Heute mal kurz eine Info, die mich seit zwei Wochen doch sehr beschäftigt. Vor zwei Wochen beschloss Mattis, er könne jetzt Rad fahren. Und wie viele "Laufrad"-Kinder stieg er auf - und fuhr einfach los.
Leider ist die Radindustrie an einem Punkt stehen geblieben, an dem 4-5-Jährige wochenlang Rad fahren üben und mindestens 6 Jahre alt sind, bevor sie am Straßenverkehr teilnehmen können. Ab dieser Körpergröße gibt es wirklich verkehrssichere Räder die (am allerwichtigsten) vernünftige, von Kindern zu bedienende Bremsen haben.
Mattis hatte entsprechend auch direkt letzte Woche seinen ersten Unfall, als ihn bergab die Bremsen verließen und auch noch ein Auto kam. Rücktrittbremsen verlängern selbst beim Erwachsenen den Bremsweg, weil es für den Kopf schwerer ist, eine bestehe Bewegung umzukehren, als eine neue (Handbremse) zu initiieren. Für Kinder ist dies nochmal ungleich schwerer, für kleine Kinder fast unmöglich. Die Griffe des Lenkers sind oft so breit, dass die kleine Hand schon damit ausgefüllt ist, die Handbremsen sind schwer zu erreichen und es ist fast unmöglich richtigen Druck auf die ohnehin schwache Vorderradbremse zu bringen.
Ich hätte nie gedacht, jemals so viel Geld für ein Kinderfahrrad auszugeben und ich kann verstehen, wenn man da erstmal schluckt und zögert. Aber wir wohnen auf einem Hügel und Mattis nimmt auf kleineren Strecken (besonders zum KiGa) schon seit über einem Jahr am Straßenverkehr teil. Für ihn ist damit ein verkehrssicheres Rad wichtig - oder ich müsste seine schon erlangte Freiheit und Selbständigkeit schmerzhaft beschneiden.
Zum Glück hat er gut reagiert, ist sinnvoll ausgewichen (dafür dass dort widerrechtlich dann auch ein Auto parkte, gegen das er fuhr, konnte er am allerwenigsten) und blieb abgesehen von Beule und Schreck unverletzt.
Trotzdem haben wir uns auf die Suche begeben und als eins der wenigen Fahrräder das WOOM gefunden, dass in jeder einzelnen Größe die Besonderheiten der Kinderergonomie berücksichtigt. Vielleicht lohnt sich ja für den ein oder anderen von euch auch ein kurzer Blick...
Ach ja: Mattis fährt damit nicht nur besser an und schneller (da es die Hälfte von anderen Kinderrädern wiegt, was bei so einer Kindergröße im Verhältnis ja deutlich weniger zu bewegende Masse ist), sondern legt auch problemlos innerhalb 1-2m eine gekonnte Vollbremsung hin!
Mother Wars
Alles in allem - steh ich immer an irgendeiner Stelle, über die man streiten kann. Gleichzeitig frage ich gerne, wie andere etwas machen und wie die neuesten Forschungsergebnisse sind - um zu schaun, was man nachmachen kann oder was lieber nicht. Leider fühlen sich andere Mütter sofort angegriffen, wenn man ihnen nicht 100% zustimmt, oder greifen selber an, wenn man etwas anders macht. Trotzdem suche ich immer nach Gleichgesinnten mit ähnlichen oder anderen Erfahrungen zum Austausch, also kommentiert gerne! :)
Ich glaube, dass jedes Kind und jeder Erwachsene anders ist und man eine Kombination finden muss, die für alle passt.
Prinzipiell glaube ich, dass ein Kind Bedürfnisse hat, die man erfüllen sollte - genau wie seine Eltern. Und nur glückliche Eltern erziehen glückliche Kinder.
Ich glaube, dass alle Erziehung sowieso kaum was bringt, wenn man´s nicht vorlebt, weil Kinder eh machen, was ihre Eltern machen.
Und ich glaube, dass Grenzen und Konsequenzen einem Kind Sicherheit geben, die es braucht, auch wenn es das nicht immer schön findet.
Nach diesen Glaubenssätzen versuche ich im Jungle von Ratschlägen und Forschungsergebnissen so zu handeln, dass wir alle vier gut und vor allem glücklich damit leben können...
Dienstag, 18. Oktober 2016
Kinderfahrräder
Donnerstag, 13. Oktober 2016
Unerzogen
Wen das interessiert, dem würde ich den Elternmorphose-Blog ans Herz legen, dort wird es besser erklärt, als ich es kann.
Obwohl ich viele Ansätze ähnlich sehe (die Wertschätzung des Kindes als Person mit eigenen Vorstellungen und einem guten Gefühl für die eigenen Bedürfnisse ebenso wie die Ablehnung künstlicher Strafen oder Belohnungen), tue ich mich mit der Idee im Ganzen doch etwas schwer. Allerdings habe ich auch gelernt, dass dies vermutlich an unserer HSP-Situation mit den dabei einhergehenden Bedürfnissen liegen kann. Vielleicht komme ich aber auch aus einem zu "erzogenen" Umfeld oder bin als Lehrerin zu sehr Teil des Systems. Hinzu kommt, dass die mir begegneten "unerzogenenen" Eltern oft sehr dogmatisch waren und diese Augenhöhe nicht auf die Mutter neben ihnen auf dem Spielplatz übertragen konnte - das lies mich eine gewisse Ablehnung empfinden. Außerdem ist meine Definition von Erziehung anders: meine Kinder auf der Reise in ihr Leben zu begleiten - ihnen zuerst Wurzeln, dann Flügel geben.
Und was ist, wenn die "natürlichen" Grenzen nicht da sind. Ein Beispiel, was ich las, war: die natürliche Konsum-Grenze sei das Einkommen einer Familie, weswegen Kinder nicht alles haben könnten. Ich habe im Bekanntenkreis mehrere Familien, bei denen diese Grenze - sagen wir mal, sehr weit weg ist. Jetzt beobachte ich diese Kinder als Erwachsene (ca mein Alter). Ich lasse jetzt mal diejenigen außen vor, bei denen Konsum mit Zuneigung gleichgesetzt wurde, die haben verständlicherweise noch ganz andere Probleme. Aber auch die anderen haben Schwierigkeiten, mit ihrem Einkommen monatlich auszukommen, obwohl es überdurchschnittlich hoch ist. Weil sie nie gelernt haben, auf etwas zu warten oder zu sparen. Wenn die natürliche Grenze so weit weg ist, sollte ich sie dann nicht zum Wohle meiner Kinder etwas "vorverlegen"?
Samstag, 1. Oktober 2016
Egoistische Mütter
Wo seid ihr und warum schreibt ihr nicht endlich mal einen Erziehungsratgeber?! :)
Jetzt mal ehrlich: Kleinkind-Väter erwarten, ihr Hobby weiter führen zu können und alleine aufs Klo zu können - Kleinkind-Mütter träumen oft nur heimlich davon...
Im Flugzeug wird immer gesagt, erst sich selbst im Notfall, dann dem Kind die Sauerstoffmaske aufziehen. Und warum?! Was passiert, wenn ihr dem Kind zuerst die Maske aufzieht? Ihr werdet ohnmächtig, das Kind zieht die Maske im schlimmsten Fall wieder ab, beide sterben. Und wenn ihr sie euch zuerst aufzieht? Das Kind wird im schlimmsten Fall kurz ohnmächtig und kommt wieder zu sich, sobald ihr ihm die Maske aufsetzt.
So ist es doch auch im Leben...
Ich glaube nicht, dass ich ein egoistischer Mensch oder eine egoistische Mutter bin. Ich steh um 4.30h auf, damit ich mal in Ruhe ein paar Dinge erledigen kann, bevor die Kinder aufstehen. Ich steh jede Nacht selbst auf, wenn die Kinder was haben, weil mein Mann es schlechtee haben kann nachts hoch zu müssen. Ich versuche nachmittags zwischen KiGa abholen (ca 15h) und essen kochen (ca 17h) nichts anderes machen zu müssen. Und wenn, dann nur was, wo ich die Kinder integrieren kann (zB kurz mit dem Laufrad zum Tante Emma laden). Ich ermögliche meinem Mann ganze Tage für sein Hobby. Ich kaufe von meinem als "Geld für mich" eingeplantem Budget oft ein Eis für uns alle oder das Buch, dass der Große so gern hätte...
Aber: ich geh auch im Moment montags zum Sport und lass die Kinder dafür etwas länger im KiGa, obwohl sie eh schon so lange dort sind (meist von 8.30h bis 15h, bald von 7.40h bis 15.40h - allerdings weiß ich noch nicht, wie es dann mit Sport wird). Am WE geh ich mind 1x walken - und wenn es Papa nicht gut geht, dann müssen sie die 60-90Min halt mit ihm TV gucken. Nicht ideal, wird sie aber auch nicht umbringen. 1x am WE bestehe ich darauf, ausschlafen zu dürfen. Komme was da wolle! Oft bestehe ich drauf, dass er mind ein Kind mitnimmt, wenn er einen ganzen Tag mit seinem Modellbauhobby unterwegs ist (finden beide Kinder toll). Und manchmal gönn ich mir dann aus dem Haushaltstopf dann doch den Saunaeintritt, den ich eigentlich nicht mehr übrig hatte. - Das sind so die Punkte, wo ich mir Egoismus gönne...
Würde mich mal interrssieren, wie andere es so machen...
Montag, 19. September 2016
Wie man zu einer entspannteren Mutter wird...
Es hat 3.5 Jahre gedauert, aber kürzlich entdeckte ich mein Rezept für eine entspannte Mutterschaft!!
Entspannt bzgl. Unfällen, Blessuren und ähnlichem waren wir schon immer. Unser "Sicherheitstipp" war: ein Kind, dass schon mal von einer Stufe gefallen ist, verletzt sich weniger, wenn es dann mal vom Klettergerüst fällt.
Aber besonders die Kombination Arbeit - Haushalt - Kinder hat mich oft und lange mit Erschöpfung und Frust kämpfen lassen. Duschen und Toilette mit Kindern, immer das Gefühl, die Wäsche/Post/Rechnungen liegen da schon wieder ewig und wollen bearbeitet werden, immer nur gerade so das Nötigste auf die Reihe bekommen...
1. Seit kurzem stehe ich um 4.30h auf. Ich versuche meinen Körper auf 7 Std Schlaf zu trainieren und das klappt überraschend gut. Ich habe mir einen Biorhythmus-Wecker angeschafft, der mich zwischen 4h und 5h weckt, wenn ich gerade in einer Leichtschlafphase bin. Dann wache ich überraschend fit auf und mache erstmal 15 Min Yoga mit youtube Videos. (Mein Favorit: die 5 Tibeter!)
Dann packe ich die abends vorbereiteten Brotdosen in Schul- und Kindergartentaschen, schmiere und schnibbel das Frühstück für zu Haus und zieh mich an.
Dann habe ich ein oder zwei Sachen (Wäsche falten, endlich mal die Fotos einsortieren, Spülmaschine ausräumen, Brot backen, Unterricht vorbereiten), die erledigt werden müssen - aber nichts davon muss unbedingt heute geschafft werden (falls die Kinder also doch mal vor 6h aufwachen, dann ist das halt so, wird es morgen erledigt.)
Wenn dann noch Zeit ist, ess ich schonmal eine Schnitte Brot, trink meinen Tee, blätter etwas durch die Zeitung... sowas.
Gegen 6h wacht meist das erste Kind auf, um spätestens 6.45h wecke ich das letzte, falls mal eins länger schläft. Die müssen dann nur noch die abends gemeinsam ausgesuchten Klamotten anziehn, das vorbereitete Frühstück futtern und waschen/Zähne putzen.
Wir alle sind entspannt, denn um 7.30h sind wir bequem aus dem Haus. Sollte es doch mal stressiger werden, tut es auch mal ein Glas Milch als Frühstück. Aber normalerweise sind meine Kinder so entspannt oder gestresst wie ich es bin. :)
Und damit läuft zumindest bei mir der ganze Tag runder: nachmittags hab ich Ruhe zum Spielen, mache höchstens noch eine Sache "nebenbei" (Brot backen, Wäsche anstellen, einkaufen,... + natürlich kochen) und kann abends entspannt aufs Sofa fallen mit dem guten Gewissen, was geschafft und für mich selbst auch was getan zu haben. Die Kinder gehn normalerweise um 19.30h ins Bett, bleiben noch 1-1.5 Std. für mich uns meinen Mann (oder für mich und die Couch).
Mich hat diese Entdeckung sehr glücklich gemacht. Und ich hätte nie gedacht, dass ausgerechnet ich (die vor 10h eigentlich nie freiwillig die Augen aufmacht und mit weniger als 9 Std Schlaf einer Mischung aus Zombie und Furie gleicht) mit 4.30h Aufstehzeit so glücklich wird. Aber jeder mit Kleinkindern kann das vielleicht verstehen: 1-2 Std Ruhe nur für mich und meine Aufgaben... kann man mit Gold nicht aufwiegen. Und ich bin morgens einfach fitter als abends, egal wann ich aufgestanden bin. ;)
Es funktioniert aber nur durch gewisse Randbedingungen:
- Samstag ist Papa Tag: mein Mann steht auf, macht die Kinder fertig, fährt mit ihnen zurnen und legt sie zum Mittagsschlaf hin. Ich schlafe aus und hb bis ca 13/14h Zeit zum Arbeiten, für mich oder anderes.
- Ich habe meine Handynutzung drastisch reduziert. Zwischen 20h und 5h sowie 5.30h und 8.30h ist das Ding konsequent aus, dazwischen lautlos. Studien haben ergeben, dass selbst der Vibrationsalarm einen nur mind 15 Min aus der Konzentration reißt.
2. Ich spiele mit den Kindern, worauf ICH Lust habe. Klingt egoistisch, aber in Wirklichkeit haben meine Kinder viel mehr Spaß, wenn ich ihn auch hab und ich nicht nach 10 Min keine Lust mehr hab. Ich kaufe nur noch Brettspiele, die ich mag (Tier auf Tier von Haba zB), hab mir selbst einen Roller besorgt (für Wettfahrten oder Ticken auf Rad/Roller) und kaufe eher Puzzle und Bilderbücher als noch mehr Sikuautos (von denen wir eh schon knapp 100 haben -.-' ). Ich übergebe praktisch meinem "inneren Kind" die Regie und genieße. :)
Fieber
Immer wieder lese oder höre ich von Eltern, die mit "ungeklärtem Fieber" oder 38°C Fieber in die Notaufnahme am Wochenende fahren und frustriert wiederkommen: durch ewige Wartezeiten und kein Rezept fühlen sie sich nicht ernst genommen.
Dazu möchte ich folgende Dinge zu bedenken geben.
1. Kinder fiebern jedes Mal, wenn ihr Immunsystem arbeitet, oft auch ohne dass eine Krankheit ausbricht. Das ist nichts Tragisches und bis zu 41°C (laut unserem Kinderarzt und unserer Heilpraktikerin) für Kinder prinzipiell ungefährlich (solange aus ausreichend Flüssigkeit geachtet wird). Erst ab drei Tagen Fieber ohne geklärte Ursache sollte man sich Gedanken machen.
2. 38°C sind erhöhte Temperatur, kein Fieber! Sinn von Fieber ist es, Viren und Bakterien im Körper zu töten. Dies funktioniert erst ab 39.5°C!! Ab dieser Temperatur brennt Fieber einen Virus aus und heult damit das Kind - ganz ohne Chemie! Gleichzeitig lernt das Immunsystem und bildet Antikörper - und ist damit beim nächsten Infekt besser geschützt. Senkt man das Fieber passiert folgendes: a) Viren und Bakterien vermehren sich und überfluten den Körper. --> Die Krankheit wird schlimmer und/oder dauert länger. b) Das Kind fühlt sich fit statt müde/krank und wird aktiv. --> Das verlängert um besten Fall die Krankheit, weil der Körper sich nicht regenerieren kann. Im schlimmsten Fall geht es soweit, dass die Viren und Bakterien das Herz angreifen.
Bis hierher folgt daraus: Kinder ruhig mal fiebern lassen!! Und wenn es eurem Kind wirklich dreckig geht, es Schmerzen hat oder sonstwas: gebt ruhig einfach selber mal ein Fieber-/Schmerzzäpfchen, denn:
3. Erst am dritten Fiebertag treten meist weitere Sympthome auf, die ein Arzt für eine Diagnose braucht. Vorher kann er nur gucken, ob das Kind dehydriert ist (hat das Kind etwas getrunken, ist die Windel nass und die Schläfen sind nicht unnormal eingefallen - dann ist es vermutlich nicht dehydriert).
Und zu guter letzt ein mir wichtiges
4. Fahrt zum Arzt, wenn ihr unsicher seid oder euch etwas seltsam vorkommt! Aber bitte, denkt kurz drüber nach, ob es wirklich die Notaufnahme sein muss oder ob es nicht bis Montag Zeit hat - das Pflegepersonal ist oft so überlastet von nur-etwas-krank-Kindern, dass die Zeit für echte Notfälle fehlt! Und: wenn ihr warten müsst, freut euch - denn dann seid ihr kein Notfall. Dann geht es eurem Kind besser als dem Kind mit Atemnot, das sofort Sauerstoff braucht, oder dem mit einem anaphylakitschem Schock oder dem, das nebenan um sein Leben kämpft. Umso mehr Menschen dort sind, umso öfter muss das Pflegepersonal Prioritäten setzen - und auch wenn irren auch bei medizinischem Personal leider menschlich ist und sie sicher oft freundlicher sein könnten, selbst wenn sie zu Recht genervt sind, und ihr ruhig mal auf euch aufmerksam machen solltet, wenn ihr denkt, euer Kind steht kurz vorm Kollaps oder so: diese Menschen sind darauf geschult, Notfälle als solche zu erkennen und entsprechend zu handeln. Wenn ihr warten müsst: freut euch, ihr seid kein Notfall!
Samstag, 11. Juni 2016
Erziehungsvergleich
Oder wir bekommen zu hören "Wie, er schläft noch nicht durch?", "Du stillst immer noch?", "Willst du ihm das nicht mal abgewöhnen?".
In der Mutter-Kind-Kur habe ich das erste Mal gelernt, dass man sich a) mit den richtigen Leuten vergleichen muss (nämlich mit dem Kind, das nachts noch öfter wach wird als das eigene, noch schlechter hört, viel öfter krank ist, etc. ;) ) und b) es oft egal wie rum, seine Nachteile hat (das durchschlafende Kind steht dafür um 5h auf oder macht keinen Mittagsschlaf; das brave Kind, was nie haut, lässt sich dafür von allen das Spielzeug klauen, was Mama große Sorgen macht; usw.).
Das ist eine gute Frage. Kurz gesagt: wir waren neugierig. :) Wir wollten Mal einer anderen Familie über die Schulter schauen und selbst ein Feedback bekommen - Fremde haben ja doch immer noch eine eigene Sicht auf die Dinge. :) Außerdem bekommt man bei einem solchen Vergleich die Chance, sich wenigstens mal in Ruhe dazu zu äußern!
Ja, darüber haben wir lange nachgedacht - normalerweise posten wir ja nicht mal irgendwo Bilder unserer Kinder, um ihre Privatsphäre zu schützen. Da diese Bilder aber nicht im Nachhinein wahllos im Internet verfügbar sein werden und wir wirklich einfach gespannt waren, haben wir uns dafür entschieden.
Einen interessanten Austausch mit jemanden, der eine andere Sicht auf die (Erziehungs-) Dinge hat. Denn seien wir mal ehrlich, obwohl es alle tun, lässt sich über Erziehung eigentlich nur wenig streiten. Klar gibt es absolute Do's (z. B. seine Kinder lieben, ihnen Essen, Kleidung und Bildung ermöglichen etc) und absolute Don'ts (z. B. Gewalt und Vernachlässigung). Aber dazwischen gibt es viele Grauzonen. Solange Eltern und Kinder damit glücklich sind, gibt es bestimmt immer Dinge, die optimaler laufen können - aber wer kann sich schon so in andere hinein versetzen, um das beurteilen zu können. Wer nicht gerne draußen ist, kann anders für Bewegung oder für andere Reize sorgen. Wer nicht gerne vorliest, kann dafür viele Spiele spielen. ... Genauso wie beim Tragen, Stillen, Impfen etc muss es halt irgendwie zu den einzelnen Menschen passen.
Eins meiner größten Kritikpunkte an unserem Alltag ist, dass ich wohl täglich eine Stunde aufräumen kann - und man sieht nichts davon. -.-' Entsprechend kippte meine sehr ordentlich Gastmutti auch fast aus den Socken, als sie unser Haus betrat. War ich am Anfang aber noch zutiefst beeindruckt von ihrem ordentlichen Haushalt, wurden mir im Laufe des Besuchs zwei Dinge klar:
1. Sie hat einfach dermaßen weniger Kram als wir, dass sich das Aufräumen selbst erheblich einfacher gestaltet.
2. Sie putzt und wienert 3-4 Std täglich, erzählte sie. Wenn ich die Zeit ausrechne, die ich investiere, die unsere Haushaltshilfe investiert und die mein Mann investiert und das durch 6 Tage (ohne Sonntag) teile, komme ich auf 2-3 Std täglich. Also 1-2 Std TÄGLICH die ich von der Zeit für meinen Mann und meine Kinder abziehen müsste. O.o
Abgeguckt hab ich mir die Regel: was in diesen Schrank passt, darf bleiben. Was nicht in den Schrank passt, kommt weg. Macht Ordnung halten und Ausmisten tatsächlich viel einfacher! :)
So gehen wir zumindest mit dem Gefühl aus diesem Vergleich , dass wir die richtige Schiene fahren... zumindest für uns! Und wir haben nette neue Menschen kennen gelernt. :)
Donnerstag, 5. Mai 2016
Aggressionen beim Kleinkind
Aggressionen dürfen demnach nicht als "böse" abgestempelt werden, sondern Eltern und Erzieher müssen den Kindern helfen, einen angemessenen Umgang damit zu erlernen. Laut Juul sei dies auch der Weg zu einer Welt ohne Kriege: mit Aggressionen umgehen lernen.
Am besten sei es, dem Kind klar zu machen, dass bestimmte Verhaltensweisen inakzeptabel sind (wie z. B. Schlagen), nach der Ursache der Emotion zu forschen (Warum bist du wütend?) und ihm Handlungsalternativen anzubieten (Wenn du etwas nicht willst, darfst du laut "nein" rufen.). Dadurch fühlen Kinder sich wertgeschätzt und wahrgenommen - und würden im Laufe der Jahre lernen, Trauer, Wut und Frust einen besseren Ausdruck zu geben.
Wutanfall, Trotzanfall, emotionaler Ausbruch und Schlagen bzw. Beißen. Oft begründet sich dies in ähnlichen Ursachen beim Kleinkind.
Kinder lernen mit ca 2 Jahren, dass sie von Mama verschieden sind und nicht immer auf Mama und Papa hören müssen. Umso selbstbewusster Kinder sind und umso sicherer sie sich bei einer Bezugsperson fühlen, umso größer ist die Chance eines Wutanfalls. Sie merken, sie können schon viel und sind frustriert, wenn sie an ihre Grenzen kommen. Seien es Grenzen durch Mama und Papa oder durch ihre Fähigkeiten. Sie wollen damit nicht manipulieren und etwas erreichen. Sie sind nur sauer und frustriert und geben dieser Emotion leidenschaftlich nach. Nachzugeben und die Frustrationsquelle auszuschalten, hilft dem Kind nicht, mit der Emotion umgehen zu lernen. Nachzufragen und zuzuhören hilft dem Kind, sich wahrgenommen zu fühlen und die genaue Ursache zu erkunden - dann kann man evtl Handlungsalternativen, aber zumindest Verständnis anbieten. (Ich kann verstehen, dass dir dein Kuscheltier fehlt. Tut mir leid, dass ich es vergessen habe.)
Hierbei wird eher das Verhalten der Eltern ausgetestet. Man merkt den Unterschied zum Wutanfall vor allem daran, dass das Kind nicht völlig ausflippt und Mama bzw Papa sehr gebau beobachtet - und häufig aufhört, wenn keiner hinguckt/es bemerkt. Konsequenz verhindert sicher nicht, dass Eltern mal getestet werden, aber meiner Beobachtung nach, werden konsequente Eltern vielleicht 2-3x im halben Jahr getestet, inkonsequente Eltern auch 2-3x am Tag. Kinder inkonsequenter Eltern fühlen sich oft einfach verunsichert und manchmal auch ängstlich, weil sie sich keinen Reim darauf machen können, wie die Welt funktioniert. Also müssen sie immer und immer wieder austesten, wie Mama und Papa reagieren, in der Hoffnung ein Muster zu erkennen. Konsequenz ist ein solches Muster und bietet den Kindern Sicherheit - und sie merken, dass sich Trotzanfälle nicht lohnen, weil sie nicht belohnt werden (werden sie mit Süßigkeiten bzw Wunscherfüllung ruhig gestellt bzw beruhigt, verstehen sie das als Belohnung für ihr Verhalten und werden es wieder zeigen).
emotionale Ausbrüche
Es gibt Kinder und auch Erwachsene, die müssen einfach mal Dampf ablassen, sonst ist ihre psychische und physische Gesundheit arg gefährdet. Viele Menschen leiden heutzutage unter Kiefer- und Nackenprobleme, weil sie ihm wahrsten Sinne des Wortes die Zähne zusammen beißen. Dieser nicht abgelassene Druck kann viele Folgeerkrankungen bedingen, vom Bandscheibenvorfall bis zur Migräne, von Schlafstörungen bis zu abgesplitterten Zähnen. Hier ist Verständnis wichtig und auch einen für alle erträglichen und akezeptablen Ausdruck zu finden - aber es ist ebenso wichtig, dem Kind zu vermitteln, dass das völlig in Ordnung ist und es sich deswegen nicht schlecht fühlen muss! Akzeptabel kann z. B. sein, allein oder im elterlichen Arm zu weinen (je nach Vorliebe) oder auf ein Kissen oder einen Boxsack einzuprügeln oder in sein Zimmer zu gehen und einmal laut die Wand anzubrüllen oder... finden Sie etwas, was zu Ihnen allen passt!
Dies ist ein Verhalten, dass bei Kleinkindern besonders vor dem Spracherwerb zu beobachten ist. Genau wie Tiere stecken sie so ihre Grenzen ab: ich will nicht, dass du das tust. Zurück zu beißen oder zu schlagen zeigt dem Kind nur "Mama/Papa darf das, also ist das wohl ok." Es zeigt nicht, wie so oft behauptet wird, "Das tut weh, das tut man nicht." Das kindliche Gehirn funktioniert etwas anders: sie lernen durch Nachahmung, was Mama und Papa tun, ist gut und richtig - so macht man das. Ggf. lernen sie durch Zurückbeißen bzw. -schlagen noch "Wenn ich das tue, tun Mama und Papa mir weh." Dann lassen sie es evtl solange die Eltern dabei sind, sind sie nicht dabei, ist es für die Kinder wieder ok, denn Mama und Papa handeln ja auch so. An sich gilt: geben Eltern ihrem Frust durch Gebrüll, Schläge und Wutanfälle Luft, werden Kinder das als akzeptable Art, mit Wut und Frust umzugehen, übernehmen.
Unser Weg damit umzugehen dauerte lange (nach ca 4-6 Monaten merkte man eine Besserung, aufgehört hat es tatsächlich erst, als er sprachlich fit genug war, sich zu wehren). Wir haben die Erzieher mit ins Boot geholt und bei jeder einzelnen Situation unser Kind zur Seite genommen, ihn gefragt, was das Problem war und ihm eine Alternative angeboten (Du musst die Schippe nicht teilen, wenn du nicht willst, du darfst/kannst "nein" sagen. Du musst dich nicht schupsen lassen, du kannst weggehen. Usw.). Aber wir haben niemals mit ihm geschimpft oder ihm gesagt, er dürfe sich nicht wehren!! Langsam aber sicher lernte er bessere Ausdrucksmöglichkeiten als sofort zu beißen.
Begleitendes Weinen
1. Das von älteren Generationen oft zitierte schreien lassen ist für mich ein Unding!! Kinder (oder noch schlimmer: Babys) in ihrem Kummer allein zu lassen ist eine Qual, die das Urvertrauen und die Psyche unnötig belastet.
2. Es gibt in der Trotzphase und im Kleinkindalter immer wieder Momente, in denen ein Kind seinen Frust durch Weinen auslebt. Auch hier gilt: sie damit alleine zu lassen ist unfair! Obwohl es natürlich besser ist, mal kurz vor die Tür zu gehen und durchzuatmen, statt selbst auszuflippen!! Sie weinen nicht, um uns zu ärgern, sondern weil sie eine Emotion ausdrücken, oft sogar mit ihr überfordert sind. Man darf sie hier ruhig mal weinen lassen - aber eben nicht allein. Man muss sie auch nicht zwangsläufig ablenken oder trösten (manchmal ist das völlig in Ordnung), manchmal sollte man ihnen lieber helfen, diese Emotion sinnvoll und erlösend zu durchleben.
3. Das begleitende Weinen im Babyalter.
Besonders ab dem 6. Lebensmonat (wenn sich die Wahrnehmung des Babys nochmal verstärkt) besonders abends (wenn man einen aufregenden Tag verarbeiten muss - und aufregend kann für ein Baby schon sein, dass der Nachbar den Rasenmäher angestellt hat) kommen die sogenannten "Großmutter-Stunden" (so genannt, weil Omas, und in unserem Fall noch mehr der Opa, dafür eher die Ruhe haben, als frisch gebackene Mütter).
Das Kind hat eine saubere Windel, ist satt und auf Mamas Arm (oder im Tragetuch) - es hat also allen Grund, dass es ihm gut geht. Und trotzdem weint es. Fallen körperliche Ursachen weg (also Schmerzen aufgrund von Zahnen, Blähungen oder Erkrankungen - in unserem Bekanntenkreis schrie ein Kind monatelang vor Schmerzen wegen einer nicht diagnostizierten Laktose-Intoleranz) und beruhigt es sicj auch nicht, wenn es einen Moment allein in der Wiege liegt (selten aber manchmal doch gibt es Kinder, die manchmal eher Luft und Ruhe als Nähe brauchen) kann man davon ausgehen, dass das Kind irgendwas verarbeitet. Das kann vom Schock geboren worden zu sein bis zur Erkenntnis, dass man nicht (mehr) eins mit Mama ist, alles sein. Das kann auch ein Entwicklungsschub sein, dann wollen Kinder im Normalfall nur eins: auf den Arm und an die Brust. Und das ist ok! Es verwöhnt sie nicht, es stärkt sie. (Die Entwicklungsphasen kann man im Buch oder in der App "Oje ich wachse" gut nachlesen.) Wenn diese Phase aber nicht endet, sind wir Eltern irgendwann am Ende mit unserem Latein - und unseren Nerven.
Unser Baby zu trösten ist unser tiefster Urinstinkt. Und es ist ein guter und wichtiger Instinkt, denn er zeigt uns, was das Wichtigste für unser Baby ist: nicht alleine zu sein mit seinem Kummer! Zu spüren: ich bin wichtig und geliebt und Teil einer Familie, das Leben ist schön!
Aber ein Kind hat auch ein Recht auf seine Tränen. Es ist die einzige Art der Kommunikation, die ihm zur Verfügung steht! Jede Intervention (Schnuller rein, mal Arm, mal Wiege, wickeln, Rassel,...) stört nicht nur diese Kommunikation, sondern ist evtl. sogar noch ein neuer Reiz, der verarbeitet werden muss. Ein Baby kann nicht anders ausdrücken, was ihm auf der Seele liegt. Sei es "Ich hab dich lieb, ich will so gern bei dir sein." oder "Ich bin müde, aber zu aufgeregt zum Schlafen."
Ähnlich wie Jesper Juul beim Kleinkind, plädiert Brigitte Hannig (Hebamme, Früherziehungsberaterin und Festhaltetherapeutin) dafür, Kinder ihren Kummer ausleben (und damit verarbeiten und abhaken) zu lassen - aber eben nicht alleine. (vgl. Broschüre des Bundes deutscher Hebammen "Tränenreiche Babyzeit")
Sie unterscheidet zwischen Beruhigung (was oft eher Ablenkung ist) und Trost (im Sinne des begleitenden und haltenden Weinens).
Im begleitenden Weinen gibt es meistens ca. fünf Phasen:
1. Das Baby weint - und statt es abzulenken, sind wir einfach da, halten es im Arm und sprechen beruhigend mit ihm (wichtiger als die Worte sind dabei der Tonfall - ich hab meistens nur langsam und ruhig "ich bin ja da, es ist ok, du bist nicht allein" gemurmelt).
2. Das Baby schreit seine Verzweiflung heraus und wehrt sich vehement gegen das Gehalten werden - dabei ist es so wichtig, es zu halten (dazu mehr weiter unten) und ihm Sicherheit zu geben. Es kämpft nicht gegen die Sicherheit gebenden Eltern an, sondern gegen das, was es so belastet, also gegen den Grund, warum es weint. Wichtig ist dabei, dass es merkt: auch jetzt sind Mama oder Papa für mich da und halten mich.
3. Spätestens jetzt weinen die meisten Eltern mit. Und das ist in Ordnung und authentisch! Weinen Sie zusammen um den Kummer ihres Babys - aber bleiben Sie da und spüren Sie die Verbundenheit!
4. Das Schreien reduziert sich zu einem Wimmern und Aufschluchzen. Zwischenzeitlich schläft das Kind oft kurz ein.
5. Nach dem letzten Aufschluchzen erfolgt ein entspanntes Schlafen.
Bei uns haben diese fünf Phasen ca eine Stunde gedauert.
Wir haben das begleitende Weinen lassen praktiziert, als wir sicher waren, dass keine körperlichen Ursachen (Besuch beim Kinderarzt UND beim Osteopathen, sowie kein Zahnen) oder Entwicklungsschübe (App "Oje ich wachse") der Grund für die Unruhe war. Trotzdem war die Sorge da: schläft sie jetzt, weil es ok ist und sie ihren Kummer los ist - oder weil sie einfach zu erschöpft ist, weiter zu machen. Ich hielt sie danach beim ersten Mal die ganze Nacht im Arm, um bei ihr zu sein, wenn sie aufwachte und ihr das Gefühl zu geben, dass wir das zusammen durchstehen - und damit sie nicht das Gefühl hat, ich will sie nur weglegen. Stillen hat bei uns immer getröstet, aber nach 8 Wochen mit nur Baby-an-der-Brust-Nächten und mind. eine Woche ohne Zahnen, Erkältung und Schub, haben wir es nach Besuchen beim Kinderarzt und Osteopathen zum ersten Mal getestet. Da haben wir dann mal nicht die Brust gegeben, sondern es gemeinsam durchlebt - und danach schien es besser... bis zum nächsten Zahn. 😅
Eine Babysprechstunde (beraten bei Schlaf-, Schrei- und Essensproblemen) kann auch oft helfen, wenn man vorher wirklich alles abgecheckt haben will.
Beim begleitenden Weinen achtet man auf eine bestimmte Art des Haltens:
- das Baby wird möglichst fest aber zärtlich gehalten: der Kopf so, dass das Baby ihn nicht selbst halten muss, sondern sich entspannen kann - Arme, Beine und Körper so, dass es sich auch bei heftigerem Gestrampel nicht löst oder fällt, sondern sich eng gehalten fühlt, wie beim Pucken!
- Den Kopf des Babys möglichst ähnlich wie beim Stillen bzw. möglichst nah am Herzen.
- Den Körper seitlich wie beim Stillen oder längst vom Herz bis zum Bauch.
- Wenn man das Gefühl hat, zu wenig Hände zu haben, besonders wenn das Kind sich wehrt und strampelt, kann ein Stillkissen als Stütze helfen!
Oft half ihr diese Art des Gehalten Werdens auch nach aufregenden Tagen beim Einschlafen - ganz ohne Weinen. Sie meckerte und zappelte einen Moment und kam dann zur Ruhe.
Es gibt inzwischen einiges an Werken zum "begleitenden Weinen". Leider muss ich sagen - wie so oft sind diese Werke sehr dogmatisch. Jedes Kind müsse mal weinen, Trösten im beruhigenden Sinne sei dabei immer falsch, sogar "Troststillen fördere Essstörungen" habe ich gelesen. Das halte ich ehrlich gesagt für Blödsinn.
Stillen erfüllt neben Nahrung so viele Bedürfnisse, z. B. nach Nähe, Mamas Herzschlag und Geruch, Geborgenheit. Dadurch wirkt es natürlich auch Angst reduzierend. Nuckeln entspannt, Schnuller heißen ja nicht umsonst Beruhigungssauger. (Das Annehmen eines Schnullers ist für manche Kinder aber etwas Übungssache.) Stillen senkt sogar das Schmerzempfinden. Zu stillen, um auch andere Bedürfnisse als Nahrung zu erfüllen, kann damit meines Erachtens nicht falsch sein. Trotzdem wurde das Schlafen bei uns nach dem begleitenden Weinen erst wirklich besser, als ich das Gefühl bekam, das nächtliche Nuckeln ist jetzt kein Bedürfnis mehr, sie wirkte nicht mehr so verzweifelt dabei, sondern total entspannt. Es war halt zur Gewohnheit geworden. Das zu trennen war eine Sache von ein paar Abenden leichtem Gemecker. Dazu hab ich sie wie oben geschrieben gehalten und ihr den Schnuller (an den ich sie schon vorher gewöhnt hatte und den sie zumindest ab und zu mal zum Nuckeln nahm und kannte) anbot.
Außerdem denke ich, es gibt Menschen, die sind eher für Ruhe und etwas Ablenkung zu haben. Mein Mann und mein Sohn brauchen nach stressigen Tagen Sofa, Hörspiele, kuscheln... - wenn es mir nicht gut geht, dann schimpfe oder erzähle oder weine ich. Nimmt man mich dann nicht ernst, verletzt mich das sehr. Würgt man mich dabei ab, schleppe ich es ewig mit mir rum, bis es schließlich doch herausbricht und es mir danach endlich besser geht. Deswegen sprach mich das begleitende Weinen vermutlich an - denn es besteht ja keine geringe Chance, dass meine Tochter evtl. genauso tickt...
