Das Buch "Die Homöopathie-Lüge" (Weymeyr/Heißmann) heizt die Diskussion um die Wirksamkeit von Globolis neu an.
Zusätzlich bringen mich meine eigenen Beobachtungen zur etwas provokanten Frage: sind Globolis eine Einstiegsdroge? Kleinkindern wird bei jedem noch so kleinen Sturz was Homöopathisches (z. B. Arnica) gegeben, Schulkindern nehmen dann als Steigerung schon gegen alles pflanzliche Mittel statt Umgangsarten zu lernen und/oder nach Ursachen zu fragen (z. B. Baldrian statt Atemübungen gegen Nervosität), Abiturienten treten als Steigerung dessen oft schon mit verschreibungspflichtigen Aufputsch- oder Beruhigungsmitteln zur Prüfung an... was kommt danach?
Ich habe verschiedene Fronten zu dieser Frage ausmachen können: welche Position vertretet ihr?
- Die Homöopathie-Fans: geben bei jedem Kratzer das passende Globoli, unterstützen das Immunsystem beim ersten Anzeichen einer Krankheit homöopathisch und sind von der Wirksamkeit überzeugt bzw haben sie erlebt.
- Die Schulmediziner: auch bei ihnen ist gegen alles ein Kraut gewachsen, nur halt ein chemisches mit vielen Wirksamkeitsstudien. Fieber wird schon bei 38 Grad gesenkt, eine laufende Nase behandelt und dem Immunsystem möglichst alles abgenommen. Der Körper soll schnellstmöglich wieder fit werden.
- Die Mittleren: lassen dem Körper/dem Immunsystem erstmal selbst Zeit zu reagieren: Fieber brennt Viren aus, eine Beule schadet nicht, ein Kratzer heilt von selbst. Bei längeren Sympthomen (z. B. hartnäckige Grippe, Zahnungsproblemen) greifen sie zuerst mal zur Homöpathie oder zu sanften pflanzlichen Mitteln (deren Wirksamkeit meist eindeutiger ist) und greifen bei stärkeren oder anhaltenden Sympthomen auch mal zur Schulmedizin.
- Die psychischen Skeptiker: sind besorgt über die Mentalität, die mit der wahllosen und häufigen Gabe von Homöopathie und Globolis bzw Medikamenten aller Art anerzogen wird: gegen alles ein Medikament nehmen.
- Die medizinischen Skeptiker: die Wirksamkeit himöopathischer Mittel sei nicht nachgewiesen, Studien die das behaupten oft nicht aussagekräftig, der "Glaube" an Homöopathie sei logisch-wissenschaftlich überholt, es besteht eine Gefahr durch Selbstbehandlung bei schweren Erkrankungen oder im besten Fall ein Gewöhnungseffekt bei zu häufiger Globoli-Gabe, die jede eventuelle Wirkung auf Dauer ruiniert.
- Die Placebo-Fans: setzen auf den Placebo Effekt bzw darauf, dass Eltern z. B. entspannter sind, wenn sie ihrem kranken Kind irgendwie helfen können, wodurch die Kinder entspannter werden und es ihnen besser geht. Sind doch nur Globolis - was soll es schaden?!
Prinzipiell würde ich uns irgendwo zwischen Skeptiker und Mittelweg einordnen. Vor der ersten Schwangerschaft hatte ich mit Homöopathie nichts am Hut. Trotzdem habe ich bei beiden Kindern einiges ausprobiert, vor allem gegen Unruhe, Koliken und Zahnungsschmerzen. Geholfen hat - eigentlich nix.
Bei Weleda Fieber und Zahnungszäpfchen hatte ich manchmal das Gefühl es hilft - aber vielleicht auch eher gegen Blähungen wegen der rektalen Stimulation. Ansonsten eher erstmal den Körper alleine machen lassen, dann "Techniken" (wie z. B. Atemübungen, Dampfinhalation, etc.), SchüsslerSalze oder Pflanzliches als Homöopathie (wobei ich es trotzdem noch immer mal probiere) - und dann Schulmedizin. 😊
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen