu entdecken. Er kann auch mit dem Partner zusammen durchgeführt werden. Da Kinder bis 5 Jahre nach Cambell allerdings alle fünf Liebenssprachen benötigen, um sich psychisch gesund zu entwickeln, werde ich sie hier kurz (mit einigen praktischen Anwendungsbeispielen für den Alltag) vorstellen. Im Anschluss gibt es dann ein paar Hinweise, wie man die Liebessprache des eigenen Kindes herausfinden kann, und wie "strafen" innerhalb dieses Konzepts funktioniert.
Die erste Sprache der Liebe: Körperkontakt
Im Zeitalter von Kinderpornographie und Pädophilie-Skandalen neigen wir schnell dazu, allzu kritisch zu sein. Eine Mutter in meinem Bekanntenkreis äußerte völlig empört (wenn nicht schon panisch), dass der Nachbar mit seiner 3-jährigen Tochter zusammen bade. Natürlich gibt es Menschen, die ihre krankhaften Neigungen an unschuldigen Kindern ausleben und niemand sollte die Augen davor verschließen. Aber alle (besonders alle Männer) unter Generalverdacht zu stellen und Kindern ausreichend körperliche Zuwendung vorzuenthalten, kann nicht die Lösung sein! Untersuchungen zeigen, dass Kinder ohne ausreichend körperliche Nähe (besonders in den ersten Lebensjahren) schwere psychische Schäden davon tragen. (Deswegen sind wir persönliche auch Fans vom Tragetuch.) Das gilt für körperliche Nähe von männlichen und weiblichen Bezugspersonen gleichermaßen. Wie soll denn ein Mädchen später eine gesunde Partnerschaft aufbauen, die nie positive körperliche Zuwendung vom Vater erhalten hat? Umgekehrt müssen Sie natürlich eine Art von physischer Zuwendung finden, mit der Sie (und ihre Kinder) sich auf wohl fühlen. Gleich dafür ein paar Beispiele. Wichtig ist aber, Jungen und Mädchen hier erst einmal gleich zu behandeln! Ihre Kinder zeigen ihnen dann schon, wenn ihnen in einer bestimmten Entwicklungsphase, die eine Art lieber ist als die andere. Besonders in der Pubertät wird dies manchmal schwierig – auch wenn Kinder dann ein besonders hohes Maß an Zuneigungsbedürfnis haben. Jungs distanzieren sich, Mädchen suchen besonders die Körpernähe zum Vater (oder einer anderen männlichen Bezugsperson) – und trotzdem brauchen beide von beiden Elternteilen körperliche Zuneigung, allerdings eher in den eigenen vier Wänden, nicht mehr in der Öffentlichkeit. Diese Sprache kann problemlos und sollte durchaus täglich genutzt werden.
Beispiele für Körperkontakt
·
Arm in Arm ein Buch (vor-)lesen oder einen Film
ansehen
·
Kuscheln beim Stillen oder Flasche geben
·
eine Umarmung oder ein Kuss (z. B. bevor man das
Haus verlässt, wenn man heim kommt, ins Bett geht oder zwischendurch)
·
Streicheleinheiten beim wickeln, baden,
abtrocknen, umziehen oder eincremen
·
(Baby-)Massage
·
(Huckepack) getragen zu werden, auf Mamas/Papas
Rücken reiten dürfen etc.
·
Schulter klopfen, durchs Haar streichen (oder es
genüsslich bürsten), den Arm streicheln
·
gemeinsam toben, raufen oder Sport machen
·
eine Nacken- oder Wadenmassage nach einem
anstrengend Sport- oder Schultag
Achtung: Wenn die Muttersprache der Liebe Ihres Kindes der Körperkontakt
ist, ist negativer Körperkontakt (wie z. B. Schläge) für dieses Kind doppelt
schockierend und demütigend, wie es sowieso schon für jedes Kind ist. Aber auch Entzug von Körpernähe (z. B. Stubenarrest) ist für diese Kinder besonders deprimierend.Die zweite Sprache der Liebe: Lob
Lange bevor Kinder die Worte verstehen, können die den Tonfall und die Mimik deuten. Dabei gilt es zu unterscheiden zwischen Zuneigung und Wertschätzung (also etwas Positives über dieses Kind, das uns lieb und teuer ist, egal wie es sich gerade verhält), Lob (als Anerkennung für besondere Leistungen oder positive Verhaltensweisen) und übertriebenem oder unehrlichem Lob (das an Bedeutung verliert – Kinder können unpassendes Lob einschätzen, dann sind aufmunternde Worte oft besser, außerdem kann übertriebenes, unpassendes Lob dazu führen, dass bei seinem Ausbleiben Versagensängste entstehen). Diese Sprache kann täglich genutzt werden - achten sie auf angemessenes Lob, aber ein "ich hab dich lieb" sollte jeden Tag Platz haben!
Beispiele für Lob:
- Das hast du gut gemacht! (Am besten konkret mit dem Anlass verknüpfen: Toll, dass du Sabine mit deinem Eimer hast spielen lassen! Super, wie du Ralf zugehört hast, als er sich über das verlorene Spiel geärgert hat! Klasse, dass du wieder aufgestanden bist, als du vom Klettergerüst gefallen bist! Toll, dass du solange übst, bis es klappt/besser wird! Danke, dass du den Hund gefüttert hast (ohne: wurde aber auch Zeit)!)
- Du schaffst das! (Mut machen: Die eine 5 ist nicht schlimm, wir üben vor der nächsten Arbeit zusammen, dann klappt es bestimmt besser.)
- ein freundlicher, positiver Tonfall und eine positive Formulierung (das Gehirn versteht kein „nicht“ – oder denken Sie jetzt bitte einmal an KEINEN rosa Elefanten…) – also lieber Positives hervorheben und loben als Negatives verbieten (auch wenn es manchmal sein muss – „nimm keine Drogen“ lässt sich irgendwie nicht positiv formulieren, aber statt Geschrei oder Geleier kann man über seine Sorgen oder die negativen Folgen von Drogenkonsum sprechen
- Ich hab dich lieb! (Immer ohne „aber“ oder „würdest du mal“ – immer kompromisslos!)
- ein ehrliches Kompliment (Ich finde deine Haare schön! Du hast eine tolle Lache!)
Die dritte Sprache der Liebe: Qualitätszeit
In einer Zeit, in der immer häufiger beide Elternteile berufstätig sind und Ablenkung vom Gegenüber durch ein Handy schon fast normal, fällt es immer schwerer, sich wirklich konzentriert längere Zeit mit einem Kind zu beschäftigen. Das gilt besonders, wenn es Geschwister gibt (denn jedes Kind braucht ab und zu exklusive Qualitätszeit allein mit einem Elternteil) oder wenn die Kinder älter werden. Wir haben so schon zu wenig Zeit für all das, was wir gerne erledigen wollen. Aber diese exklusive Qualitätszeit vermittelt die Botschaft: du bist mir wichtig, ich bin gern mit dir zusammen! Dabei ist es nicht so wichtig, WAS man gemeinsam macht, sondern dass man es GEMEINSAM macht! Auch sollte man die Bedeutung positiven, liebevollen Blickkontaktes dabei nicht unterschätzen. Manche Qualitätszeit (wie eine gemeinsame, bewusste Mahlzeit ohne Handy, TV etc.) sollte täglich Platz haben, anderes sollte man versuchen wöchentlich einzuplanen.
Beispiele für Qualitätszeit:
·
Lego bauen, im Sand buddeln, Fußball spielen,
schwimmen gehen, Fahrradtour, auf der Schaukel anschupsen, …
·
sich vom Kind (mit Spaß und Geduld) beim Auto
waschen, kochen, Blumen gießen etc. helfen lassen
·
Gespräche (als Austausch von Gedanken und
Gefühlen), manchmal bietet dabei die aktuelle Situation einen Gesprächsanlass
oder die Frage, was am heutigen Tag besonders toll und/oder besonders schlimm
war – wichtig ist dabei aktiv zuzuhören: nachzufragen, Sorgen nicht
abzuwiegeln, sondern ernst zu nehmen,… aber ruhig auch mal, von sich zu
erzählen (Wurde Papa auch mal gehänselt in der Schule? Mochte Mama mit dem
Pickel auf der Nase auch mal nicht vor die Tür gehen?)
·
Vorlesen – und dabei über die Gedanken und
Gefühle der Figuren in der Geschichte reden. So lernen Kinder, ihre Gefühle
zu fühlen, wahrzunehmen, zu benennen, zu ordnen und zu äußern. Das sind
unschätzbare (und heutzutage viel zu vernachlässigte) Fähigkeiten für ein
gesundes Erwachsenendasein.
·
Gemeinsame Mahlzeiten mit aktiven Gesprächen (z.
B. morgens über die Pläne für den Tag oder abends über die Ereignisse des
Tages) – dies ist besonders mit älteren Kindern eine gute Möglichkeit, in
Kontakt zu bleiben!
·
Ein gemeinsamer Familienurlaub – in dem man sich
dann auch mal wieder bewusst Zeit füreinander nimmt.
Achtung: Wenn die Muttersprache der Liebe ihres Kindes Qualitätszeit ist,
wird es bei mangelnder Qualitätszeit sich entweder in sich zurück ziehen oder
etwas anstellen, um wenigstens negative Aufmerksamkeit zu bekommen. Die vierte Sprache der Liebe: Geschenke
Gemeint sind nicht andauernd kostspielige Anschaffungen (diese übersättigen die Kinder nur und lassen Kommerz zur Selbstverständlichkeit werden), sondern sorgfältig ausgesuchte, kleine Aufmerksamkeiten. Geschenke sind der fassbare Ausdruck von und Erinnerung an Liebe. Es geht dabei nicht um Lohn für geleistete Arbeit, sondern um eine unverdiente Gabe, die Freude bereiten soll. Ein Eis, damit das Kind ruhig ist, oder neues Lego, weil das Zimmer aufgeräumt wurde, sind Bestechung und Lohn, aber keine Liebesgeschenke. Kinder erkennen den Unterschied, auch wenn sie ihn nicht benennen können. Außerdem werden Liebesgeschenke auch nur als solche wahrgenommen, wenn auch andere Sprachen der Liebe genutzt werden (Präsente statt Präsenz funktioniert also nicht!), sonst werden sie mit Argwohn betrachtet. Überhäuft man Kinder (besonders häufig passiert das Trennungskindern) mit Geschenken, die lieblos ausgesucht und meist überteuert sind, werden sie oft selbst zunehmen materialistisch, weil sie lernen, menschliche Gefühle durch Geschenke zu manipulieren. Hier muss man aufpassen - denn auch wenn diese Liebessprache ebenso bedeutsam ist wie die anderen, sollte sie nicht täglich oder wöchentlich angewendet werden - sie verliert dadurch eher an Bedeutung.
Beispiele für Liebesgeschenke:
·
liebevoll ausgesuchte, lang (nicht spontan)
gewünschte Geschenke aller Art (auch Spielzeuge, wobei man dabei besonders
sorgfältig den Spiel- und Lernfaktor abwägen sollte)
·
auch Praktisches kann ein schönes Liebesgeschenk
sein, wenn z. B. der neue Bleistift für die Schule besonders sorgfältig mit
einem tollen Motiv ausgesucht wurde und mit Freude überreicht wird.
·
der Lieblingsjoghurt oder das Lieblingsgetränk
vom Einkaufen mitbringen
·
Abgesehen von Weihnachten und Geburtstag dürfen
besonders ältere Kinder Geschenke auch ruhig mit aussuchen: den neuen Pulli,
ein neues Paar Schuhe, die lang ersehnte CD,…
·
Geschenke müssen nicht immer etwas kosten: eine
besonders schöne Blume oder ein toll geformter Stein von unterwegs können
genauso Freude bereiten wie eine selbst gebastelte Karte oder eine selbst zusammen
gestellte CD.
Achtung: Wenn die Muttersprache der Liebe Ihres
Kindes Geschenke sind, macht ihm eine liebevolle Verpackung, rituelles
Auspacken und emotionale Danksagungen genauso viel Freude wie das Geschenk
selbst – weil Sie sich Zeit genommen haben, um dies für ihr Kind vorzubereiten.
Ein Geschenk, was kaputt gegangen ist oder noch schlimmer: zurückgenommen wird (und sei es auch nur zeitweilig als Strafe),
ist für dies Kind besonders schlimm. Die fünfte Sprache der Liebe: Hilfe
Vater und Mutter sind ein Dienstleistungsunternehmen – und das ist anstrengend, körperlich wie seelisch. Darum müssen sie auch gut für sich sorgen: Schlaf, Ernährung und Bewegung sollten nicht zu kurz kommen. Gefälligkeiten für Kinder sollten aus Liebe getan werden und mit dem Ziel, das Beste für´s Kind zu wollen. Ein Übermaß an Gefälligkeiten kann Kinder zu verwöhnten Egoisten machen – daher sollten sie nicht die Beziehung zu Ihrem Kind prägen, sondern immer zusammen mit den anderen Sprachen der Liebe erbracht werden. Der freiwillige Dienst am Nächsten ist dabei ein Geschenk, keine Pflicht. Verkommt es zur Pflicht, kann man damit keine Liebe geben. Gleichzeitig sollte Unterstützung stets Hilfe zur Selbsthilfe sein: ein 8-jähriges Kind kann lernen, sein Bett alleine zu machen und ein Teenager kann problemlos Waschmaschine und Trockner bedienen. Hier werden die meisten Mütter (augenrollend) sagen, dass sie natürlich täglich diese Liebessprache nutzen - aber tun sie es wirklich mit Liebe und Freude oder aus Pflichtgefühl? Ihre Kinder merken den Unterschied!
Beispiele für Hilfe:
· z. B. jeden Tag für eine liebevoll zubereitete
Mahlzeit zu sorgen oder ein tolles Pausenbrot zu packen. – Für das Wohl des Kindes ist es aber auch ein
Liebesdienst, ihm beizubringen, für sich selbst (und andere) zu kochen.
·
Gemeinsam an sozial engagierten Hilfsprojekten
teilnehmen. (Kinder müssen Zuwendung und Beistand erfahren, aber sie lernen
auch an Ihnen als Vorbild.)
·
Hilfe bei Hausaufgaben, Betten machen,
Fahrradreparaturen, Pannen, …
Achtung: Wenn die Muttersprache der Liebe Ihres Kindes die Hilfe ist, ist die
Bitte nach einem reparierten Spielzeug zugleich auch die Bitte, dies mit Freude
und Zuneigung zu tun. Das heißt nicht, dass Sie immer nach seiner Pfeife tanzen
müssen, aber sehr wohl, dass auf jede an Sie herangetragene Bitte mit Liebe
reagiert werden muss.Welche Liebessprache spricht Ihr Kind?
Bis zum Alter von 5 Jahren braucht Ihr Kind alle fünf Liebessprachen! Selbst wenn Sie das Gefühl haben, es kristalisiert sich eine Sprache besonders heraus, kann sich diese im nächsten halben Jahr wieder ändern.
Im Alter von fünf bis zehn Jahren, kann man die persönliche Liebessprache eines Kindes am besten herausfinden. Kinder ab zehn setzen laut Campbell oft schon bewusste Aktionen zur Manipulation ein, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen. Daher ist es schwieriger herauszufinden, ob es sich wirklich um ihre Liebessprache handelt oder sie Ihre Liebessprache imitieren.
- Achten Sie darauf, wie Ihr Kind Ihnen und anderen gegenüber seine Liebe ausdrückt, denn ein Kind (besonders von 5 bis 10 Jahren) spricht in der Liebessprache, in der es angesprochen werden möchte!
- Achten Sie darauf, worum Ihr Kind auffällig oft bittet oder worüber es sich auffällig oft beklagt. Beides ist normal und kommt vor, aber wenn Ihr Kind immer wieder fragt, wie Sie etwas finden, oder sich auffällig oft über fehlende Zeit beklagt, ist seine Liebessprache vermutlich Lob bzw. Qualitätszeit.
- Das 15-Wochen-Experiment: Entscheiden Sie sich bewusst für eine Liebessprache und versuchen Sie sie zwei Wochen lang täglich mehrmals anzuwenden. Beobachten Sie die Reaktion Ihres Kindes. Wenn es auffallend positiv reagiert, haben Sie seine Liebessprache vermutlich gefunden. Zwischen den zwei Wochen, in denen Sie bewusst eine Liebessprache verstärkt ausprobieren, sollte eine "normale" Woche Pause liegen. Sprachen Sie möglichst nicht über die "Liebessprachen", sondern antworten Sie auf Nachfragen Ihres Kindes eher damit, dass Sie bewusst mehr Zeit mit ihm verbringen wollen oder ihm zeigen wollen, wie wichtig er/sie Ihnen ist.
- Bieten Sie Ihrem Kind Alternativen an: "Ich habe morgen Nachmittag frei. Wollen wir auf den Spielplatz gehen oder sollen wir nach neuen Schuhen gucken?" (Qualitätszeit oder Geschenke) "Wollen wir heute Abend zusammen einen großen Obstsalat zum Nachtisch machen oder soll ich dir lieber beim Vokabeln lernen helfen?" (Qualitätszeit oder Hilfe) Notieren Sie sich die Antworten Ihres Kindes über einen längeren Zeitraum, auch wenn es einen eigenen Gegenvorschlag macht. In der Summe wird die Wahl am häufigsten auf die Liebessprache Ihres Kindes fallen. (Sinnvoll sind ca. 30 Alternativangebote in denen alle fünf Liebessprachen gleichmäßig verteilt sein sollten.)