Zum Schluss möchte ich berichten, wie sie sich in den zwei Wochen nach dem begleitenden Weinen entwickelte:
- Papa wurde plötzlich als Bezugsperson ganz anders akzeptiert, angestrahlt und konnte sie beim Weinen beruhigen und sogar ins Bett bringen.
- Nahrung wurde ganz anders akzeptiert, so dass ich innerhalb von zwei Wochen nicht mehr voll stillte.
- Motorisch machte sie einen riesen Satz: robben, klatschen, hinsetzen, Kniestand, hochziehen, mit Hilfe stehen, krabbeln - alles in den zwei (!) Wochen danach...
Alles in allem wirkte sie glücklicher und zufriedener.
Dienstag, 19. April 2016
Homöopathie
Das Buch "Die Homöopathie-Lüge" (Weymeyr/Heißmann) heizt die Diskussion um die Wirksamkeit von Globolis neu an.
Zusätzlich bringen mich meine eigenen Beobachtungen zur etwas provokanten Frage: sind Globolis eine Einstiegsdroge? Kleinkindern wird bei jedem noch so kleinen Sturz was Homöopathisches (z. B. Arnica) gegeben, Schulkindern nehmen dann als Steigerung schon gegen alles pflanzliche Mittel statt Umgangsarten zu lernen und/oder nach Ursachen zu fragen (z. B. Baldrian statt Atemübungen gegen Nervosität), Abiturienten treten als Steigerung dessen oft schon mit verschreibungspflichtigen Aufputsch- oder Beruhigungsmitteln zur Prüfung an... was kommt danach?
Ich habe verschiedene Fronten zu dieser Frage ausmachen können: welche Position vertretet ihr?
- Die Homöopathie-Fans: geben bei jedem Kratzer das passende Globoli, unterstützen das Immunsystem beim ersten Anzeichen einer Krankheit homöopathisch und sind von der Wirksamkeit überzeugt bzw haben sie erlebt.
- Die Schulmediziner: auch bei ihnen ist gegen alles ein Kraut gewachsen, nur halt ein chemisches mit vielen Wirksamkeitsstudien. Fieber wird schon bei 38 Grad gesenkt, eine laufende Nase behandelt und dem Immunsystem möglichst alles abgenommen. Der Körper soll schnellstmöglich wieder fit werden.
- Die Mittleren: lassen dem Körper/dem Immunsystem erstmal selbst Zeit zu reagieren: Fieber brennt Viren aus, eine Beule schadet nicht, ein Kratzer heilt von selbst. Bei längeren Sympthomen (z. B. hartnäckige Grippe, Zahnungsproblemen) greifen sie zuerst mal zur Homöpathie oder zu sanften pflanzlichen Mitteln (deren Wirksamkeit meist eindeutiger ist) und greifen bei stärkeren oder anhaltenden Sympthomen auch mal zur Schulmedizin.
- Die psychischen Skeptiker: sind besorgt über die Mentalität, die mit der wahllosen und häufigen Gabe von Homöopathie und Globolis bzw Medikamenten aller Art anerzogen wird: gegen alles ein Medikament nehmen.
- Die medizinischen Skeptiker: die Wirksamkeit himöopathischer Mittel sei nicht nachgewiesen, Studien die das behaupten oft nicht aussagekräftig, der "Glaube" an Homöopathie sei logisch-wissenschaftlich überholt, es besteht eine Gefahr durch Selbstbehandlung bei schweren Erkrankungen oder im besten Fall ein Gewöhnungseffekt bei zu häufiger Globoli-Gabe, die jede eventuelle Wirkung auf Dauer ruiniert.
- Die Placebo-Fans: setzen auf den Placebo Effekt bzw darauf, dass Eltern z. B. entspannter sind, wenn sie ihrem kranken Kind irgendwie helfen können, wodurch die Kinder entspannter werden und es ihnen besser geht. Sind doch nur Globolis - was soll es schaden?!
Prinzipiell würde ich uns irgendwo zwischen Skeptiker und Mittelweg einordnen. Vor der ersten Schwangerschaft hatte ich mit Homöopathie nichts am Hut. Trotzdem habe ich bei beiden Kindern einiges ausprobiert, vor allem gegen Unruhe, Koliken und Zahnungsschmerzen. Geholfen hat - eigentlich nix.
Bei Weleda Fieber und Zahnungszäpfchen hatte ich manchmal das Gefühl es hilft - aber vielleicht auch eher gegen Blähungen wegen der rektalen Stimulation. Ansonsten eher erstmal den Körper alleine machen lassen, dann "Techniken" (wie z. B. Atemübungen, Dampfinhalation, etc.), SchüsslerSalze oder Pflanzliches als Homöopathie (wobei ich es trotzdem noch immer mal probiere) - und dann Schulmedizin. 😊
Mittwoch, 30. März 2016
Belohnung und Strafe
Man unterscheidet dabei vier Arten, ein gezeigtes Verhalten zu beeinflussen: positive und negative Belohnung sowie positive und negative Strafe. Negativ ist hier nicht als schlecht, sondern als Wegfall von etwas gemeint.
- Eine positive Belohnung gibt einen guten Reiz, z. B. Belohnung durch Süßigkeiten für ein erwünschtes Verhalten.
- Eine negative Belohnung lässt einen schlechten Reiz wegfallen, z. B. wenn Schüler besonders gut mitgearbeitet haben und darum keine Hausaufgaben machen müssen.
- Eine positive Strafe gibt einen schlechten Reiz, z. B. Zimmerarrest.
- Eine negative Strafe entzieht einen guten Reiz, z. B. Fernsehverbot.
Diese Art der Verhaltensmodifikation zeigt schon bei Kleinstkinder Erfolg: Schreikinder, die bei jeder noch so kleinen Schreipause sofort durch Lächeln und körperliche Zuwendung belohnt wurden und während der Schreiphasen ignoriert wurden, schrien schon nach kurzer Zeit weniger (diese Experimente stammen aus den 1960er Jahren und sind mit dem heutigen Wissen von Urvertrauen nicht mehr zur Nachahmung zu empfehlen, zumindest nicht das Ignorieren - die positive Belohnung für Schreipausen kann immer noch hilfreich sein!)
Natürlich empfinden sie einige Konsequenzen als gut/Belohnung, andere als blöd/Strafe. Darum geht es auch nicht - wir Erwachsenen finden manche Folgen im Leben ja auch schöner als andere. Wichtig war uns nur, dass die Konsequenzen logisch im Zusammenhang zur Handlung steheen - und nicht primär von Mama und Papa gemacht werden. Wichtig war uns, dass sie lernen, (vorher) über ihre Taten und deren Wirkung (auch auf andere) nachzudenken - und nicht nur bzgl dessen, was sie evtl damit erreichen wollen. Umgekehrt heißt das nicht, dass wir sie nicht vorwarnen, was die Konsequenzen sind (z. B. dass es draußen ohne Schuhe kalt sein könnte) und/oder die Intensität der Konsequenzen etwas beeinflussen (z. B heimlich die Gummistiefel einstecken, damit man eben nicht den ganzen Weg ohne Schuhe laufen muss). Dafür sind wir schließlich die Eltern - Konsequenzen statt Strafen befreien uns nicht von unserer Fürsorgepflicht, sie verlangen von uns nur etwas mehr Überlegung und mehr Aufmerksamkeit/Wahrnehmung unserer Kinder.
- Wenn man sich nicht die Hände wäscht, passiert eigentlich erstmal nichts. Wenn man sich vorm Kochen die Hände nicht wäscht, darf man nicht helfen (weil Mama erklärt, dass es auch unsichtbaren Dreck gibt und den wollen nicht alle von deinen Händen mitessen). Wenn man sich gar nicht mehr waschen will, kommt Mama mit dem Waschlappen und verhandelt (weil man sich ab und zu mal sauber machen muss, um gesund zu bleiben und das Haus sauberer zu lassen - weil ich meine Kinder aber nicht zwangswaschen will, es ist ihr Körper).
- Um 20h ist Feierabend für Mama und Papa. Macht man sich abends schnell fertig, haben Mama und Papa noch viel Ruhe zum Spielen, Vorlesen und kuscheln. Vertrödelt man die Zeit mit bockig sein oder was anderem, fällt die Kuschel- und Vorlesezeit kürzer aus.
- Ohne Helm gibt es kein Fahrrad (na gut, die ganz logische Konsequenz wäre eine Schädelverletzung beim Unfall zu riskieren, das haben wir auch mal spielerisch so erklärt, aber die in unseren Augen doch relativ logische Regel, haben unsere Kinder auch eingesehen).
- Stößt man sein Glas um, wird nicht gemeckert, aber man muss aufwischen helfen.
- Macht man etwas kaputt, ist es kaputt. Macht man etwas von anderen kaputt, muss man für Ersatz sorgen.
- Manchmal kann man auch statt Verbote/Strafe/Wutanfälle Alternativen anbieten. Statt "du musst jetzt Zähne putzen" - "welche Zahnbürste möchtest du heute benutzen", statt "wenn du das Puzzle mit zum KiGa nimmst und ein Teil verlierst, bist du traurig" - "willst du nicht lieber denn Bagger mitnehmen?", statt "ich möchte nicht, dass du die Schublade ausräumst" - "guck mal, hier ist ein ganzer Schrank mit Tuppertöpfen" oder auch "würdest du diesen Schrank ausräumen, sauber putzen und wieder einräumen?"
- auch Erklärungen funktionieren früh, bei uns war eins der ersten Sachen "Wenn du mit dem Besteck auf den Tisch haust, bekommt der Tisch Macken und Mama aua im Kopf, weil das so laut ist. Kannst du auch in die Hände klatschen, zum Musik machen?" (Man muss halt meistens nur wissen, WARUM sie etwas tun.)
Ein anderes "Beißer"-Kind wurde von der Mutter immer zurück gebissen "damit es lernt, dass das weh tut". Es hörte viel schneller auf zu beißen als unser Sohn - zumindest solange ein Erwachsener dabei war. Fühlt er sich unbeobachtet, haut er bis heute andere Kinder, wenn er etwas nicht will. Erstens denkt er, dass ist als "Strafe" ok, Mama macht das ja auch so; zweitens hat sich sein Verhalten nur geändert, wenn eine strafende Instanz in der Nähe ist; drittens hat er ja keine anderen Handlungsalternativen gelernt, er weiß ja gar nicht, wie er anders reagieren könnte.
Montag, 21. März 2016
Fremdbetreuung
Früher lebte man mehr in Mehrgenerationsfamilien, hatte evtl noch Dienstpersonal und lebte intensiver mit den Nachbarn zusammen. Die Redensart "Man braucht ein Dorf, um ein Kind groß zu ziehen." stammt aus diesen Verhältnissen, betreut im heutigen Sinne wurden die Kinder fast gar nicht, beaufsichtigt von allen mal, "Qualitätszeit" miteinander existierte so gut wie nicht.
Heute gibt es Klein-, Kleinst- und Patchworkfamilien. Groß- und Mehrgenerationsfamilien sind selten geworden, die Mutter als Hausfrau ebenso, umgekehrt wollen Eltern ihre Kinder ganz anders erleben und kennen lernen als früher, die Betreuungsfrage wird immer neu verhandelt.
Als er dann mit 2.5 Jahren in den KiGa kam, dachte ich zuerst, ich müsse ihn ja nicht bis 16h dort lassen, da ich zu der Zeit in Elternzeit war. Aber schnell wurde mir klar, dass ich ihm und mir keinen Gefallen tat, ihn eher abzuholen. Er wollte lieber mit seinen Kumpels Mittagessen und machte im KiGa auch anstandslos Mittagsschlaf. Zwischen 15.15h und 15.45h holte ich ihn dann täglich ab - bis dahin hatte er früher Mittagsschlaf gemacht, wir hatten also nicht weniger vom Nachmittag als vorher. Nur war ich entspannt, weil ich nicht für Essen und Mittagsruhe sorgen musste, das Baby war entspannt, weil sie Mittagsschlaf mit Dauerstillen auf Mamas Arm in Ruhe haben durfte und der Große war entspannt, weil er ganz bei Mama im Mittelpunkt stand, wenn er nach Hause kam, und nicht mit dem Baby konkurrieren musste (das Baby beobachtete oder schlief gut verpackt im Tragetuch derweil). Entgegen meinen Erwartungen ("wie kann man Kinder nur so lang weggeben, wenn es nicht sein muss" hatte ich vorher gedacht) tat es uns also sehr gut, den Ganztagsplatz zu nutzen. Ich glaube, er hatte das Gefühl, viel mehr von Mama zu haben als vorher, als Mama nebenbei noch alle mögliche andere machte (z. B. Haushalt), statt wie jetzt zwischen KiGa und Abendessen nur bei ihm zu sein.
Prinzipiell finde ich es eher positiv für das Kind (fühlt sich von vielen geliebt) und die Eltern (werden entlastet), wenn das Kind sich bei mehreren Menschen wohl fühlt. Aus meiner eigenen Erfahrung als Kind weiß ich, dass wir Eltern deswegen nicht weniger Bezugsperson sind und schon in den 1980er Jahren fanden Untersuchungen in Ost- und West-KiTas heraus, dass nicht die Menge der Zeit die Eltern-Kind-Beziehung prägt, sondern die Qualität der Zeit.
In dem Alter ist Fremdbetreuung meiner Ansicht nach Stress für die Kinder (dachte ich). Geholfen haben mir ein wenig folgende Gedanken:
- Stress ist sicher nicht schön, kann aber auch (positiv) spannend, an- und aufregend sein und ist nicht schädlich, solange man dafür auch Ruheinseln schafft und lernt, damit umzugehen. So haben wir die Kleine z. B. zu Beginn mind eine Std. vor dem Großen abgeholt, um ihr die Ruhephase mit Mama zu gönnen. Später haben wir an einem Tag den Großen, am anderen Tag die Kleine mal eher abgeholt.
- Unsere Kinder erleiden keinen Verlust, wenn sie mehrere Bezugspersonen haben (so z. B. die Erzieherinnen), sondern einen Gewinn an Menschen, die sie mögen und sich um sie kümmern.
- Unsere Kinder verlieren nicht Eltern-Zeit, sondern gewinnen Eltern, die in Ruhe gearbeitet haben und evtl auch schon die ein oder andere Minute für sich bzw. zum runter kommen hatten: sie gewinnen also Eltern-Qualität!
- Wir haben einen Rhythmus eingehalten: egal wann wir fertig waren mit arbeiten oder frei hatten, Kindergartenzeiten waren fest. Diese Konsequenz half den Kindern im Alltag (weil sie z. B. einschätzen konnten, wann Mama kam und nicht unnötig warten mussten, weil Mama mal so und mal so zum Abholen kommt) und ermöglichte uns Eltern, unsere eigenen Bedüfnisse wahrzunehmen - und damit entspannte Eltern und ein entspanntes Paar zu bleiben. (Das ist allerdings was, was ich bei anderen Paaren auch anders erlebt habe - das sollte man ganz nach den eigenen Bedürfnissen entscheiden können, ohne zu (ver-)urteilen.)
Verwöhnen vs Bedürfnisse
(Nichts desto trotz macht es mir natürlich auch Spaß meinen Kindern materielle Freuden zu machen - aber zu ihren Gunsten versuche ich mich so gut es geht zurück zu halten und das auf ein größeres Teil zu Weihnachten und zum Geburtstag zu beschränken. Dass das auch nicht anders nötig ist, zeigte mein Sohn mir erst kürzlich. Als er sich mal außer der Reihe ein Puzzle aussuchen durfte, weil er seine vorhandenen innerhalb von Sekunden zusammen baute und ich den Schwierigkeitsgrad steigern wollte, wollte er das Malbuch, dass ich ebenfalls kaufen wollte, nicht haben. "Ich hab doch schon ein Puzzle", sprach's und ging.)
Wir verwöhnen unsere Kinder mit Liebe, Aufmerksamkeit und dem Erfüllen ihrer Bedürfnisse.
Die Nazis brachten einen Erziehungsratgeber heraus, der davon sprach, man müsse Kinder abhärten, die Lungen durch Schreien stärken und ihnen schon früh Disziplin beibringen. Nach diesem Ratgeber erzog eine ganze Generation ihre Kinder - und deren Kinder erzog ihre Kinder wiederum so, wie sie es von ihren Eltern gelernt hatten, ohne zu ahnen, auf was für einem Mist das fußt. Bis heute ist Deutschland das einzige Land, in dem sich hartnäckig die Vorstellung hält, man könne Babys durch Aufmerksamkeit verwöhnen. Auf die dadurch verursachten psychischen Probleme komme ich weiter unten zu sprechen.
Oder sie lernen: ich bin allein, keiner hilft mir, die Welt ist kalt und einsam, schreien nützt nichts, ich muss meine Kräfte besser sparen. Diese Babys schreien sich kein zweites Mal in den Schlaf - nur nicht, weil sie gelernt haben "wer hier das Sagen hat", sondern weil etwas Wichtiges in ihnen zerbrochen ist.
Aber das ist ein Unterschied dazu, sie alleine weinen zu lassen oder immer zu Kindern zu gehen und ihnen zu zeigen: wir sind da, du kannst uns vertrauen, die Welt, in der du lebst, ist nicht grausam und einsam, sondern voller Liebe.
Dieses Grundbedürfnis nach Nähe zu erfüllen steigert nicht nur das Urvertrauen, sondern in Wirklichkeit auch das Wohlbefinden der Eltern, weil die Babys zufriedener sind, weniger Quengeln und Weinen und die daraus wachsenden Kleinkinder selbstbewusster und selbständiger sind. Der häufigste Satz neben "ihr verwöhnt eure Kinder" ist, "ihr habt aber auch zwei entspannte, fröhliche Kinder!" - ein Schelm, wer da einen Zusammenhang vermutet.
Das heißt aber auch: wer sich also im Familienbett oder mit Tragetuch oder beim Stillen nicht wohl fühlt, sollte es nicht zu Gunsten der Kinder "durchhalten". Natürlich brauchen Kinder Nähe (die u. a. so gegeben werden kann), aber geschieht diese Nähe ungewollt, fühlen sie das auch - und sich damit sicher nicht wohl.
Auch andere Bedürfnisse sollen und müssen und dürfen Eltern wahrnehmen: nach Zweisamkeit genauso wie mal nach Einsamkeit, nach Hobbys genauso wie nach Schlaf. Früher sagte man, man braucht ein Dorf, um ein Kind groß zu ziehen. Früher lebte man mit mehreren Generationen zusammen und in einer aktiven Nachbarschaft, evtl sogar noch mit Personal. Heute gibt es Klein- und Kleinstfamilien, Alleinerziehende und Patchwork. Die Idee Kinder müssten möglichst lange allein zu Hause von den eigenen Eltern (am besten Mama) betreut werden (mit den dazugehörigen Schuldgefühlen wegen der Fremdbetreuung) ist sicher schön, aber relativ neu - und anstrengend. Ich glaube nicht, dass es meinen Kindern schadet, zu erleben, wie viele Menschen sie lieben: Eltern und Großeltern, Tanten, Onkel, Freunde, Paten und Erzieher. Klar sind wir als Eltern die Hauptverantwortlichen und sollten uns bemühen, immer die Hauptbezugsperson zu bleiben. Aber ab und zu mal einen Nachmittag allein mit den Großeltern oder eine Nacht bei der Tante oder einen Vormittag allein mit Papa schadet bestimmt nicht - ermöglicht den Eltern aber auch mal ihre eigenen Bedürfnissen nachzugehen. Sei es das Mama mal ausschläft oder Papa zum Sport geht oder Mama und Papa gemeinsam ins Kino.