- für das fünfjährige Kind: Soll ich dir ein paar Pfannkuchen backen oder wollen wir zum Spielplatz? (Geschenk - Qualitätszeit) Wollen wir ein Spiel spielen? Es heißt, "ich finde toll an dir, dass..." und wem mehr einfällt, der hat gewonnen. Oder wollen wir zusammen deine Feuerwehr reparieren? (Lob - Hilfe) Wenn ich nächste Woche verreist bin, soll ich dir was Schönes mitbringen oder dir lieber jeden Abend am Telefon ins Ohr flüstern, warum ich dich so sehr vermisse? (Geschenke - Lob)
- für das zehnjährige Kind: Möchtest du zum Geburtstag lieber ein neues Fahrrad oder eine kleine Reise mit mit/uns? (Geschenk - Qualitätszeit) Wenn wir zu Oma fahren, sollen wir dein Zeugnis einpacken, damit sie sieht, wie gut du bist oder sollen wir lieber nichts sagen, aber ich kaufe dir eine kleine Belohnung? (Lob - Geschenke) Soll ich deinen abgestürzten Computer reparieren oder wollen wir lieber draußen Basketball spielen? (Hilfe - Qualitätszeit/Körperkontakt)
- für den 15-jährigen Teenager: Wollen wir Samstag einen neuen Pulli für dich suchen oder lieber mal wieder eine lange Radtour mit Picknick machen? (Geschenk - Qualitätszeit) Wollen wir das kaputte Mofa am Wochenende zusammen reparieren oder soll ich es alleine machen, damit du mit deinen Freunden ausgehen kannst? (Qualitätszeit - Hilfe) Du wirkst so genervt, ich würde dir gern helfen. Soll ich dich etwas aufmuntern oder dir lieber mal die Schulter massieren? (Lob - Körperkontakt)
Bei Teenagern ist das Erfüllen des Liebesbedürfnisses besonders schwierig. Sie brauchen besonders viel, blocken uns aber besonders mürrisch ab und die Zeitfenster, in denen sie unsere Zuneigung annehmen können, sind oft sehr klein. Wenn Sie die Liebessprache Ihres Kindes kennen, versuchen Sie sie so unauffällig, aber so häufig wie mögich immer wieder einzubauen. Gleichzeitig testen Teenager immer wieder, ob wir sie wirklich lieben. Der beste Beweis ist hier: Ruhe bewahren und freundlich bleiben, egal wie anstrengend ihre Test sind.
Strafen und die Sprachen der Liebe
Erziehung hat in unserem Jahrhundert einen negativen Beigeschmack bekommen. Nichts desto trotz bieten gewisse Regeln einem Kind einen geschützen Rahmen, in dem es sich entfalten kann. Kinder müssen (laut Chapman - und ich gestehe, dass ich ihm dabei in weiten Teilen zustimme) ein gewisses Maß an Selbstdisziplin und Regelverhalten entwickeln, um in unserer Gesellschaft zu glücklichen Erwachsenen werden zu können. Ich lasse mein Kind nicht in die Flammen greifen, egal wie verlockend der Feuerschein ist. Ich lebe vor "bitte" und "danke" zu sagen. Am besten lernt das Kind, indem es uns als Erwachsener nachmacht - da nützen keine tausend Worte, wenn wir unseren Kindern unsere Ideale nicht vorleben. Nichts desto trotz: manchmal muss man Grenzen setzen und diese auch konsequent vertreten. Diese kommen aber wiederum nur beim Kind sinnvoll an, wenn es sich geliebt fühlt und wir seine Liebessprache respektieren - und wenn diese Grenzen Sinn ergeben und möglichst "natürlich" sind. Ein Kind, dass sich geliebt fühlt, ist entspannter und macht keinen Blödsinn, nur um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen oder uns zu testen. Da helfen Strafen nichts, sondern nur Liebe. Und wenn das Kind aufrichtige Reue zeugt, bringt Vergebung oft mehr als eine strafende Konsequenz.
Manchmal möchte man als Eltern aber ja vielleicht doch mal ein paar Konsequenzen setzen. Diese wirken am besten, wenn sie nicht in enger Beziehung zur Liebessprache des Kindes stehen (denn dann fühlt das Kind nicht nur sein Verhalten bestraft, sondern auch sich als Mensch ungeliebt) und vor und nach der Strafe die Liebessprache des Kindes zum Einsatz kommt. Wenn die Liebessprache eines Kindes z. B. Lob ist, sollte man es nicht mit Vorwürfen überhäufen, sondern ihm vor und/oder nach der eigentlichen "Strafe" sagen, dass man es lieb hat (oder falls möglich ein Lob für etwas anderes einfließen lassen). Wenn die Liebessprache des Kindes die körperliche Nähe ist, kann man es, bevor und/oder nachdem man über die Konsequenzen einer Handlung spricht, in den Arm nehmen (das körperliche Züchtigung nicht nur bei diesen Kindern keine Option ist, sollte ich hier hoffentlich nicht betonen müssen, aber auch Stubenarrest ist für Körperkontakt-Kinder keine angemessene Strafe).
Erziehungsmittel nach Chapman und Campbell sind folgende:
Erziehungsmittel nach Chapman und Campbell sind folgende:
- Bitten: es signalisiert, dass wir dem Kind die Verantwortung für das eigene Verhalten übertragen und seine Gefühle respektieren, es impliziert aber auch, dass die Bitte abgelehnt werden kann (es funktioniert daher leider nicht immer ;) )
- Ge- und Verbote: freundlich formuliert, aber konsequent durchgesetzt - hier übernehmen wir die Verantwortung, da wir die Autorität sind
- sanfter physischer Druck (besonders bei Kleinkindern): das Kind festhalten, wenn es nicht über die Straße laufen soll
- Strafen: Sie sollten wenn möglich eine logische Konsequenz aus dem Vergehen sein (du warst nicht pünktlich zu Hause, also darfst du morgen nicht weg - du hast die Fensterscheibe zerstört, also bekommst du eine Zeit lang weniger Taschengeld, um dich an den Kosten zu beteiligen) und im fairen Verhältnis zum Verhalten stehen (Kinder haben einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn). Am besten schreiben Sie sich vorher schon mögliche Konsequenzen auf, die auch zu ihrem Kind passen, um in der entsprechenden Situation schnell angemessen reagieren zu können. Ab einem gewissen Alter können Sie Ihr Kind auch fragen, was es selbst für angemessen hält. Das ist manchmal sehr aufschlussreich und gibt Ihrem Kind die Verantwortung für das eigene Verhalten - auch wenn Sie letztendlich die Entscheidung treffen. Wichtig ist: das Verhalten zu kritisieren und zu bestrafen - nicht das Kind als Wesen!
- Einfluss durch Lohn und Strafe: ein gewünschtes Verhalten belohnen, ein ungewünschtes Verhalten bestrafen. Dies ist vor allem bei längerfristigen Problemen sinnvoll (noch sinnvoller ist meiner Meinung nach: die Ursache des Problems zu suchen!), sollte aber prinzipiell eher sparsam eingesetzt werden, damit die Liebe/Zuwendung nicht als verhaltensabhängig, sondern immer als bedingungslos vom Kind wahrgenommen wird!
Samstag, 13. Juni 2015
Fahrrad fahren mit Kind
Kind und Fahrrad fahren gehören zusammen wie Pommes und Ketschup. :)
Dabei gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten und Radfahrtypen.
Solange ich auf dem Land lebte, waren Radtouren für mich
Freizeitbeschäftigungen, seit ich in der (Radfahrer-)Stadt lebe, ist das
Fahrrad für mich mein Hauptverkehrsmittel (weil es einfach praktischer
ist). Hier möchte ich die vier häufigsten Varianten vom Rad fahren mit
Kind mit ihren Pros und Contras vorstellen, mit denen ich Erfahrungen machen konnte:
Lenkersitz, Gepäckträgersitz, Fahrradanhänger und Lastenrad.
Sitz am Lenker
Sitz auf dem Gepäckträger
Fahrradanhänger
Lastenrad
Lenkersitz, Gepäckträgersitz, Fahrradanhänger und Lastenrad.
Sitz am Lenker
- das Kind kann alles sehen
- man kann sich mit dem Kind unterhalten
- vergleichsweise günstig
- das Kind kann einem ins Lenkrad greifen
- das Kind hat keinen Schutz am Rücken bei einem Unfall
- bei einem Unfall bekommt das Kind häufig den Lenker unsanft zu spüren
- das Handling des Rades wird stark eingeschränkt durch den Sitz
- erst ab dem sehr sicheren Sitzen geeignet (ab 1 Jahr)
Sitz auf dem Gepäckträger
- das Kind hat durch die hohe Rückenlehne einen gewissen Schutz bei Unfällen
- Gespräche mit dem Kind sind noch (eingeschränkt) möglich
- das Kind kann Mama/Papa problemlos vor sich sehen
- das Kind kann im Sitz einschlafen
- verhältnismäßig preisgünstige Variante
- das Kind kann nur rechts und links was sehen
- die Eltern können das Kind nicht sehen
- erst ab dem Sitzen geeignet (ca. 11-12 Monate)
Fahrradanhänger
- kann bei Bedarf zum (etwas sperrigen) Kinderwagen umgebaut werden
- gibt es in der Variante für ein oder zwei Kinder
- die Kinder können Mama und Papa vor sich sehen
- bietet zusätzlichen Stauraum für Einkäufe oder Laufrad
- schneidet bei Crashtests am sichersten ab (er steht sicher auf zwei Rädern, wenn das Rad umkippt oder wird bei einer Kollision mit dem Auto nur weggeschoben)
- die Kinder sind rund herum durch den Anhänger geschützt
- die Kinder haben viel Platz, können bequem einschlafen und Getränke oder Snacks in den Seitentaschen verstauen
- kann einfach zwischen verschiedenen Familienrädern gewechselt werden
- praktisch im alltäglichen Gebrauch durch Regen-, Sonnen- und Fliegenschutz für die Kinder
- besser gefedert als normale Räder, so dass die Belastung der Wirbelsäule für die Kinder mit einem Kinderwagen vergleichbar ist
- ist ab einem Kindesalter von 6-8 Wochen möglich (durch Zusätze wie z. B. eine Babyschale o.ä.)
- teurer als ein Fahrradsitz (400-1000€, die teuren Varianten lohnen sich nur bei fast täglichem Gebrauch, ihr Hauptvorteil ist die längere und strapazierbarere Haltbarkeit der Materialien)
- besonders die Variante für zwei Kinder ist breiter als das Fahrrad und erschwert damit die Wendigkeit
- das zu bewegende Gewicht ist höher als bei einem Sitz am Fahrrad
- das Kind hat ein eingeschränktes Sichtfeld
- die Eltern können das Kind nicht sehen und Gespräche sind nur sehr eingeschränkt möglich
Lastenrad
- das Kind kann viel sehen (bei Regen-/Sonnenverdecken wird das Sichtfeld eingeschränkter)
- die Eltern können die Kinder sehen
- Kommunikation (je nach Wetterlage etwas eingeschränkt bis) vergleichsweise problemlos möglich
- bein Unfällen ein gewisser Schutz durch Seitenwände etc.
- in vielen verschiedenen Varianten und Preisklassen erhältlich (mit abnehmabren Kinderteil, für 2-3 Kinder, als Drei- oder Zweirad, als eBike, mit großem oder kleinem Lastenteil, ...)
- zusätzlicher Anhängebetrieb möglich
- ab Geburt (mit MaxiCosi-Einsatz) möglich
- wenn die Kinder "rausgewachsen" sind immer noch als Einkaufsrad nutzbar
- besser gefedert als normale Räder, so dass die Belastung der Wirbelsäule für die Kinder mit einem Kinderwagen vergleichbar ist
- wetterfest nutzbar (mit Regenverdeck etc.)
- wendiger und übersichtlicher als ein Anhänger
- sehr teuer (1500€-6500€)
- je nach Größe: weniger zusätzlicher Stauraum als im Anhänger
- das zu bewegende Gewicht ist höher als beim Fahrradsitz
- meistens nichts als KiWa am Ziel nutzbar (es gibt eine Ausnahme, kenne aber die Marke nicht)
- Verletzungrisiko ist nicht nur bei Unfällen größer als beim Anhänger, sondern auch beim normalen Fahren (unser Sohn schlug sich schon mal am Holzrand die Lippe auf bei einer normalen Fahrt - dem kann man aber mit Schaumstoff-Randschutz (oder einer aufgesetzten Poolnudel) abhelfen)
- Bequemlichkeiten wie Kopfstützen zum Schlafen während der Fahrt oder Getränkehalter müssen in Eigenkreativität irgendwie nachgerüstet werden
Freitag, 12. Juni 2015
Geschenkideen: Geburt - Kleinkider - Kinder
Wovon ich wirklich begeistert bin - Geschenkideen für verschiedene
Preis- und Altersklassen (wird je Erfahrung und Alter unserer Kinder
ergänzt)
Geschenke zur Geburt
Geschenke zur Geburt
- Trageberatung (ca 30€, man kann verschiedene Tragehilfen und Bindeweisen ausprobieren)
- Ayuvedische Wochenbettbehandlung (ca 50€, sehr entspannend für Mutter und Kind möglich)
- Osteopathie-Behandlung (ca. 35€, löst viele Nach-Geburts-Probleme bei Mutter und Kind, wird inzwischen auch z. T. von den meisten Krankenkassen übernommen!)
Geschenke zum ersten Geburtstag
Geschenke zum ersten oder zweiten Geburtstag
- Holzpuzzle/Steckpuzzle (ca 9€)
- Hör mal - Bücher vom Carlsen Verlag (10€, mit Aufnahmen echter Geräusche und Tierstimmen)
- Pukylino (35€, 4-rädriges Laufrad)
Geschenke zum ersten oder zweiten Geburtstag
- Regenbogenwippe (135€, Regenbogenwippe zum Krabbeln, Klettern, Wippen, als Einkaufstresen oder Puppenbett,... lange bespielbar)
- Haba meine erste Kugelbahn (ca 13€-60€ je nach Set, immer erweiterbar, ab 1 Jahr spannend, ab ca 2 Jahren alleine aufbaubar)
- Eisenbahn - Brio Holz oder Duplo elektrisch (ab ca 30€ - immer erweiterbar, lange spannend)
- Rutsche für drinnen und draußen (ab 30€)
- Großes Trampolin für draußen (fördert Motorik und Gleichgewicht, ab 150€)
- Spielküche (30-150€)
- CD-Spieler (ab ca 30€) mit Musik-CDs (z. B. Giraffenaffen, ab 7€) und/oder ab dem zweiten Geburtstag auch mit einfachen Hörspielen (z. B. Bobo Siebenschläfer, Bob der Baumeister, Feuerwehrmann Sam,... ab 6€)
- Kinderbesteck und/oder -geschirr (ab 10€)
Geschenke zum zweiten Geburtstag
- Laufrad (fördert Motorik und Gleichgewicht, ab 30€)
- Bobo Siebenschläfer Buch (6€, lieben alle Kinder komischerweise)
- Haba Meine ersten Spiele - erster Obstgarten (20€, zum freien Spiel und Regelspiel, macht Spaß und lehrt erste Farben und Spielregeln)
- Tip Toi Starterset Bauernhof (40€, Buch mit Stift, der Geräusche vorspielt oder Geschichten vorliest, eigentlich ab 4 Jahren empfohlen, die Geräuscheseite sind aber schon viel eher spannend zu entdecken, bleibt durch unterschiedlich schwere Funktionen lange spannend, durch viele weitere Bücher und Spiele bis ca 10 Jahre erweiterbar)
- Puppenwagen (ab 15€, egal ob Junge oder Mädchen: Puppen oder Teddys werden immer gern geschoben)
Geschenke zum dritten Geburtstag
- Puzzle (ca 25-40 Teile, 5-15€, scheint alle Kinder in dem Alter zu fesseln und fördert logisches Denken)
- erste Brettspiele (z. B. Tempo kleine Fische, Memory oder erste Spiele von Haba, 10-25€, fördert Regelspiel und Konzentration)
- Fernlenkbare Fahrzeuge (15-300€)
- Roller (25-200€, schult Motorik und Gleichgewicht)
- Fußball mit Tor/Torwand (10-100€)
- Puppenzubehör (Kleidung, Bett, etc., ab 10€)
- Events: z. B. Gutscheine für Schwimmbad oder Indoorspielplatz
- Fahrrad
Geschenke zum vierten Geburtstag
- Lego Junior
- Events (Spielzeug haben sie im Normalfall mehr als genug!): z. B. gemeinsame Schwimmbad- oder Zoobesuche, Eisessen und gemeinsames Spielen auf einem Spielplatz (wozu Mama nicht immer Zeit hat...)
Dienstag, 2. Juni 2015
Produkte für Kinder
Hier möchte ich immer wieder Dinge vorstellen, für die ich als Produkttesterin ausgewählt wurde oder die mich so begeistern, dass ihr sie unbedingt kennen lernen solltet. Hier gibt es also immer mal wieder Neues zu entdecken.