Den Begriff prägte der Freud-Schüler Erikson in den 1950er Jahren. Er bezeichnete damit ein Grundvertrauen, das Babys im ersten Lebensjahr entwickeln und dass es ihnen ermöglicht, Selbstvertrauen ebenso zu entwickeln wie die Grundgefühl dafür, welchen Menschen und Situationen man vertrauen kann.
Unabhäbgig davon entwickelte der Soziologe Claessen in den 1960ern den Begriff Urvertrauen. Bei ihm geht es um die Entwicklung der Fähigkeit, überhaupt Vertrauen in irgendwas zu haben, die im ersten Lebensjahr stattfindet und danach nicht mehr inbdem Maß nachzuholen sei. Alle zukünftigen Beziehungen und Charakterentwicklungen seien davon geprägt, ob dieses Urvertrauen gelernt wurde.
Bei beiden ist es die Grundlage für:
- Vertrauen in sich selbst und Selbstwertgefühl
- Liebesfähigkeit („Ich bin es wert, geliebt zu werden.“)
- Vertrauen in andere, z. B. in Partnerschaft und Gemeinschaft
- Vertrauen in das Ganze, in die Welt.
Samstag, 19. März 2016
Familienbett
Einzig wichtig war uns: konsequent zu sein und auf die Bedürfnisse unserer Kinder einzugehen.
... nur sind unsere Kinder leider total öko...
Während unser Sohn uns nach zwei Wochen klar gemacht hatte, was er vom Kinderwagen hält (nämlich nichts) und unsere Hebamme, was sie von Gläschen hielt (ebenfalls nichts), verdeutlichte unsere Tochter uns sehr genau, was sie von Brei überhaupt (Spielzeug) und Familienbett (sehr viel) hielt. Das gehörte jedoch definitiv zu den "Öko-Dingen", die mir persönlich etwas schwerer fielen - my bed is my castle...
Wir haben nie zu den Eltern gehört, die ihr schlafloses Kind nachts durch die Wohnung schleppten. Da hab ich lieber stillend in meinem Bett gelegen und hatte es wenigstens warm - wenn ich schon kaum schlafen konnte. Zig mal nachts hoch, Angst im Dunkeln - kannten unsere Kinder nicht. Wenn was war, kam er in unser Bett und gut war's. Allerdings dann meist auf Mamas Bauch liegend, da er Bauchschläfer ist. Einzig eine blöde Einschlafphase aufgrund zu vieler Veränderungen rund um seinen zweiten Geburtstag gab es. Auf die Idee diese Phase mit dem Familienbett durchzustehen sind wir damals nicht gekommen. Wir haben eine abgeschwächte Form des Schlaftrainings ohne Ferbern (= schreien lassen) ausprobiert, die für uns auch gut funktioniert hat. Allerdings mochte er später immer eigentlich nicht zum Schlafen in unser Bett - wenn dann sollte eher einer von uns bei ihm schlafen. So war er zum Glück auch nie eifersüchtig, als seine Schwester das anders sah und bei uns schlafen durfte.
Zwar ging sie immer noch abends zuerst in ihr Bett (uns war das Ritual wichtig, außerdem dass sie dort nicht rausfallen konnte, während wir noch auf waren, und so konnten wir ab und zu abends unser Ehebett auch nochmal für uns haben), aber wenn sie wach wurde, wurde sich zu Mama ins Bett gekuschelt und besser geschlafen - zumindest sie. Ich nur leider nicht - ich wachte immer geräderter und verspannter auf. Also wieder zurück zu dem, wie es beim Großen war: bei Bedarf gern, sonst im eigenen Bett. Etwas besser schlief ich mit ihr gemeinsam im Schlafsessel.
- Man merkt vielleicht, wir sind nicht völlige Überzeugungstäter, mir geht es damit einfach nicht gut auf Dauer. Aber es ist bequemer als ein schreiendes Baby und gemütlicher als durch die Gegend zu laufen und stillt Babys Bedürfnis nach Nähe ebenso wie mein Bedürfnis nach Schlaf. Also passt's schon für uns - mal so mal so.
- Untersuchungen zeigen, Kinder im Familienbett werden seltener wach (sie müssen ja nicht aufwachen und rufen, um Nähe zu bekommen) und werden (ähnlich wie beim Tragen) selbstbewusster und selbständiger - vermutlich weil sie sich einfach jeder Zeit volltanken können mit Nähe und Sicherheit.
- Besonders beim Stillen: man muss nicht nachts aufstehen, ja nicht mal wirklich aufwachen.
- Oft bekommt man in schwierigen Phasen der Kinder mehr Schlaf oder zumindest mehr Ruhe, wenn man gemeinsam in einem Bett liegt.
- es fühlt sich schön an, gemeinsam und kuschelnd zu schlafen
- Kinder sehen schlafend sooooo süß aus!
- evolutionär betrachtet ist es die natürliche Form des Schlafes für Babys und Kleinkinder und wird in vielen Ländern noch so praktiziert
- Untersuchungen zeigen, Mütter schützen ihre Kinder während des Schlafens instinktiv vor zu warm, zu kalt, rausfallen etc
- Liebensleben auserhalb des Ehebettes kann was Aufregendes haben
- Nicht jeder kann gut und tief oder überhaupt so schlafen.
- Keiner garantiert, dass man im Schlaf das Kind realisiert - ich hab die Kleine schon mal mit dem Ellbogen erwischt...
- für Babys, die nur auf dem Bauch schlafen, nicht geeignet - es sei denn auf Mamas oder Papas Bauch, solange diese wach sind.
- für Raucher nicht geeignet
- man gibt das eigene Bett als Rückzugsort zumindest zeitweise auf
- Sex mit Kleinkindern ist manchmal schon schwer genug zu haben - und dann noch das zweisame Bett aufgeben kann manchmal belastend sein
- im Familienbett schlafen keine Haustiere, Raucher, Betrunkene, schwer Kranke oder unter Einfluss starker Medikamente (erhöht die Gefahr des plötzlichen Kindstodes und/oder die Wahrscheinlichkeit so tief zu schlafen, dass man das Kind bei sich nicht mehr realisiert)
- das Kind schläft im Schlafsack auf dem Rücken
- das Bett sollte je nach Alter und Fähigkeiten des Kindes gesichert sein (bei uns reicht z. B. ein Gitter an einer Seite, falls sie mal außen schläft, da sie nie allein im Familienbett liegt)
- zwischen zwei Kindern schläft ein Erwachsener
BLW
- Runde Lebensmittel sollten vermieden werden, da sie unbeachsichtigt in den Rachen und damit die Luftröhre rutschen können. Lebensmittel sollten immer so angeboten werden, dass sie gut in Babys Faust passen und dann noch etwas herausstehen und abgelutscht werden können.
- Der oft propagierte Eisenmangel bei Stillkindern ist ein moderner Mythos. Zudem kann Eisen gut über Haferflocken und B12 über Käse und Eier aufgenommen werden. Fleisch kann erst mit Backenzähnen zermahlen werden und ist evolutionär daher wohl nicht eher vorgesehen. Wer mag kann es aber "zum Ablutschen" anbieten, dabei werden auch Nährstoffe aufgenommen.
- Babys verschlucken sich bei BLW oft seltener als bei Brei, da der Würgereflex noch sehr weit vorne im Mund liegt. Lebensmittel können erst in den Rachen transportiert werden, wenn sie auch gekaut und geschluckt werden können - im Gegensatz zum flüssigen Brei. Nichts desto trotz sollten Babys nie unbeaufsichtigt essen.
- Ein Salzkonsum von 1g pro kg Körpergewicht ist für Menschen tötlich. Einen 100kg Mann haut also erst 100g Salz aus den Socken, ein Baby schon 1TL! Salz versteckt sich in vielen Lebensmitteln und auch Babyprodukten, daher bitte sorgfältig die Etiketten studieren und bestimmte Lebensmittel (wie zB Wurstwaren, da meist stark gewürzt) generell im ersten Lebensjahr meiden.
- Milch (und Milchprodukte) zwischen 6 Monate bis zum ersten Geburtstag höchstens 200ml (bzw entsprechend die daraus entstehenden Milchprodukte, ca 30g Käse, Quark o.ä.), danach 500ml (gilt eigentlich auch für Erwachsene...).
- Honig enthält Bakterien, die für Babys gefährlich sind und sollte daher die ersten zwei Lebensjahre gemieden werden, da sie zum Atemstillstand führen können.
- Zucker ist nicht nur schlecht für die Zähne, es hemmt auch die Calciumaufnahme. Außerdem besteht ein Zusammenhang zu ADHS. Daher sollte Zucker bis zum 1. Geburtstag tabu sein und auch danach nur in geringen Maßen zugänglich sein. Bitte besonders auf Zuckerzusätze bei Fertigprodukten, Säften und Joghurt etc achten!
- Auberginen wird ein hoher Nikotingehalt nachgesagt - da scheiden sich aber die Geister, wir meiden sie in den ersten zwei Jahren.