Jacko-O Tierklavier:
Ich persönlich fand es sofort gut. Durch die unterschiedlichen Funktionen (Tiergeräusche, Klaviertönen, "Notenblätter" mit Tierbildern und einfachen Liedern) halte ich es für lange bespielbar, die softe (und waschbare) Oberfläche macht es auch zu einem guten Spielzeug für Autofahrten (niemand kann verletzt werden, wenn es mal durch den Wagen fliegt). Unser Sohn fand es aber nur sehr gelegentlich bei Autofahrten überhaupt mal bespielenswert, unsere Tochter hat es mehr begeistert, aber auch nicht so sehr, dass ich es gekauft hätte, hätte ich das vorher gewusst.
Ich persönlich fand es sofort gut. Durch die unterschiedlichen Funktionen (Tiergeräusche, Klaviertönen, "Notenblätter" mit Tierbildern und einfachen Liedern) halte ich es für lange bespielbar, die softe (und waschbare) Oberfläche macht es auch zu einem guten Spielzeug für Autofahrten (niemand kann verletzt werden, wenn es mal durch den Wagen fliegt). Unser Sohn fand es aber nur sehr gelegentlich bei Autofahrten überhaupt mal bespielenswert, unsere Tochter hat es mehr begeistert, aber auch nicht so sehr, dass ich es gekauft hätte, hätte ich das vorher gewusst.
Braun Ohrenthermomether:
Es ist einfach zu bedienen und es lässt sich die Temperatur schnell und unproblematisch regelmäßig kontrollieren. Unsere Kinder finden das Fieber messen im Ohr sehr spannend und hält toll still. Zum Überwachen der Fieberkurve gibt es eine Memo-Funktion. Jedoch sollte man bei einer Ohrenmessung immer 0,5-1 Grad oben drauf rechnen. Die Farbskalierung (grün= Temperatur ok, orange= erhöht, rot= Fieber) funktioniert nicht immer eindeutig, man kann aber auch in der Bedienungsanleitung nachlesen, ab wann welche Temperatur für welches Alter kritisch wird.
Leguanos:
Es sind sozusagen Stoppersocken für draußen, so genannte Barfuß-Schuhe. Das Laufen darin ist dem Barfußlaufen so ähnlich wie nur möglich. Unsere Kinder tragen sie beide bis zum ersten Winter, in dem sie draußen laufen, ausschließlich, danach noch als Haus- und Sommerschuh. Auch wir tragen sie Frühling bis Herbst. Kein Schuh behindert den Fuß oder das Gefühl für's Laufen, die Fuß-, Bein- und Rückemmuskulatur wird ganz anders beansprucht, Gelenke und Bandscheiben geschont. Probiert es aus, es lohnt sich.
Es sind sozusagen Stoppersocken für draußen, so genannte Barfuß-Schuhe. Das Laufen darin ist dem Barfußlaufen so ähnlich wie nur möglich. Unsere Kinder tragen sie beide bis zum ersten Winter, in dem sie draußen laufen, ausschließlich, danach noch als Haus- und Sommerschuh. Auch wir tragen sie Frühling bis Herbst. Kein Schuh behindert den Fuß oder das Gefühl für's Laufen, die Fuß-, Bein- und Rückemmuskulatur wird ganz anders beansprucht, Gelenke und Bandscheiben geschont. Probiert es aus, es lohnt sich.
Tupper-Messer:
Es gibt von Tupper einen Tortenheber zur Transportbox, der so konzipiert ist, dass man mit ihm auch unterwegs die Torte schneiden kann. Daa hat den Nebeneffekt, dass Kinder damit nicht allzu hartes Obst und Gemüse selbst schneiden können, ohne dass sie sich schneiden können, und so bei der Essenszubereitung mit einem eigenen großen Messer helfen können. Unsere lieben das!
Es gibt von Tupper einen Tortenheber zur Transportbox, der so konzipiert ist, dass man mit ihm auch unterwegs die Torte schneiden kann. Daa hat den Nebeneffekt, dass Kinder damit nicht allzu hartes Obst und Gemüse selbst schneiden können, ohne dass sie sich schneiden können, und so bei der Essenszubereitung mit einem eigenen großen Messer helfen können. Unsere lieben das!
Mama Natura Insectolin Gel:
Pflegt irritierte und gerötete Haut! Laut Hersteller "nur" nach Insektenstichen, mein Test zeigt aber: auch in anderen Situationen (zB bei einer allergischen Reaktion bei mir). Und das Beste: man kann es auch bei Säuglingen, Schwangeren und Stillenden verwenden. Klare Empfehlung von mir!
Sonntag, 17. Mai 2015
Stillen vs. Flasche
Ich bin pro stillen, aber den Mythos, dass jede Frau stillen kann, halte ich für das Dümmste was man Schwangeren sagen kann, die überlegen zu stillen. Das ist, als ob ich sage: jeder Mensch kann laufen. Zum einen gibt es immer mal wieder welche, die es eben nicht können - und sich durch solche Allgemeinsätze nicht besser fühlen. Zum anderen kann auch niemand einfach aufstehen und loslaufen - sondern braucht jemanden, den sie beobachten kann, jemanden, der mal die Hand reicht bei den ersten Versuchen und jemanden, der beim aufgeschlagenen Knie ein Pflaster hat. Übertragen auf das Stillen heißt das: vor 100 Jahre konnte vielleicht tatsächlich jede Frau stillen - weil sie es überall beobachten konnte, Mama, Nachbarin oder Freundin ihr sagen konnte, worauf man achten sollte, was hilft etc.
Rein physisch können sicherlich 95% der Frauen stillen, egal welche Form und Größe Brüste und Brustwarzen haben. Aber: ich kenne niemanden (!) bei dem es nicht zwei bis vier Wochen dauert, bis das Stillen problemlos klappte. Und das waren diejenigen, die gesunde Kinder hatten und neben einer stillfreundlichen Hebamme und einem stillfreundlichen Krankenhaus noch zusätzlich eine Stillberaterin und einen unterstützenden Partner/Umfeld und einen stillfreundlichen Kinderarzt hatten, sowie Zeit genug zu essen und zu trinken und Ruhe entspannt zu stillen. Fällt einer dieser Faktoren weg, dauerte das problemlose Stillen länger - oder blieb immer eher ein K(r)ampf statt eine für Mutter und Kind entspannte Sache. Ich erinnere mich, wie ich in der ersten Nacht zu Hause verzweifelt weinte, weil unser Sohn vor Durst schrie aber nicht andocken konnte - bis mein Mann (der nur einen einzigen Artikel über Schwangerschaft und Babyzeit gelesen hatte - aber der war über´s Stillen) den "C-Griff" anwendete.
Rein physisch können sicherlich 95% der Frauen stillen, egal welche Form und Größe Brüste und Brustwarzen haben. Aber: ich kenne niemanden (!) bei dem es nicht zwei bis vier Wochen dauert, bis das Stillen problemlos klappte. Und das waren diejenigen, die gesunde Kinder hatten und neben einer stillfreundlichen Hebamme und einem stillfreundlichen Krankenhaus noch zusätzlich eine Stillberaterin und einen unterstützenden Partner/Umfeld und einen stillfreundlichen Kinderarzt hatten, sowie Zeit genug zu essen und zu trinken und Ruhe entspannt zu stillen. Fällt einer dieser Faktoren weg, dauerte das problemlose Stillen länger - oder blieb immer eher ein K(r)ampf statt eine für Mutter und Kind entspannte Sache. Ich erinnere mich, wie ich in der ersten Nacht zu Hause verzweifelt weinte, weil unser Sohn vor Durst schrie aber nicht andocken konnte - bis mein Mann (der nur einen einzigen Artikel über Schwangerschaft und Babyzeit gelesen hatte - aber der war über´s Stillen) den "C-Griff" anwendete.
Stillen ist gesünder für Mutter und Kind. Es senkt das Brustkrebsrisiko ebenso wie das Risko für Übergewicht und stärkt das Immunsystem.
Und (ich muss gestehen der Hauptgrund, warum ich ein Jahr gestillt habe): es ist unfassbar praktisch! Man hat es immer hygenisch und in der richtigen Temperatur dabei. Und wenn man das Glück hat wie wir, dass unser Sohn ohne Saugverwirrung problemlos auch mal die Flasche nimmt, kann man sich durch Abpumpen auch immer mal ein paar freie Stunden erschleichen (sei es um mit Freundinnen ins Kino zu gehen oder schon mal ins Bett, während Papa die letzte Abendrunde übernimmt) und die Bindung zum Papa durch die Flasche stärken.
Daher bin ich ein großer Freund davon, es zumindest zu versuchen.
Und (ich muss gestehen der Hauptgrund, warum ich ein Jahr gestillt habe): es ist unfassbar praktisch! Man hat es immer hygenisch und in der richtigen Temperatur dabei. Und wenn man das Glück hat wie wir, dass unser Sohn ohne Saugverwirrung problemlos auch mal die Flasche nimmt, kann man sich durch Abpumpen auch immer mal ein paar freie Stunden erschleichen (sei es um mit Freundinnen ins Kino zu gehen oder schon mal ins Bett, während Papa die letzte Abendrunde übernimmt) und die Bindung zum Papa durch die Flasche stärken.
Daher bin ich ein großer Freund davon, es zumindest zu versuchen.
ABER: Es gibt auch sehr gute Gründe, nicht zu stillen: physische oder psychische Erkrankungen sind nur eines davon. Ich kenne auch Mütter, die es sich emotional nicht zutrauten oder während der Schwangerschaft durch Übelkeit so viel Gewicht verloren hatten, dass sie kaum Milch produzieren konnten - und das wenige versiegte durch den Stress, den sie sich wegen des Stillens machten (zumal die Muttermilch nach extremer Abnahme auch oft mit den im Fettgewebe eingelagerten Schadstoffen versetzt sein kann).
Im Endeffekt braucht ein Kind meiner Meinung nach eine glückliche Mutter dringender als eine stillende Mutter!
Im Endeffekt braucht ein Kind meiner Meinung nach eine glückliche Mutter dringender als eine stillende Mutter!
Trotzdem: wer gerne stillen möchte, sollte sich eine Stillberaterin suchen (auch ruhig schon wie eine Hebamme vor der Geburt) und/oder eine Stillgruppe. NIEMAND stillt von Anfang an problemlos. Und so natürlich stillen auch ist - früher lernte man es durch Beobachtung (weil es omnipräsent war) und von der eigenen Mutter. Heute sollte man sich diesen Luxus ebenfalls gönnen. Stillberaterinnen wissen wirklich in 90% der Fällen Rat. Und: Hebammen sind keine Stillberaterinnen! Wenn ihr Glück habt, ist eure Hebi pro stillen - aber selbst dann sind ihre Ausbildung und ihr Erfahrungen andere als die einer Stillberaterin!
Auch beim Stillen in der Öffentlichkeit scheiden sich ja die Geister. Ich habe in Cafés und Bushaltestellen gestillt - sogar während des Spaziergangs im Tragetuch. Damit muss jede Mutter sich aber selbst wohlfühlen. Aber ein Poncho verdeckt das meiste und erleichtert die Mobilität (besser als wenn man immer zu Hause sein muss zum Stillen). Dumme Kommentare gibt es immer mal wieder, aber zum Glück steigt die Akzeptanz immer mehr. Ein Pastor sagte mir mal, Jesus sei auch gestillt worden, daher sei das in seiner Kirche kein Problem. :)
Ein letzter Aspekt noch zum Stillen: ich finde es erschreckend, wie viele selbst ernannte Still-Experten es gibt, die selbst gar nicht oder nur kurz (6 Monate oder weniger) gestillt haben. Besonders von diesen Freunden und Bekannten bekam ich oft den Rat "Dann still doch ab!" - egal bei welchem Problem. Denn für diese ist Stillen = Nahrung. Aber die meisten Stillenden wissen oder spüren: Stillen ist so viel mehr als Nahrung. (Eine Freundin von mir hatte große Probleme mit dem Stillen. Nach drei Monaten arbeitet sie komplett dual: Nahrung kam aus der Flasche - gestillt wurde "für den Rest". ;) ) Phasenweise "stillte" (nuckelte an der Brust ohne zu trinken) unsere Tochter sechs Stunden nachts - das schlaucht nach ein paar Wochen extrem. Das hatte aber (trotz BLW Ernährung) nichts mit Hunger zu tun (dann hätte sie ja trinken können - die Brust ist nie leer und dass Frauen "zu wenig Milch" haben, gibt es wirklich selten)! Stillen senkt einerseits z. B. auch das Schmerzempfinden (zahnen!) und hilft Säuglingen andererseits sich als Teil von Mama zu fühlen - was gegen viele Ängste hilft. Bei uns war es eine gesteigerte Wahrnehmung plus die ersten Zähne - und die Verarbeitung dessen im Schlaf, am liebsten als Teil von Mama, am liebsten zurück in Mamas Bauch! (Wenn das nur ginge - also das Zweitbeste: stillen.)
Nur weil stillen sie tröstet und beruhigt und ihr auf so viel mehr Ebenen als nur Nahrung gibt was sie braucht, verschwindet das Problem ja nicht, nur weil ich eine Lösung weglasse. Kopfschmerzen verschwinden ja auch nicht, weil die ich Kopfschmerztabletten wegschmeiße! -.-'
Stillbabys können genauso gut oder schlecht oder früh oder spät durchschlafen wie Flaschenbabys! Stillbabys werden nicht unselbständig oder verwöhnt, wenn man sie zur Beruhigung stillt (eher im Gegenteil - wobei ich glaube, hier kommt der "Neid": man KANN problemlos zur Beruhigung stillen, weil man Stillkinder nicht überfüttern kann, auch mal für drei Schluck schnell und unkompliziert andocken kann und sie mit einem Schritt auf so viel mehr Arten beruhigt werden als durch Nahrung - wir Stillmütter müssen uns oft einfach keine anderen Tricks ausdenken für ein Stündchen Ruhe. ;p )
Mädels: lasst euch nicht verunsichern! ✊
Aber: Dieser Missbilligung gegenüber Flaschenmüttern finde ich furchtbar. Hier mal die Dinge, auf die ich als Stillmutter neidisch bin und die man ruhig mal erwähnen darf: die Bindung zum Vater ist oft enger, wenn er auch mal die Flasche gibt - und damit das abgeben: man kann sich alles teilen, man kann abwechselnd unruhige Nächte überstehen etc! Was für ein Geschenk!! Außerdem kann man die Kinder früher und problemloser mal abgeben. Welche Freiheit für die Partnerschaft (und Eltern, die kein Paar mehr sind, sind für Kinder ein größeres Problem als eine Flasche!).
Und: man kann auch unterwegs im Auto mal füttern, ohne auf den nächsten Rastplatz warten zu müssen.
Was ich aber bei Flaschenmüttern eher kritisch sehe: manchmal sieht man, dass sie ihren Babys schon früh die Flasche alleine zum Halten geben und derweil anderes tun. Als Nahrungsersatz ist Flaschenmilch in Deutschland durch viele Kontrollen nicht schlecht. Aber Babys brauchen noch mehr: Nähe, Körperkontakt, Herzschlag. Diese Bedürfnisse kann man beim Fläschchen geben auch erfüllen - und das sollte man auch!
Aber: Dieser Missbilligung gegenüber Flaschenmüttern finde ich furchtbar. Hier mal die Dinge, auf die ich als Stillmutter neidisch bin und die man ruhig mal erwähnen darf: die Bindung zum Vater ist oft enger, wenn er auch mal die Flasche gibt - und damit das abgeben: man kann sich alles teilen, man kann abwechselnd unruhige Nächte überstehen etc! Was für ein Geschenk!! Außerdem kann man die Kinder früher und problemloser mal abgeben. Welche Freiheit für die Partnerschaft (und Eltern, die kein Paar mehr sind, sind für Kinder ein größeres Problem als eine Flasche!).
Und: man kann auch unterwegs im Auto mal füttern, ohne auf den nächsten Rastplatz warten zu müssen.
Was ich aber bei Flaschenmüttern eher kritisch sehe: manchmal sieht man, dass sie ihren Babys schon früh die Flasche alleine zum Halten geben und derweil anderes tun. Als Nahrungsersatz ist Flaschenmilch in Deutschland durch viele Kontrollen nicht schlecht. Aber Babys brauchen noch mehr: Nähe, Körperkontakt, Herzschlag. Diese Bedürfnisse kann man beim Fläschchen geben auch erfüllen - und das sollte man auch!
Dienstag, 12. Mai 2015
Papa in Elternzeit
Ich muss ja immer etwas grinsen, wenn mir eine Mutter stolz erzählt, "Mein Mann hat Elternzeit genommen."
Meine erste Frage lautet dann: "Wie lange denn?", die zweite "Hast du während dessen gearbeitet?"
Schön ist auch die Statistik: 27,3% der Väter haben Elterngeld bezogen (Mütter 95%).
Haha! Im Normalfall hört man dann nämlich: Wir haben die Elternzeit des Vaters für einen ausgiebigen Urlaub genossen. Mein Mann hat während dessen endlich die Garage aufgeräumt. Bestenfalls noch: Ich war in den zwei Monaten endlich mal wieder zwei, drei Mal die Woche kurz allein irgendwohin. Ui....