- Soja und Sojaprodukte enthalten hormonähnliche Stoffe und sind daher für Babys und Kleinkinder tabu!
- Fertiggerichte, Fast Food, Süßigkeiten und gewürzte Speisen sollten aufgrund ihres Zucker- und Salzgehalts im ersten Jahr tabu sein und danach noch möglichst lange gemieden werden.
- Eier, Fleisch und Fisch sollten bis zum zweiten Geburtstag auf alle Fälle ganz durchgegart und in Maßen gegeben werden.
- Nüsse sollten aufgrund von Allergien, aber auch der Gefahr des Verschluckens im 1. Lebensjahr gemieden werden. Ausnahme bildet weißes Mandelmus. Die meisten Allergene befinden sich in der braunen Haut, so dass mit dem weißen Mandelmus gute Fette ihren Weg finden und eine Einführung von Lebensmitteln parallel zum Stillen angeblich oft Allergien vorbeugt.
- Dass Koffein und Alkohol vermieden werden sollte, muss ich hoffentlich nicht extra erwähnen...
- Essen ist mehr Spielzeug als Nahrungsmittel und muss mit allen Sinnen erkundet werden. Das ist oft eine ziemliche Sauerei, gibt dem Gehirn aber mannigfaltige Entwicklungsmöglichkeiten und führt oft zu Kindern, die ein Leben lang offen für verschiedenste Nahrungsmittel sind.
- Zu Beginn sollten nur Nahrungsmittel gereicht werden, die fest genug sind, um sie einigermaßen greifen zu können, aber weich genug, um am Gaumen mit der Zunge zerdrückt zu werden.
- Bsp für erste Lebensmittel: geschälte Gurken, geschälte weiche Birne, Bananenstücke, Hipp Hirsekringel, Avocado, gedünstetes Gemüse aller Art, gedünstete Kartoffeln, weich gekochte Penne, zucker- und salzfreier Babyzwiback, Brötchen/Brot, selbst gebackenes Brot, Bananenschmarrn,... (Rezepte weiter unten)
- Immer mehr Essen landet tatsächlich im Magen, man bemerkt eine Reduktion der Milchmenge.
- Die verwendeten Nahrungsmittel werden vielfältiger, die Sauerei weniger. Abgesehen von den reduzierten Gewürzen isst das Kind schon fast das normale Familienessen. TIPP: Für alle gemeinsam kochen und die Erwachsenen würzen hinterher. Salzreduktion beim Erwachsenen senkt den Blutdruck.
- Bsp. für Lebensmittel: Brot mit Frischkäse, Brot mit Mandelmus, (ungewürztes) Rührei, Kartoffeln mit Gemüse, gekochtes oder gebratenes Fleisch (nicht Wurst!) oder Fisch, Pfannkuchen, Gemüsepuffer ... (Rezepte weiter unten)
- Das Essen ersetzt Milch als Hauptnahrung.
- Obwohl besonders bei Gewürzen, Fertigprodukten und bestimmten Lebensmitteln (siehe oben) noch Einschränkungen bestehen, kann das Kind schon fast alles normal mitessen.
- Bsp. für Lebensmittel: Joghurt mit Müsli, Brägele,... normales Familienessen (Rezepte weiter unten)
Bei unserem Sohn haben wir zwei Mahlzeiten durch Brei ersetzt und sind dann sozusagen in die zweite Phase des BLW eingestiegen, um den Übergang zum Familienessen zu schaffen.
Unsere Tochter hatte mit 5 Monaten enormes Interesse am Essen, so dass wir uns dann mit 5.5 Monaten erweichen ließen und mit Brei begannen - nur nachdem das Neue am Brei vorbei war (ca 2 Wochen) aß sie nur noch, was sie sich selbst in den Mund stecken konnte. Also ließen wir uns nicht stressen, ich habe wieder voll gestillt und wir haben komplett auf Brei verzichtet und BLW praktiziert. War für alle eine sehr entspannte Zeit - nur musste man am Anfang nach jeder Mahlzeit Kind, Hochstuhl und Fußboden grundreinigen.
Nichts desto trotz, kann ich es für alle, die etwas Geduld haben beim Einführen der Beikost nur empfehlen. Es war sehr entspannt und es macht Spaß den Entdeckerdrang des eigenen Babys so zu erleben. Aber ich stille auch sehr gern, weil es so viel weniger Vorbereitung benötigt als Brei.
- Brot:
250g Mehl nach Geschmack (Weizen, Dinkel, Roggen,...), 1/2 Pk Hefe, 300ml warmes Wasser, ggf. eine kleine Prise Zucker (macht den Teig etwas lockerer, dient als Nahrung für die Hefe, bleibt kaum im Brot zurück), ggf. Karottenraspeln, weißes Mandelmus oder Haferflocken, ggf. nach dem 1. Geb eine Prise Salz
Mehl, Hefe, Zucker und Wasser kneten bis ein glatter Teig entsteht, dann noch länger weiter kneten (umso länger kneten, umso luftiger). 30 Min zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, dann erneut (lange) kneten und gff. zusätzliche Zutaten einkneten. Nochmal 45 Min zugedeckt gehen lassen. Bei 200 Grad im Ofen 30 Minuten backen. Dazu eine Schüssel mit Wasser in den Ofen stellen.
- Bananenschmarrn:
Pro Person eine Banane, zwei Eier, eine Handvoll Blau- oder Erdbeeren und etwas Öl
Eier trennen. Eiweiß steif schlagen, Eigelb mit Bananen pürieren. Vorsichtig Beeren und Eischnee unter die Bananenmasse heben und mit etwas Öl in einer Pfanne backen. Wenn die untere Schicht fest ist, in Stücke rupfen.
- Rührei:
Zwei Eier, 50ml Vollmilch, eine Handvoll Cherrytomaten, etwas Öl
Eier mit Milch fluffig aufschlagen, Tomaten vierteln, unter die Eier rühren und mit etwas Öl in einer Pfanne durchgaren
- Brägele (für 4 Personen):
2-3 Paprika, 10-12 Kartoffeln, 4 EL Öl, 120g Feta, 4 Eier, 120ml Milch, ein wenig Salz
Paprika waschen und in kleine Würfel schneiden, Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben hobeln - Öl in einer Pfanne erhitzen und Kartoffelscheiben darin anbraten und salzen - nach 5 Min Paprika zugeben und ca weitere 5 Min braten - Feta mit einer Gabel zerdrücken und mit Eiern und Milch verquirlen, über die Kartoffeln gießen und bei schwacher Hitze ca 3 Min weiterbraten, bis das Ei stockt (Kartoffeln und Ei enthalten viel Eiweiß, Paprika sorgt für Vitamin C!)
- Gemüsepuffer:
Pro Person 1 Möhre, Zucchini, o.ä. (als süße Variante auch mit einem Apfel machbar), 2 Kartoffeln, 1 Ei, 3 EL Haferflocken, abbdem 1. Geb. etw Salz, 1-2 TL Öl, nach Geschmack 10g Käse oder etwas Schnittlauch dazu
Gemüse und Kartoffeln schälen, alle Zutaten in der Küchenmaschine zerkleinern und verrühren bis ein glatter Teig entsteht, mit einer Kelle in die Pfanne geben und mit dem Öl braten - nach Geschmack mit Apfelmus oder Ketchup servieren
Dienstag, 8. März 2016
Medienkonsum
Unser Kompromiss waren DVDs, zu denen wir die passenden Bilderbücher, Hörspiele und Spielzeuge hatten (und da gibt es eine große Auswahl: Calliou, Cars, Feuerwehrmann Sam, Thomas die Lokomotive, Bob der Baumeister...). Für die meisten Kinderserien gibt es die Folgen auch als Bilderbuch, das bot die Chance, die Bilder ganz entspannt und in Ruhe zu betrachten und drüber zu sprechen. Außerdem hatten wir oft ähnliches Spielzeug (nicht alles Merchandising Artikel, aber auch). Es muss nicht Sams Feuerwehrauto oder Thomas die Eisenbahn sein, aber oft haben wir die Geschichten mit Duplo nachgebaut und neu erfunden. Und das Cars-Duplo war der Renner! ;)
- Uns war es z. B. wichtig, es nicht zu ritualisieren (also nicht jeden Tag das Sandmännchen oder Tablett), sondern nach "Bedarf" (sie können fragen, wenn sie Lust haben, spricht nichts dagegen, dürften sie Fernseh schauen).
- Wenn sie nach TV o.ä. fragen, bieten wir meistens erstmal Alternativen an. (Bist du müde - wollen wir kuscheln? Ist dir langweilig - wollen wir spielen?) So wollen wir unseren Kindern beibringen, dass sie lernen, ihre eigenen Bedürnisse bewusster wahrzunehmen und den Fernseher nicht als Lösung für aktuelles Unwohlsein zu nutzen.
- Des Weiteren schauen wir (zumindest am Anfang) alles gemeinsam und nutzen es als Gesprächsanlass (die zigste Wiederholung dürfen sie dann auch mal alleine sehen). Man sagt, wenn Kinder das Gesehene wieder erzählen können, konnten sie es auch verarbeiten.
- Oft schauen unsere Kinder unter der Woche gar nicht fern oder sind am Tablett: zu den Mahlzeiten und vorm KiGa bzw Samstagsturnen gibt es kein TV - und bis wir von KiGa und Spielplatz zu Hause sind und noch eine Runde Duplo gespielt oder gepuzzelt haben, ist es schon Zeit für das gemeinsame Kochen, Essen und Bett gehen. Also nicht, weil wir es verbieten, sondern weil einfach keine Zeit dafür ist. Aber manchmal war der Tag anstrengend, Mama doof, der Mittagsschlaf zu kurz - dann darf man DVD gucken, wenn man darum bittet.