Irgendwie tue ich mich schwer, "Väter in Elternzeit" anzuerkennen, wenn sie a) nicht nachts aufstehen, b) Mama trotzdem noch den ganzen Tag zu Hause ist und die Haupt-Haus-und-Kinder-Arbeit leistet und sie c) alles mögliche tun - aber kaum intensive Vater-Zeit mit dem entsprechenden Kind verbringen.
Immerhin etwas respektabler verdienen sich die Väter den Begriff "Elternzeit", indem sie Mutter und Kind den Berufseinstieg erleichtern und ihre Elternzeit nehmen, wenn Mama wieder anfängt zu arbeiten. Oder die ersten gemeinsamen Wochen erleichtern, denn so eine Geburt ist für alle Beteiligten ja nun kein Zuckerschlecken.
Denn so sieht die Realität aus: 77% der Väter in Elternzeit beziehen nur die zwei Monate Elterngeld, die es zusätzlich gibt, wenn beide Elternteile Elternzeit nehmen, nur 7% der Väter beziehen 12 Monate Elterngeld. Rechnet man das auf die geborenen Kinder um, sind es 2% Kinder, die mit Vätern in Elternzeit groß werden.
Allerdings muss man auch sagen, dass das Elterngeld Besserdienende unverhältnismäßig stark benachteiligt, was ich bei der gleichzeitig Forderung des Staates Akademiker sollen mehr Kinder bekommen und auch der besserverdienende Elternteil soll im Zuge der Gleichberechtigung in Elternzeit gehen können, schlicht für eine Farce halte! So wird z. B. ein fiktives Höchstgehalt von 2770€ angenommen - höchstens davon bekommt man 65% während des Elterngeldbezugs. Verdient man mehr, muss man die Differenz irgendwie selbst ausgleichen. Besonders nachteiligt wirkt sich das beim neuen Elterngeld Plus aus. Arbeitet man Teilzeit bekommt man 65% der Differenz zwischen Teilzeitgehalt und vorgeburtlichem Gehalt ausgezahlt - bzw die Differenz zwischen Teilzeitgehalt und fiktivem Höchstgehalt von 2770€. Das mag einigen als Luxusproblem scheinen, wenn man mehr als 2770€ verdient, sollte man es sich leisten können. Unberücksicht bleibt dabei aber, dass besonders Akademiker meist zum Zeitpunkt der Erziehungszeiten noch BAFöG oder Studiendarlehn zurück zahlen, sich meist bevor die Kinder kamen ein Haus gekauft haben etc. - und somit hohe monatliche Belastungen haben. Das dann der Besserverdienende ausfällt ist häufig nicht möglich. Das ist schade für die Eltern und die Kinder - und ich finde es diskriminierend vom Staat!
Unser Sohn gehört zu den 2% mit Vollzeit-Papa. Genau genommen, gehört unser Sohn zu einem Prozentsatz, der so verschwindend gering ist, dass er in den offiziellen Statistiken nicht einmal auftaucht: Papa war zwei Jahre in Elternzeit. Und ich gebe zu: es war für alle Beteiligten eine Herausforderung.
Papa musste den offenbar natürlichen Instikt ablegen, Mama zur Hilfe zu rufen. Da kam uns die Technik allerdings entgegen. Kurz bevor ich nach dem Mutterschutz wieder arbeiten musste, nahm mein Mann eine Flasche abgepumpte Milch und setzte mich vor die Tür mit den Worten: "Du musst mal alleine raus, bevor zu wieder arbeiten musst. Wenn was ist, rufe ich an." Als ich dann von der Maiwoche wiederkam, merkte ich erst, dass das Handynetz wohl ausgefallen war. Auf dem Rückweg zeigte mein Handy dann nämlich 25 verpasste Anrufe und 10 SMS an, die vorher nicht da waren. Als ich etwas panisch zu Hause ankam, schliefen beide friedlich. Und das war die erste Lektion für uns alle: Mama hat auch keine Ahnung und wurstelt sich da irgendwie mit "try and error" durch - das kannst du auch! Danach war das Schlimmste geschafft. Mein Mann fragte nicht mehr, ich korrigierte nicht mehr. Und unser Sohn lebte wunderbar damit, dass Papa die Flasche und Mama die Brust gab, dass Papa abends länger schmuste und Mama dafür etwas vorlas, dass Papa mit ihm duschte und Mama ihn badete, dass Papa seltsame Kleidersammelsuria anzog und Mama abends vorher das passende Outfit zurecht legte, dass Papa den Apfel nur 4 Minuten dünstete, bevor er püriert wurde, und Mama 6 Minuten, dass Papa ihm bei 15 Grad noch eine Strumpfhose anzog und Mama ihn mit dem Waschbecken die Küche unter Wasser setzen lies, ... ;)
Versteht mich nicht falsch - das größte "Problem" mit dem Arrangement hatte ich. Denn ICH musste lernen, mich nicht immer für alles verantwortlich zu fühlen und zu akzeptieren, dass ich nunmal nicht die Hauptverantwortliche zu Hause bin und auch mal zu Hause "frei" haben darf, dass der Haushalt nicht so aussieht, wie ich ihn gerne hätte und dass trotzdem alle Beteiligten überleben, dass Mann und Sohn nicht permanent zu Hause auf mich warten und ich alles was nicht Arbeit ist aufgeben muss, um ja möglichst viel zu Hause zu sein. Hat auch nur 1,5 Jahre und einen fast-BurnOut gedauert, bis ich das erkannt habe - es dauert immer noch an, das umzusetzen. -.-'
Der erste Schritt war eine Putzfrau - denn ehrlich: wenn es nicht so sauber ist, wie ich es haben will, mecker und putze ich. Ersteres nicht gut für unsere Beziehung, zweiteres nicht gut für mich. Seit ich diejenige in Elternzeit bin, weiß ich aber auch, wie schön es ist, mal aufräumen und putzen zu können, wenn´s passt, aber "für's Grobe" eine regelmäßige Hilfe zu haben.
Papas in Elternzeit scheinen mir sowieso entspannter. Wäsche muss ja gemacht werden, sonst hat man nichts anzuziehen. Aber keiner stirbt, wenn es abends nur Brot statt einer gekochten Mahlzeit gibt, die Spülmaschine nicht ausgeräumt ist, das Haus unter Spielzeug begraben wurde, während der Mittagsstunde des Kindes Fernseh geguckt statt aufgeräumt wurde und die Banane mit sandigen Händen besser schmeckt... Und wenn Mama voll schlechtem Gewissen nach Hause eilt (welcher arbeitende Papa tut das denn?), lehnt auch kein Papa, den ich kenne, die Chance ab, in Ruhe seinem Hobby nachzugehen, weil Mama sich ja dann für´s Kind verantwortlich fühlt. Mein Mann zumindest konnte sich trotzdem entspannt um 18h, wenn das Kind bettfertig gemacht wurde, vor den Fernseher setzen oder mit Kumpels treffen oder im Keller seinem Bastel-Hobby nachgehen. Welche Vollzeit-Mama tut das denn? Und warum eigentlich nicht?! (Fragt mich nicht, ich tu´s auch nicht - z. T. weil mein Mann es nicht so komentarlos übernimmt, wie ich es getan habe, z. T. weil ich es nicht einfordere, sondern mich verantwortlich fühle - er hat ja 9 Std. gearbeitet.)
Beim zweiten Kind gehörte er dann zu den 27,3% der zwei-Monte-Elternzeit-Väter. Und ich hab´s ehrlich gesagt genossen, diesmal zu Hause sein zu können, den Haushalt so zu haben, wie ich will, nach dem nächtlichen Stillen tagsüber ab und zu Mittagsschlaf machen zu können, den Garten und Haushalt nicht permanent "nebenbei" erledigen zu müssen (damit er so ist, das ich mich auch wohl fühle), mal ein paar Seiten zu lesen, während die Kinder im Sand buddelten, Arzttermine etwas flexibler gestalten zu können, mich mit anderen Müttern zu treffen... Aber zu seiner Verteidigung sei gesagt: einen Monat direkt nach der Geburt, einen Monat als ich wieder anfing zu arbeiten - und er ist sowohl während der Elternzeit als auch während der Arbeitszeit mal nachts oder morgens aufgestanden! :D Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich mir nach seinen eigenen Elternzeit-Erfahrungen trotzdem manchmal etwas mehr Einsatz zu Hause gewünscht hätte (und das liegt nur z. T. an seinen Arbeitszeiten, aber es macht auch keinen Spaß permanent alles einfordern zu müssen).
Meine erste Frage lautet dann: "Wie lange denn?", die zweite "Hast du während dessen gearbeitet?"
Schön ist auch die Statistik: 27,3% der Väter haben Elterngeld bezogen (Mütter 95%).
Haha! Im Normalfall hört man dann nämlich: Wir haben die Elternzeit des Vaters für einen ausgiebigen Urlaub genossen. Mein Mann hat während dessen endlich die Garage aufgeräumt. Bestenfalls noch: Ich war in den zwei Monaten endlich mal wieder zwei, drei Mal die Woche kurz allein irgendwohin. Ui....
Irgendwie tue ich mich schwer, "Väter in Elternzeit" anzuerkennen, wenn sie a) nicht nachts aufstehen, b) Mama trotzdem noch den ganzen Tag zu Hause ist und die Haupt-Haus-und-Kinder-Arbeit leistet und sie c) alles mögliche tun - aber kaum intensive Vater-Zeit mit dem entsprechenden Kind verbringen.
Immerhin etwas respektabler verdienen sich die Väter den Begriff "Elternzeit", indem sie Mutter und Kind den Berufseinstieg erleichtern und ihre Elternzeit nehmen, wenn Mama wieder anfängt zu arbeiten. Oder die ersten gemeinsamen Wochen erleichtern, denn so eine Geburt ist für alle Beteiligten ja nun kein Zuckerschlecken.
Denn so sieht die Realität aus: 77% der Väter in Elternzeit beziehen nur die zwei Monate Elterngeld, die es zusätzlich gibt, wenn beide Elternteile Elternzeit nehmen, nur 7% der Väter beziehen 12 Monate Elterngeld. Rechnet man das auf die geborenen Kinder um, sind es 2% Kinder, die mit Vätern in Elternzeit groß werden.
Allerdings muss man auch sagen, dass das Elterngeld Besserdienende unverhältnismäßig stark benachteiligt, was ich bei der gleichzeitig Forderung des Staates Akademiker sollen mehr Kinder bekommen und auch der besserverdienende Elternteil soll im Zuge der Gleichberechtigung in Elternzeit gehen können, schlicht für eine Farce halte! So wird z. B. ein fiktives Höchstgehalt von 2770€ angenommen - höchstens davon bekommt man 65% während des Elterngeldbezugs. Verdient man mehr, muss man die Differenz irgendwie selbst ausgleichen. Besonders nachteiligt wirkt sich das beim neuen Elterngeld Plus aus. Arbeitet man Teilzeit bekommt man 65% der Differenz zwischen Teilzeitgehalt und vorgeburtlichem Gehalt ausgezahlt - bzw die Differenz zwischen Teilzeitgehalt und fiktivem Höchstgehalt von 2770€. Das mag einigen als Luxusproblem scheinen, wenn man mehr als 2770€ verdient, sollte man es sich leisten können. Unberücksicht bleibt dabei aber, dass besonders Akademiker meist zum Zeitpunkt der Erziehungszeiten noch BAFöG oder Studiendarlehn zurück zahlen, sich meist bevor die Kinder kamen ein Haus gekauft haben etc. - und somit hohe monatliche Belastungen haben. Das dann der Besserverdienende ausfällt ist häufig nicht möglich. Das ist schade für die Eltern und die Kinder - und ich finde es diskriminierend vom Staat!
Unser Sohn gehört zu den 2% mit Vollzeit-Papa. Genau genommen, gehört unser Sohn zu einem Prozentsatz, der so verschwindend gering ist, dass er in den offiziellen Statistiken nicht einmal auftaucht: Papa war zwei Jahre in Elternzeit. Und ich gebe zu: es war für alle Beteiligten eine Herausforderung.
Papa musste den offenbar natürlichen Instikt ablegen, Mama zur Hilfe zu rufen. Da kam uns die Technik allerdings entgegen. Kurz bevor ich nach dem Mutterschutz wieder arbeiten musste, nahm mein Mann eine Flasche abgepumpte Milch und setzte mich vor die Tür mit den Worten: "Du musst mal alleine raus, bevor zu wieder arbeiten musst. Wenn was ist, rufe ich an." Als ich dann von der Maiwoche wiederkam, merkte ich erst, dass das Handynetz wohl ausgefallen war. Auf dem Rückweg zeigte mein Handy dann nämlich 25 verpasste Anrufe und 10 SMS an, die vorher nicht da waren. Als ich etwas panisch zu Hause ankam, schliefen beide friedlich. Und das war die erste Lektion für uns alle: Mama hat auch keine Ahnung und wurstelt sich da irgendwie mit "try and error" durch - das kannst du auch! Danach war das Schlimmste geschafft. Mein Mann fragte nicht mehr, ich korrigierte nicht mehr. Und unser Sohn lebte wunderbar damit, dass Papa die Flasche und Mama die Brust gab, dass Papa abends länger schmuste und Mama dafür etwas vorlas, dass Papa mit ihm duschte und Mama ihn badete, dass Papa seltsame Kleidersammelsuria anzog und Mama abends vorher das passende Outfit zurecht legte, dass Papa den Apfel nur 4 Minuten dünstete, bevor er püriert wurde, und Mama 6 Minuten, dass Papa ihm bei 15 Grad noch eine Strumpfhose anzog und Mama ihn mit dem Waschbecken die Küche unter Wasser setzen lies, ... ;)
Versteht mich nicht falsch - das größte "Problem" mit dem Arrangement hatte ich. Denn ICH musste lernen, mich nicht immer für alles verantwortlich zu fühlen und zu akzeptieren, dass ich nunmal nicht die Hauptverantwortliche zu Hause bin und auch mal zu Hause "frei" haben darf, dass der Haushalt nicht so aussieht, wie ich ihn gerne hätte und dass trotzdem alle Beteiligten überleben, dass Mann und Sohn nicht permanent zu Hause auf mich warten und ich alles was nicht Arbeit ist aufgeben muss, um ja möglichst viel zu Hause zu sein. Hat auch nur 1,5 Jahre und einen fast-BurnOut gedauert, bis ich das erkannt habe - es dauert immer noch an, das umzusetzen. -.-'
Der erste Schritt war eine Putzfrau - denn ehrlich: wenn es nicht so sauber ist, wie ich es haben will, mecker und putze ich. Ersteres nicht gut für unsere Beziehung, zweiteres nicht gut für mich. Seit ich diejenige in Elternzeit bin, weiß ich aber auch, wie schön es ist, mal aufräumen und putzen zu können, wenn´s passt, aber "für's Grobe" eine regelmäßige Hilfe zu haben.
Papas in Elternzeit scheinen mir sowieso entspannter. Wäsche muss ja gemacht werden, sonst hat man nichts anzuziehen. Aber keiner stirbt, wenn es abends nur Brot statt einer gekochten Mahlzeit gibt, die Spülmaschine nicht ausgeräumt ist, das Haus unter Spielzeug begraben wurde, während der Mittagsstunde des Kindes Fernseh geguckt statt aufgeräumt wurde und die Banane mit sandigen Händen besser schmeckt... Und wenn Mama voll schlechtem Gewissen nach Hause eilt (welcher arbeitende Papa tut das denn?), lehnt auch kein Papa, den ich kenne, die Chance ab, in Ruhe seinem Hobby nachzugehen, weil Mama sich ja dann für´s Kind verantwortlich fühlt. Mein Mann zumindest konnte sich trotzdem entspannt um 18h, wenn das Kind bettfertig gemacht wurde, vor den Fernseher setzen oder mit Kumpels treffen oder im Keller seinem Bastel-Hobby nachgehen. Welche Vollzeit-Mama tut das denn? Und warum eigentlich nicht?! (Fragt mich nicht, ich tu´s auch nicht - z. T. weil mein Mann es nicht so komentarlos übernimmt, wie ich es getan habe, z. T. weil ich es nicht einfordere, sondern mich verantwortlich fühle - er hat ja 9 Std. gearbeitet.)
Beim zweiten Kind gehörte er dann zu den 27,3% der zwei-Monte-Elternzeit-Väter. Und ich hab´s ehrlich gesagt genossen, diesmal zu Hause sein zu können, den Haushalt so zu haben, wie ich will, nach dem nächtlichen Stillen tagsüber ab und zu Mittagsschlaf machen zu können, den Garten und Haushalt nicht permanent "nebenbei" erledigen zu müssen (damit er so ist, das ich mich auch wohl fühle), mal ein paar Seiten zu lesen, während die Kinder im Sand buddelten, Arzttermine etwas flexibler gestalten zu können, mich mit anderen Müttern zu treffen... Aber zu seiner Verteidigung sei gesagt: einen Monat direkt nach der Geburt, einen Monat als ich wieder anfing zu arbeiten - und er ist sowohl während der Elternzeit als auch während der Arbeitszeit mal nachts oder morgens aufgestanden! :D Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich mir nach seinen eigenen Elternzeit-Erfahrungen trotzdem manchmal etwas mehr Einsatz zu Hause gewünscht hätte (und das liegt nur z. T. an seinen Arbeitszeiten, aber es macht auch keinen Spaß permanent alles einfordern zu müssen).
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